Hessisches Ministerium der Justiz

Justizstaatssekretärin besucht Justizvollzugsanstalten Frankfurt am Main I und III

Justizstaatssekretärin Tanja Eichner hat heute die beiden Justizvollzugsanstalten Frankfurt am Main I (JVA FFM I) und Frankfurt am Main III (JVA FFM III) besucht.

Die JVA FFM I ist für den Vollzug der Untersuchungshaft an männlichen Erwachsenen – in ihrer Funktion als Hochsicherheitsanstalt auch für Gefangene aus dem Bereich Terrorismus – zuständig. In der JVA FFM III sind hingegen erwachsene und jugendliche Frauen untergebracht.

Medizinisches Zentrum vorgestellt

Bei dem Besuch der JVA Frankfurt am Main I wurde unter anderem die Arbeit des medizinischen Zentrums vorgestellt, das ein Teil der Anstalt ist. Dieses ist für die medizinische Versorgung aller drei Anstalten (FFM I, FFM III, FFM IV) zuständig. Das medizinische Zentrum gilt als „Drehkreuz“ für Gefangene, was sich vor allem in der Corona-Pandemie durch Testungen, Zugangs- und Termins-Quarantänen zeigte. „Die Bediensteten haben insbesondere während der Pandemie unter hoher Belastung Herausragendes geleistet und dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken,“ sagte Staatssekretärin Eichner.

Im medizinischen Zentrum wird auch das Videodolmetschen eingesetzt, um eine sichere ad hoc Verständigung mit Gefangenen gewährleisten zu können. „Dies ist besonders wichtig, um die Krankengeschichte der Gefangenen aufzunehmen und damit eine sachangemessene Behandlung zu gewährleisten. Dies gilt auch für das Erkennen psychischer Erkrankungen. In den großen Hafthäusern werden zudem Gespräche durch den psychologischen Dienst mittels des Videodolmetschens geführt, beispielsweise zur Entlastung psychisch instabiler Gefangener, zur Exploration nach belastenden Erlebnissen und Verhandlungstagen oder zur Einschätzung psychisch auffälliger, ggf. aggressiver Gefangener“, sagte die Justizstaatssekretärin.

Vielfältige Ausbildungsmöglkichkeiten

In der JVA Frankfurt am Main III hat sich Frau Eichner unter anderem das Mutter-Kind-Heim angesehen, das es bundesweit so erstmals in einer Einrichtung in Frankfurt am Main gab und sich einen Überblick über Ausbildungsmöglichkeiten innerhalb der Anstalt verschafft. „Den inhaftierten Frauen werden vielfältige schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen innerhalb der Anstalt angeboten, nicht zuletzt um sich auf ein soziales und verantwortungsvolles Leben nach der Entlassung vorzubereiten. Hierzu zählen etwa die Ausbildung als Köchin, als Fachkraft im Gastgewerbe, als Schneiderin und für Tätigkeiten im Einzelhandel. Die positive Resonanz der Ausbildungen zeigt sich zum einen in gut ausgelasteten Kursen, zum anderen in der guten Akzeptanz, die die Absolventinnen bei der Jobsuche nach der Haftentlassung erfahren. Denn gerade in der aktuellen Wirtschaftslage suchen Gastronomie und Hotelgewerbe gut ausgebildete Fachkräfte.“

Im besten Fall enden die Maßnahmen in Prüfungen vor dem Staatlichen Schulamt und der Industrie- und Handelskammer bzw. in Zertifikaten des Bildungsträgers, der Maßschneider-Innung Frankfurt am Main oder des Volkshochschulverbandes. „So waren in den Jahren 2021 und 2022 einige Frauen unter den besten der IHK-Prüfung. Im schulischen Bereich konnten zwei Jugendliche ihren Hauptschulabschluss erlangen und erstmals sogar vier Jugendliche den Realschulabschluss. Besonders erfreulich ist, dass die Schulabschlüsse 2021 und 2022 sämtlich im oberen Bereich lagen und häufig mit der Note ‚sehr gut‘ oder ‚gut‘ abgeschlossen wurde. Das sind nicht nur tolle Ergebnisse für die Absolventinnen, sondern kennzeichnen auch die hohe Qualität der Ausbildung, sowie das herausragende Engagement der Betreuerinnen und Betreuer sowie Pädagoginnen und Pädagogen. Insgesamt bestätigen die guten Ergebnisse, dass schulische und berufliche Bildung gerade in den Justizvollzugsanstalten wertvoll ist, insbesondere um soziale Kompetenzen zu erlangen und die eigenen Fähigkeiten zu stärken“, sagte Tanja Eichner abschließend.