Eva Kühne-Hörmann zum 8. Mai 1945: „Jedem Versuch, die Logik von Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass wieder gesellschaftsfähig zu machen, entgegentreten“

Amtswechsel in der JVA Dieburg

08.05.2018Hessisches Ministerium der Justiz

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat heute den neuen Leiter der JVA Dieburg, Klaus-Dieter Vogt, offiziell in sein Amt eingeführt. Er folgt auf Franz Josef Pfeifer, der die Anstalt seit dem Jahr 2014 geleitet hat und seit diesem Jahr die JVA Frankfurt am Main I leitet.

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Amtswechsel in der JVA Dieburg
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (rechts) hat heute den neuen Leiter der JVA Dieburg, Klaus-Dieter Vogt (zweiter v.l., links neben ihn Frau Vogt), offiziell in sein Amt eingeführt. Er folgt auf Franz Josef Pfeifer (dritter v.l.), der die Anstalt seit dem Jahr 2014 geleitet hat und seit diesem Jahr die JVA Frankfurt am Main I leitet.
© HMdJ

In ihrem Grußwort erinnerte die Justizministerin an die Rolle des Strafvollzuges in einem demokratischen Rechtsstaat: „Wir haben heute ein historisches Datum. Am 8. Mai 1945, also vor 73 Jahren, kapitulierte das NS-Regime nach einer furchtbaren Zeit der Tyrannei und Schreckensherrschaft in Deutschland und einem von ihm entfachten Krieg, der die ganze Welt erfasst hatte. Diese Zeit hat uns gelehrt, was Menschen anderen Menschen antun können und wie leicht es oftmals war, die bestehenden staatlichen Strukturen in die schreckliche Mechanik der Diktatur einzubeziehen. Es ist heute unsere Verpflichtung, nicht nur entsprechende Sicherungen in unsere staatliche Strukturen einzubauen, sondern auch jedem Versuch, die Logik von Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass wieder gesellschaftsfähig zu machen, von Beginn an entgegenzutreten.“

Eva Kühne-Hörmann wies darauf hin, dass jede Form des Extremismus ein Angriff auf die Freiheit, unsere Rechtsstaatlichkeit und Demokratie bedeutet: „Es kommt nicht darauf an, ob man die Demokratie mit einer linken, rechten, religiös motivierten oder sonstigen Motivation heraus bekämpft. Wer bei Extremisten gute und schlechte Motive unterscheidet, macht sich insgeheim mit denen gemein, die Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung tolerieren. Das dürfen wir nicht akzeptieren. Mit unseren zahlreichen Präventionsprogrammen außerhalb des Vollzuges, aber auch innerhalb der Haft; mit unserem Netzwerk Deradikalisierung im Strafvollzug (NeDiS) und mit vielen anderen Programmen leistet die Justiz in diesem Bereich einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Gesellschaft.“

„Die Justizvollzugsanstalt Dieburg macht da keine Ausnahme. Auch bei der Gruppe der Strafgefangenen mit relativ kurzer Haftdauer, für die die Anstalt ausgelegt ist, wird von Beginn an Wert darauf gelegt, intensiv auf die Strafgefangenen einzuwirken. In Dieburg ist das oft nicht einfach, denn die Besonderheit der Anstalt besteht darin, dass hier der größte Teil der in Hessen angeordneten Ersatzfreiheitsstrafen vollstreckt wird. Ersatzfreiheitsstrafen sind Freiheitsentziehungen, die dann vollzogen werden, wenn eine vom Gericht angeordnete Geldstrafe nicht gezahlt wird. Aktuell werden mehr als ein Drittel aller aktuellen Ersatzfreiheitsstrafen in Hessen in Dieburg vollstreckt. Dabei werden neben den sogenannten Bagatelldelikten wie Schwarzfahren auch Straftatbestände wie Widerstand gegen Vollstreckungsbedienstete, Körperverletzungen, Diebstahl, Betrug oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz in Form von Ersatzfreiheitsstrafen vollstreckt“, so die Justizministerin.

An den ehemaligen Anstaltsleiter Franz Josef Pfeifer gerichtet, sagte die Ministerin: „Sehr geehrter Herr Pfeifer, erst vor wenigen Tagen haben Sie ganz offiziell die JVA Frankfurt am Main I übernommen. Dafür haben Sie viele gute Wünsche erhalten. Heute möchte ich Ihnen noch einmal für Ihr Wirken in der JVA Dieburg danken. Sie hinterlassen eine hervorragend geführte Anstalt, die insbesondere für ihre innovativen Modelle der Arbeitszeiteinteilung und für ihren geringen Krankenstand landesweit bekannt ist.“

