Ausbildung zur / zum Dipl. Rechtspflegerin (FH) / Dipl. Rechtspfleger (FH)

In den Vorbereitungsdienst als Beamtin oder Beamter auf Widerruf kann nach dem Ergebnis einer Eignungsprüfung eingestellt werden, wer 

  • die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder der Länder Island, Liechtenstein, Norwegen oder Schweiz besitzt, (Für die spätere Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe ist der Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit erforderlich.) 
  • die Gewähr dafür bietet, jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes und der Hessischen Landesverfassung einzutreten, 
  • höchstens 40 Jahre alt ist (hiervon ausgenommen sind in bestimmten Fällen Soldaten auf Zeit mit mindestens zwölfjähriger Dienstzeit), 
  • eine zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung (Abitur, Fachhochschulreife) oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand besitzt. 

Der Vorbereitungsdienst dauert drei Jahre und besteht aus Fachstudien am Fachbereich Rechtspflege der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg an der Fulda sowie berufspraktischen Studienzeiten bei einem Ausbildungsamtsgericht und einer Staatsanwaltschaft. 

Im Einzelnen gliedert er sich in folgende Studienabschnitte:

  • Fachstudium I mit einem einwöchigen Einführungspraktikum bei dem Ausbildungsamtsgericht (11,5 Monate) 
  • Berufspraktikum I (4,5 Monate) 
  • Fachstudium II (9,5 Monate) 
  • Berufspraktikum II (7,5 Monate) 
  • Fachstudium III (3 Monate)

In den Fachstudien I - III lernen und wohnen Sie in der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg an der Fulda. Die Lehrveranstaltungen in modernen Hörsälen finden in kleinen Studiengruppen mit 20 bis 30 Personen statt. Gegen eine geringe Kostenbeteiligung wohnen Sie in der Hochschule in möblierten Einzelzimmern mit Telefon und Internet sowie eigenem Badezimmer. 

Als Ausbildungsamtsgerichte kommen die Amtsgerichte Bad Hersfeld, Bad Homburg v. d. H., Darmstadt, Eschwege, Frankfurt am Main, Friedberg, Fulda, Gießen, Hanau, Kassel, Korbach, Limburg an der Lahn, Marburg, Offenbach am Main, Wetzlar und Wiesbaden in Betracht.

Während des Vorbereitungsdienstes erhalten Sie eine attraktive Ausbildungsvergütung (Anwärterbezüge) und  haben Anspruch auf 29 Tage Erholungsurlaub für jedes volle Kalenderjahr. Informationen zu den finanziellen Leistungen während und nach der Ausbildung sind der Anlage „Besoldung und sonstige Leistungen" zu entnehmen.

Mit Bestehen der schriftlichen und mündlichen Laufbahnprüfung wird der Diplomgrad „Diplom- Rechtspfleger/in (FH)" verliehen.

Übernahme und Perspektiven nach dem Studium

Da die Einstellungen in den Vorbereitungsdienst bedarfsorientiert erfolgen, werden nach bestandener Laufbahnprüfung regelmäßig alle Nachwuchskräfte als Justizinspektorinnen und Justizinspektoren in das Beamtenverhältnis auf Probe (mit dem Ziel der späteren Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit) übernommen.  

Es erwartet Sie ein moderner und sicherer Arbeitsplatz mit attraktivem Einkommen und guten Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Flexible Arbeitszeitregelungen, diverse Teilzeitmodelle und die Möglichkeit, die Arbeit mit entsprechender technischer Ausstattung auch außerhalb der Dienststelle zu erledigen („Home-Office“), tragen in hohem Maße zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei.