Historische Wasserfestung

Abschluss der Kampfmittelräumung am Großen Wallgraben

15.10.2020Hessisches Ministerium der Justiz

Nach der Freigabe des Kleinen Wallgrabens im vergangenen Jahr ist nun auch der Große Wallgraben wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Damit ist die Kampfmittelräumung rund um die historische Wasserfestung Ziegenhain abgeschlossen, die heute als Justizvollzugsanstalt und als Standort für die Sicherungsverwahrung genutzt wird.

Großflächige Kampfmittelräumung

Eva Kühne-Hörmann erklärte: „Das sind tolle Neuigkeiten für Schwalmstadt und deren Anwohner, da die Sperrung des zentral durch die Stadt verlaufenden Wallgrabens eine große Beeinträchtigung gewesen ist. Die großflächige Kampfmittelräumung des Großen Wallgrabens ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern wieder eine bedenkenlose Nutzung, was vor allem den örtlichen Sportfischerverein Schwalm e. V. freuen dürfte, dem das Gewässer für seine Zwecke verwehrt blieb. Damit können wieder die Uferbereiche durch die Bevölkerung betreten und das Gewässer durch den Anglerverein genutzt werden. Die inneren Uferbereiche des Wallgrabens an den Gebäuden der Justizvollzugsanstalt dürfen weiterhin aus Gründen der Vollzugssicherheit nicht betreten werden.“

„Mit der Öffnung des Großen Wallgrabens wird ein langes und wichtiges Kapitel abgeschlossen. Nachdem bei Sondierungsarbeiten im Jahr 2006 Kampfmittelreste im Wallgraben aufgefunden wurden, musste der Zugang zum Wallgraben im Jahr 2007 aus Sicherheitsgründen gesperrt werden“, so Eva Kühne-Hörmann. Nach einem entsprechend aufwändigen Planungsverfahren begannen im Dezember 2016 die vorbereitenden Maßnahmen für die Kampfmittelräumung. Der Start der Hauptmaßnahme mit den Baggerarbeiten erfolgte im April 2017. Am 20. März 2019 konnte in einem ersten Schritt der Kleine Wallgraben nach Abschluss der Kampfmittelräumung wieder freigegeben werden.

Künftige sinnvolle Nutzung

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Kampfmittelräumung im gesamten Wallgrabens auf ca. 15,5 Mio. Euro. Damit hat das Land Hessen einen erheblichen Aufwand betrieben und die Voraussetzungen für eine künftige sinnvolle Nutzung dieser historisch einzigartigen Wasserfestung geschaffen. Für die Kampfmittelräumung wurden etwa 44.000 Quadratmeter Fläche untersucht, davon rund 41.000 Quadratmeter Wasserfläche und 3.000 Quadratmeter Landfläche. Die geborgenen Kampfmittel belaufen sich auf 565,28 Kilogramm, darunter etwa 60 Kilogramm Nettoexplosivmasse wie 15 Sprenggranaten, 14 Handgranaten und sechs Panzer-/Gewehrgranaten. 

Im Rahmen der Kampfmittelräumung Wallgraben wurden immer wieder auch besondere Fundstücke geborgen, die nach Beteiligung des Landesamtes für Denkmalpflege als teilweise kulturhistorisch bewertet wurden. Es wird aktuell geprüft, inwieweit diese Fundstücke ausgestellt werden können.

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