Haus des Jugendrechts für Kassel – Erfolgsmodell macht weiter Schule | Hessisches Ministerium der Justiz
Zusammenarbeit ist der Schlüssel für gute Kriminalitätsbekämpfung

Haus des Jugendrechts für Kassel – Erfolgsmodell macht weiter Schule

04.05.2018Hessisches Ministerium der Justiz

„Das Erfolgsmodell der Häuser des Jugendrechts macht weiter Schule. Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, in Kassel die Grundlagen für das insgesamt achte Haus des Jugendrechts in Hessen zu legen“, sagten die hessische Justizministerin, Eva Kühne-Hörmann, die Jugenddezernentin der Stadt Kassel, Anne Janz, der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Streiff sowie der Polizeipräsident von Nordhessen, Konrad Stelzenbach, anlässlich der offiziellen Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Haus des Jugendrechts Kassel
Bild 1 von 3
Unterzeichnung der Absichtserklärung
© HMdJ

„Die Gespräche zwischen allen Beteiligten laufen bereits eine ganze Weile. In intensiver und konstruktiver Zusammenarbeit sind wir soweit, dass wir uns auf wesentliche Punkte geeinigt haben Ich freue mich deshalb besonders, dass wir heute ganz offiziell den Startschuss für das Haus des Jugendrechts in Kassel geben können. Dabei ist es allen Beteiligten wichtig, dass die guten Erfahrungen aus Wiesbaden und Frankfurt am Main auch in das Kasseler Projekt einfließen sollen. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Sicherheit in Kassel zu verbessern. Die Häuser des Jugendrechts haben sich dabei bewährt, denn sie setzen sehr früh an und tragen so dazu bei, kriminelle Karrieren gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Häuser des Jugendrechts sind deshalb Investitionen in die Sicherheit“, so die Justizministerin.

Auch Kassels Jugenddezernentin, Anne Janz, hob die Bedeutung eines Hauses des Jugendrechts für Kassel hervor. „Die Erfahrungen in anderen Städten haben gezeigt, dass die Häuser des Jugendrechts präventiv wirken können. Es ist wichtig, dass es kurze Dienstwege zwischen den Behörden gibt und für Jugendliche durch schnellere Verfahren ein klarer Zusammenhang zwischen Tat und gesellschaftlicher Reaktion besteht. Wir hatten hier bisher vor Ort schon eine sehr gute Zusammenarbeit, die wir im Haus des Jugendrechts noch weiter ausbauen können. Das erhöht die erzieherische Wirkung auf die Heranwachsenden. Wichtig ist, dass die Jugendämter über den Allgemeinen Sozialen Dienst und die Jugendgerichtshilfe auch in den Häusern des Jugendrechts die besonderen Belange der Heranwachsenden vertreten können“, so die Dezernentin.

„Aus den Erfahrungen anderer Polizeipräsidien wissen wir, dass das Haus des Jugendrechts – gerade auch wegen der engagierten Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen – ein effektives Mittel ist, um Jugenddelinquenz erfolgreich zu bekämpfen. Ich freue mich deshalb, dass nun nach den Planungen in Hanau auch die Vorbereitungen für ein Haus des Jugendrechts in Kassel voranschreiten. Kassel ist eine sichere Stadt und so soll es auch langfristig bleiben. Das Haus des Jugendrechts wird die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger weiter verbessern und vor allem die Schnelligkeit in der Bearbeitung zwischen den beteiligen Behörden erhöhen“, so Polizeipräsident Konrad Stelzenbach.

„Ich freue mich sehr, dass wir nun auch in Kassel ein Haus des Jugendrechts gemeinsam mit Stadt und Polizei anstreben. Die noch engere Verzahnung der beteiligten Institutionen und die damit einhergehende Beschleunigung der Verfahrensabläufe ermöglicht eine zeitnahe erzieherische Einwirkung auf straffällige Jugendliche und Heranwachsende. Gezielte, den Straftaten unmittelbar nachfolgende Interventionen, wie beispielsweise ein Anti-Aggressions-Training, erhöhen die Chance, ein weiteres Abdriften in die Kriminalität zu verhindern“, betonte der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Streiff.

„Gerade bei sehr jungen Straftätern können schon wenige Monate ausreichen, um kriminelle Karrieren zu festigen. Dem wollen wir durch ein intensives Eingehen auf die Täter, gute Informationsarbeit zwischen den unterschiedlichen Trägern und schnellen Entscheidungen entgegenwirken. Denn oftmals ist es nicht die Strafe selbst, sondern der Umstand, dass die gesellschaftliche Reaktion auf dem Fuße folgt, der junge Menschen zum Umdenken bewegt“, so Hessens Justizministerin, die die Gelegenheit nutzte, ein weiteres Projekt anzukündigen. „In Frankfurt am Main haben wir ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, welches einen maßgeschneiderten sozialen Trainingskurs ‚Schule des Respekts‘ anbietet. Dieser richtet sich als erzieherische Maßnahme im Jugendstrafverfahren insbesondere an Jugendliche und Heranwachsende, die durch Gewalt- und Ehrverletzungsdelikte oder Straftaten gegen die persönliche Freiheit im Zusammenhang mit einem fragwürdigen Ehrbegriff aufgefallen sind. Mit diesen Trainingskursen wollen wir jungen Straftätern eine klare Ansage machen, die aufrüttelt und zum Umdenken anregt“, so Kühne-Hörmann.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr René Brosius
Hessisches Ministerium der Justiz
+49 611 32 26 95
+49 611 32 26 91
pressestelle@hmdj.hessen.de
Schließen