„Kasseler Hilfe“ unterstützt Opfer von Straftaten

25 Jahre „Kasseler Hilfe“ – 25 Jahre Opfer- und Zeugenbetreuung

27.11.2018Hessisches Ministerium der Justiz

„Ich möchte Ihnen im Namen von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann die herzlichsten Glückwünsche zum 25-jährigen Bestehen der ‚Kasseler Hilfe‘ aussprechen“, eröffnete Ministerialdirigent Karl Greven, Abteilungsleiter im hessischen Justizministerium, sein Grußwort zur Jubiläumsfeier der „Kasseler Hilfe“ in Kassel.

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Einbruch
© Igor Mojzes / Fotolia.com

„Die Verfolgung, Aufklärung und Ahndung von Straftaten in einem rechtsstaatlichen Verfahren ist zentrale Aufgabe der Strafjustiz. Doch der Blick darf sich nicht nur auf den Täter richten. Besondere Beachtung verdienen auch die Opfer. Der Schutz der Opfer und Zeugen von Straftaten ist eine der wichtigsten Aufgaben der Justiz. Opfer oder Zeuge einer Straftat zu werden, ist ein einschneidendes Erlebnis“, so Greven.

„Opfer und Zeugen von Straftaten sind bei der Aufarbeitung einer Straftat im besonderen Maße in den Blick zu nehmen. Für sie muss deshalb bei Gericht eine Atmosphäre herrschen, in der sie sich auch trauen, gegen die Straftäter auszusagen. Die Justiz benötigt verwertbare Aussagen der Opfer und Zeugen von Straftaten, weil nur so die Täter auch zur Rechenschaft gezogen werden können. Deshalb dürfen sie keine Angst vor einer Aussage vor Gericht haben“, sagte Karl Greven.

„Die eingerichteten Zeugenzimmer in vielen Gerichten und Justizzentren, wie hier in Kassel, sind deshalb schon seit vielen Jahren echte Institutionen im Bereich des Opfer- und Zeugenschutzes. Dieser wird durch die ‚Kasseler Hilfe‘ vorbildlich realisiert. Neben der Unterstützung der Opfer von Straftaten im Rahmen der Opfer- und Zeugenberatung, bietet die ‚Kasseler Hilfe‘ auch Begleitung von Zeugen hier im Justizzentrum Kassel und ein Zeugenzimmer an, was von den Betroffenen sehr gut angenommen wird“, so Greven.

„Die ‚Kasseler Hilfe‘ erfüllt diese wichtigen Aufgaben bereits seit 25 Jahren, was ohne ihre bestens qualifizierten und sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht ginge. Dafür möchte ich mich im Namen von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann ganz herzlich bedanken“, sagte Karl Greven abschließend.

Hintergrund

Die „Kasseler Hilfe“ ist eine professionelle Beratungseinrichtung im Landgerichtsbezirk Kassel und wurde vor 25 Jahren als dritte hessische Opferhilfeeinrichtung auf Initiative des Landes Hessen gegründet. Einzugsgebiet der Beratungsstelle ist der gesamte Landgerichtsbezirk. Er umfasst die Stadt Kassel und die Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Werra-Meißner sowie Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Die „Kasseler Hilfe“ ist Teil des in Hessen flächendeckend ausgebauten Netzes von Opferberatungsstellen.

Das Hilfsangebot der „Kasseler Hilfe“ umfasst unter anderem:

  • Gespräche über Probleme und Ängste als Folge und/oder Zusammenhang mit einer erlittenen Straftat
  • Informationen über rechtliche Hilfsmöglichkeiten (z.B. Strafanzeige, Nebenklage, Privatklage, Ablauf von Gerichtsverhandlungen etc.)
  • Informationen über finanzielle Hilfsmöglichkeiten (z.B. Opferentschädigungsgesetz, Beratungs- und Prozesskostenhilfe, Weißer Ring)
  • Kooperation mit anderen Stellen, die der/dem Ratsuchenden zusätzlich helfen können (z.B. psychologische Beratungsstellen, Ärzte, Frauenhäuser, Selbsthilfegruppen etc.)
  • Auf Wunsch Begleitung zur Polizei, zu Behörden sowie zu Gerichtsverhandlungen
  • Praktische Hilfen wie Formulare ausfüllen, Schreiben anfertigen, usw.

Im Jahr 2017 nahmen 401 Personen in 277 Fällen das Angebot einer Beratung oder Begleitung durch die Kasseler Hilfe in Anspruch. Es gab sowohl einmalige Gespräche als auch regelmäßige Besuche, insgesamt wurden 1.115 Kontakte registriert. Insgesamt 196 Zeugen wurden von der Kasseler Hilfe im Zeugenzimmer betreut, davon wurden 93 Personen während der Zeugenvernehmung in den Zeugenstand begleitet. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Betreuung von zum Teil erheblich traumatisierten und körperlich verletzten Opfern. In insgesamt rund 84 Prozent aller Beratungsfälle handelte es sich um Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit, nur in rund acht Prozent der Beratungsfälle waren Eigentumsdelikte Anlass für das Aufsuchen der Opferberatung.

Website der „Kasseler Hilfe“

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Pressesprecher: 
Herr Matthias Grund
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