An den neuen Leiter der JVA Dieburg, Klaus-Dieter Vogt gerichtet: „Sehr geehrter Herr Vogt, Sie sind jetzt der Neue, aber nicht unerfahren. Sie können auf über 35 Jahre im Strafvollzug zurückblicken. Dabei haben Sie nicht nur viele verschiedene Anstalten und Vollzugsformen kennengelernt, sondern auch die verschiedenen Entwicklungsphasen des Strafvollzuges miterleben und mitgestalten dürfen. Strafvollzug, das ist sicherlich nicht mehr dasselbe wie noch vor 30 Jahren. Vieles hat sich geändert. Die Zusammensetzung der Inhaftierten ebenso wie der Umgang mit ihnen. Heute legen wir sehr viel Wert auf Aus- und Fortbildung. Arbeit und ein gesichertes Einkommen nach der Haft, das wissen wir, sind wichtige Voraussetzungen für ein Leben ohne Straftaten nach der Haft. Gerade in der JVA Dieburg muss es weiterhin Anspruch bleiben, auch diese kurze Zeit zu nutzen, um den Gefangenen Impulse für ihre Zukunft mit auf den Weg zu geben. Für diese Aufgabe sind Sie bestens gewappnet. Sie sind erfahren und haben in Ihrem beruflichen Werdegang schon einige Verantwortung übernommen.“

„Sehr geehrter Herr Vogt, diese Verantwortung übernehmen Sie nunmehr auch mit der Leitung der JVA Dieburg. Nicht nur für die rund 270 Inhaftierten, sondern auch für die rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der JVA. Ich wünsche Ihnen dafür eine stets glückliche Hand und viel Erfolg“, so Kühne-Hörmann.

Klaus-Dieter Vogt wurde am 27. März 1962 in Fulda geboren. Nach dem Abitur und abgeleistetem Wehrdienst war Klaus-Dieter Vogt zunächst als Aufseher in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main III tätig. Seinen Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des mittleren allgemeinen Vollzugsdienstes absolvierte er vom 1. Dezember 1983 bis zum 31. Mai 1985. Die Ernennung zum Assistenten im Justizvollzugsdienst erfolgte am 1. Juni 1985. Vom 1. August 1986 bis 11. September 1989 absolvierte Klaus-Dieter Vogt seinen Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des gehobenen Vollzugs- und Verwaltungsdienstes in der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen in Bad Münstereifel. Am 1. Oktober 1989 erfolgte die Versetzung an die damalige Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main II mit gleichzeitiger Abordnung an die Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main III als Leiter der Wirtschafts- und Arbeitsverwaltung. Eine weitere Abordnung erfolgte vom 1. März 1993 bis 31. März 1993 an die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt.

Klaus-Dieter Vogt wurde am 1. September 1994 an das Hessische Ministerium der Justiz abgeordnet und am 1. September 1997 dorthin versetzt.

Am 1. Februar 2002 wurde er an die Justizvollzugsanstalt Limburg an der Lahn abgeordnet und zum Leiter der Justizvollzugsanstalt bestellt. Die Versetzung an die Justizvollzugsanstalt Limburg an der Lahn erfolgte am 12. April 2003. Die Abordnung an die Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main IV und die kommissarische Bestellung zum Vertreter der Leiterin dieser Behörde erfolgte am 23. August 2007, am 1. August 2008 wurde Klaus-Dieter Vogt an die Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main IV versetzt und zum Vertreter der Anstaltsleitung bestellt. Am 1. Februar 2011 wurde er an die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt versetzt und zum Vertreter der Anstaltsleitung bestellt. Zum 1. März 2013 erfolgte die Abordnung und am 15. Juli 2013 die Versetzung an die Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main III und die Bestellung zum Vertreter der Anstaltsleitung.

Klaus-Dieter Vogt wurde am 19. März 2018 an die Justizvollzugsanstalt Dieburg versetzt und zum Leiter dieser Justizvollzugsanstalt bestellt.

Franz Josef Pfeifer wurde 1959 in Bernbach geboren. 1980 begann seine Laufbahn im hessischen Justizvollzugsdienst als Inspektoranwärter. 1983 wurde er nach erfolgreich bestandener Laufbahnprüfung an die JVA Butzbach versetzt. 1989 folgte die Versetzung an die JVA Frankfurt am Main IV als Verwaltungsdienstleister. Von 1997 bis 2003 war er Vertreter des Anstaltsleiters der JVA Frankfurt am Main I. Im Jahr 1998 erfolgte zwischenzeitlich eine Abordnung an das das Hessische Ministerium der Justiz und für Europaangelegenheiten. 2003 folgte eine Abordnung an die JVA Frankfurt am Main III als Leiter des „Verwaltungs-Competence-Centers“.

2004 wurde Franz Josef Pfeifer zum kommissarischen Vertreter des Anstaltsleiters der JVA Wiesbaden bestellt. 2005 kehrte er als Vertreter des Anstaltsleiters in die JVA Frankfurt am Main I zurück. Dort wurde ihm auch die Vollzugsabteilungs- bzw. Dienstleitung der Zweiganstalt Höchst übertragen. Seit 2010 war er stellvertretender Anstaltsleiter in der JVA Dieburg. Von 2008 bis 2010 war Franz Josef Pfeifer als Vorsitzender des „Hauptpersonalrats Justizvollzug“ von seiner hauptamtlichen Tätigkeit freigestellt. Seine Ernennung zum Leiter der JVA Frankfurt am Main I erfolgte mit Wirkung des 1. Dezember 2017.

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