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Leidenschaft für den Schutz der Schwachen

Der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn überreicht Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Zenz aus Frankfurt das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse

„Der Schutz besonders hilfsbedürftiger und leicht verletzbarer Menschen ist ihr ein echtes Herzensanliegen“, sagte der Hessische Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident, Jörg-Uwe Hahn heute bei seiner Laudatio in der Wiesbadener Staatskanzlei: Er überreichte dort Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Zenz das Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

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Der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn überreicht Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Zenz das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
Der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn überreicht Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Zenz das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse
© Hessische Staatskanzlei

In seiner Rede beschrieb der Minister Gisela Zenz als eine „außergewöhnliche, hochengagierte Persönlichkeit, die sich in vorbildlicher Weise seit Jahrzehnten für den Schutz der Schwächeren in unserer Gesellschaft wie Kinder, psychisch Kranke und ältere Menschen einsetzt. Mit ihrem interdisziplinären Ansatz vereint die Rechtswissenschaftlerin und Psychoanalytikerin juristische, psychoanalytische, psychologische und sozialwissenschaftliche Sichtweisen und hat durch dieses umfassende Verständnis ganz neue Lösungsansätze entwickelt“, so Hahn.

Er würdigte besonders ihren Einsatz in der Sachverständigenkommission für Kriminalprävention der Hessischen Landesregierung: „Als stellvertretende Vorsitzende des Landespräventionsrates hat sie sich in den vergangenen Jahren besonders in den Arbeitsgruppen ‚Prävention für ältere Menschen‘ und ‚Vernachlässigung von Kindern‘ eingesetzt, deren Vorsitz sie bis 2011 innehatte.“ Er verwies darauf, dass auf Grundlage der außerordentlich guten Ergebnisse, die diese letztgenannte Arbeitsgruppe mit ihrem großen Einsatz erzielte, die Hessische Landesregierung im April 2012 den „Aktionsplan des Landes Hessen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt in Institutionen“ beschlossen hatte.

„Aufgrund ihres eindrucksvollen, nationalen und internationalen Renommees im Bereich Kinderrechte und Kinderschutz wird Frau Zenz auf Landes- und Bundesebene als Politikberaterin geschätzt“, sagte Hahn weiter in seiner Ansprache. „So war sie als Beraterin und Gutachterin bei Gesetzgebungsvorhaben im Bereich Betreuungs- und Kindschaftsrecht sowie familiengerichtlicher Rechtsschutz über mehrere Jahre, zuletzt 2008, für das Bundesjustizministerium tätig. 2011 wurde sie auch vom Plenum des Hessischen Landtages als Sachverständige zur Thematik Kinderschutz angehört.“

Gisela Zenz wurde 1938 in Magdeburg geboren. Sie studierte Rechtswissenschaften und Psychologie und absolvierte anschließend eine Ausbildung zur Psychoanalytikerin. Von 1981 bis 2004 lehrte und forschte sie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Daneben war sie seit dem Abschluss ihrer psychoanalytischen Ausbildung (1983) kontinuierlich in der psychotherapeutischen Praxis tätig. Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie der Universität tief verbunden und war aktiv in leitender Position am Aufbau des dortigen Projekts „Forum Alterswissenschaft und Alterspolitik“ beteiligt: Ziel des Forums ist es, die bestehenden vielfältigen Forschungen im Bereich Alternswissenschaften zu bündeln, um den Austausch zu fördern und die Vermittlung der Forschungsergebnisse in der Lehre und an die breite Öffentlichkeit zu vermitteln. Noch heute ist Gisela Zenz mit herausragendem Engagement in der Leitungsebene des Projekts tätig.

„Frau Zenz ist immer noch unermüdlich und merklich mit persönlicher Leidenschaft für den Schutz der Schwachen im Einsatz. Ihre interdisziplinäre Sichtweise vermittelt sie weiterhin im Rahmen von Fortbildungen und Beratungen für Familienrichter und -berater, Mitarbeiter in Jugendämtern und Altersheimen sowie Anwälte und Psychologen. Zuletzt konnte ich im April dieses Jahres selbst erleben, welch tiefes und breit gefächertes Wissen sie in diesem Bereich hat und wie groß ihr persönliches Engagement ist, als sie auf meine Einladung im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Wiesbadener Diskurse‘ an einer Podiumsdiskussion zum Thema Schutz und Rechte alter und pflegebedürftiger Menschen im Justizministerium teilnahm“, so Justizminister Jörg-Uwe Hahn.

Gisela Zenz ist seit über 40 Jahren Mitglied des Deutschen Juristentages e.V. und war dort in vielfältigen Positionen, zum Beispiel als Gutachterin, Referentin und Schriftführerin in verschiedenen Fachabteilungen aktiv. Seit 1988 ist sie Mitglied im Betreungsgerichtstag e.V. und hat durch zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen zum Wohle der betreuten Menschen gewirkt. Nach wie vor ist sie als Referentin auf familienrechtlichem Gebiet für den Deutschen Juristentag und den Betreuungsgerichtstag aktiv.

Gisela Zenz wurde 1996 bereits mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. „Ich freue mich, dass ich ihr unermüdliches und beispielgebendes Wirken nun auch durch die Verleihung des Verdienstkreuzes Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland würdigen darf“, so der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn abschließend.

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Pressesprecher: 
Dr. Hans Liedel