Startseite » Presse » Pressemitteilungen » „Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit brauchen selbstbewusste Vertreter“
Jahrgangsbeste im Justizministerium geehrt

„Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit brauchen selbstbewusste Vertreter“

15.05.2017Hessisches Ministerium der Justiz

Traditionell findet im Hessischen Justizministerium die Ehrung der erfolgreichsten Kandidaten der beiden juristischen Examen eines Jahrgangs statt. Um die Befähigung zum Richteramt zu erlangen, müssen Kandidatinnen und Kandidaten in Deutschland zwei Staatsexamen bestehen.

bestenehrung_gruppenbild.jpg

Gruppenbild mit Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (erste Reihe Mitte) und den geehrten Jahrgangsbesten
Gruppenbild mit Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (erste Reihe Mitte) und den geehrten Jahrgangsbesten
© HMdJ

Hessenweit sind im letzten Jahr in beiden Staatsexamen insgesamt 1.613 Kandidatinnen und Kandidaten angetreten. 923 in der Ersten Juristischen Staatsprüfung und 690 Kandidatinnen und Kandidaten im 2. Staatsexamen.

Nur zwischen einem und fünf Prozent der Prüflinge erreichen die Note „gut“ oder „sehr gut“. Im Prüfungsjahr 2016 waren es 43 Kandidatinnen und Kandidaten in der Ersten Juristischen Staatsprüfung (4,6 Prozent), im 2. Staatsexamen erreichten acht Kandidatinnen und Kandidaten diese Noten (1,2 Prozent). Ein Großteil der besten Kandidatinnen und Kandidaten folgten heute der Einladung von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann in das Hessische Ministerium der Justiz.

Die anspruchsvollsten und schwierigsten Prüfungen unseres Bildungssystems

In ihrem Grußwort an die Jahrgangsbesten ging die Justizministerin auf die Bedeutung der juristischen Ausbildung ein: „Die staatlichen juristischen Prüfungen gehören zu den anspruchsvollsten und schwierigsten Prüfungen unseres Bildungssystems. In kaum einem anderen Studiengang entscheidet die Abschlussnote so intensiv über den weiteren beruflichen Werdegang. Ob 1. oder 2. Staatsexamen: Wer einmal dieses Prüfungsverfahren erfolgreich absolviert hat, kann stolz auf sich sein und hat das Rüstzeug für einen beruflichen Werdegang in der Wirtschaft, Wissenschaft oder in der Justiz. Sie alle haben Bestnoten in Ihren Prüfungen erreicht. Dazu gehören enorm viel Fleiß, Engagement und Durchhaltevermögen. Ich gratuliere Ihnen deshalb zu diesen hervorragenden Ergebnissen.“

„Insbesondere nach dem 2. Staatsexamen stellt sich für viele Kandidatinnen und Kandidaten die Frage, welchen weiteren Lebensweg man einschlägt. Ob als Anwältin oder Anwalt in einer großen und hochspezialisierten Kanzlei, in der Wissenschaft oder auch in der hessischen Justiz. Viele von Ihnen werden dem Justizstandort Hessen und insbesondere Frankfurt am Main treu bleiben und ihn so auf unterschiedliche Weise verstärken und bereichern. Damit treffen Sie eine gute Entscheidung“, so Kühne-Hörmann, die in ihrer Rede auch für die richterlichen und staatsanwaltlichen Berufe warb: „Die Justiz braucht hervorragenden Nachwuchs. In der Justiz zu arbeiten bedeutet, sich in innerer und äußerer Unabhängigkeit für das Recht einzusetzen. Bewerben Sie sich für eine Tätigkeit in der Justiz, denn unser Rechtsstaat braucht starke und selbstbewusste Vertreter.“

Die Justiz von morgen gestalten und mitbestimmen

Die Justizministerin nutzte ihr Grußwort auch, um aktuelle rechtspolitische Themen anzusprechen. „Sehr geehrte Damen und Herren, einige von Ihnen stehen jetzt am Anfang ihres juristischen Berufslebens. Sie werden die Justiz von morgen gestalten und mitbestimmen, Sie werden aber auch schnell erfahren, dass die Justiz ständigen Veränderungen unterliegt. Ein Federstrich des Gesetzgebers kann ganze Bibliotheken füllen oder auch überflüssig machen. Aktuell wird über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union verhandelt. In weniger als zwei Jahren wird dies auch Auswirkungen auf die deutsche Justiz haben. Denn mit dem Austritt aus der Europäischen Union tritt das Vereinigte Königreich auch aus dem Raum der Freiheit und Sicherheit, dem justiziellen Vermächtnis jahrzehntelanger europäischer Rechtspolitik, aus. Diese Folge des Brexit ist eine pragmatische Herausforderung, aber auch eine große Chance für den Justizstanddort Deutschland. Eine starke Justiz ist ein echter Standortvorteil für viele Unternehmen. Der Vorteil, seine Streitigkeiten nach dem Brexit etwa in Frankfurt am Main auszutragen, liegt vor allem in der leichteren Vollstreckbarkeit gerichtlicher Entscheidungen in den Hoheitsgebieten aller 27 Mitgliedsstaaten. Frankfurt am Main könnte daher das Tor zum Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts für die internationale Wirtschaft werden“, so die Justizministerin, die fortfuhr: „Und egal, an welcher Stelle Sie sich beruflich einbringen werden, wenn Sie am Justizstandort Frankfurt am Main Ihre Arbeit aufnehmen, werden Sie an einem europäischen Hotspot der Justiz und Rechtspolitik tätig sein.“

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr René Brosius
Hessisches Ministerium der Justiz
+49 611 32 26 95
+49 611 32 26 91
pressestelle@hmdj.hessen.de