Ausbildung zur / zum Justizfachangestellten

Die Ausbildung für den Beruf „Justizfachangestellte/r" dauert grundsätzlich drei Jahre und umfasst die praktische Ausbildung bei einem Ausbildungsgericht sowie begleitenden Berufsschulunterricht. Die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung ist in Rahmenplänen verbindlich festgelegt. 

Gegenstand der Berufsausbildung sind dabei mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

  • Die ausbildende Behörde
  • Stellung und Aufgaben des ausbildenden Gerichts und der ausbildenden Staatsanwaltschaft innerhalb der Justiz
  • Berufsbildung, arbeits- und sozialrechtliche Grundlagen
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Umweltschutz
  • Kommunikation und Kooperation in berufstypischen Situationen
  • Büroorganisatorische Abläufe
  • Arbeitsorganisation
  • Informationsverarbeitung
  • Informations- und Kommunikationstechniken, Datenschutz
  • Textverarbeitung
  • Kosten- und Entschädigungsrecht
  • Fallbezogene Rechtsanwendung in Zivilverfahren
  • Zivilprozess
  • Zwangsvollstreckung
  • Insolvenzen
  • Ehe- und Familiensachen
  • Fallbezogene Rechtsanwendung in Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren
  • Fallbezogene Rechtsanwendung in Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit
  • Grundbuch, Nachlass
  • Vormundschaftsgerichtliche Angelegenheiten, Betreuung
  • Öffentliche Register

Im Anschluss an das erste Ausbildungsjahr findet eine Zwischenprüfung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes statt. Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und praktischen Abschlussprüfung, die zweimal wiederholt werden kann. Bei besonderen Leistungen ist eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung bereits nach zweieinhalb Jahren möglich.

Chancen, nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz zu erhalten

Auszubildende, die die Abschlussprüfung mit Erfolg abgelegt haben, können nach Maßgabe freier Stellen als Justizfachangestellte in den hessischen Justizdienst übernommen werden. 
Schwerbehinderte Auszubildende werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. 

Mit dem Abschluss der qualifizierten Berufsausbildung zur/zum Justizfachangestellten eröffnen sich darüber hinaus Einsatzmöglichkeiten bei anderen Landes- und Bundesbehörden, bei Rechtsanwälten und Notaren sowie bei anderen Arbeitgebern der Privatwirtschaft.