Ehrenamt im Justizvollzug

Straffälligenhilfe ist nicht nur eine Angelegenheit des Staates, sondern eine Aufgabe der Gesellschaft insgesamt. Das Engagement ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer während des Vollzuges der Freiheitsstrafe und auch nach der Entlassung ist unverzichtbar.

Tafel Ehrenamt

Tafel mit Kreideschrift Ehrenamt
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Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein unentbehrlicher und integrierender Bestandteil eines Sozial und Therapiekonzepts, das den Freiheitsentzug mit einem Minimum an sozialen Schäden ablaufen lassen soll und eine Chance für nachzuholende Sozialisationsprozesse eröffnet. Der überwiegende Teil der Ehrenamtsarbeit besteht aus Einzelbesuchen und Gesprächen mit Gefangenen, die ansonsten keine ausreichenden Sozialkontakte und Ansprechpartner außerhalb des Vollzuges haben.

Hier ist besonders die auf das Heimatland bezogene Betreuung von ausländischen Gefangenen zu nennen, die zusätzlich mit Sprachproblemen belastet sind. Ehrenamtliche Mitarbeit füllt die Freizeit der Gefangenen mit sinnvollem Inhalt. Ehrenamtliche Mitarbeiter tragen in Gesprächen mit Gefangenen dazu bei, Probleme zu mildern oder gar zu lösen. Sie schließen damit die Gefangenen für Bildung und berufliche Förderung auf. Sie mindern die Angst vor der Entlassung und unterstützen die Eingliederung in das Leben in Freiheit.

In den hessischen Justizvollzugsanstalten sind regelmäßig zirka 400 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Als Betreuerinnen und Betreuer kommen keine Personen infrage, die selbst innerhalb der letzten fünf Jahre eine Freiheits- oder Jugendstrafe verbüßt haben, die unter Bewährungs- oder Führungsaufsicht stehen oder gegen die ein Ermittlungsverfahren oder ein Strafverfahren anhängig ist.

Interessenten für eine ehrenamtliche Mitarbeit benötigen keine fachlichen Vorkenntnisse, aber über eine gefestigte Persönlichkeit. Ihre Einarbeitung in die Aufgaben und möglichen Schwierigkeiten wird beratend begleitet von erfahrenen, hauptamtlichen Bediensteten (Kontaktpersonen für ehrenamtliche Mitarbeit).

Interessenten erhalten nähere Informationen über das Hessische Ministerium der Justiz oder von der Justizvollzugsanstalt in ihrer Nähe.

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