Amtswechsel in Bad Vilbel

Ingrid Richter neue Präsidentin der IT-Stelle der hessischen Justiz

11.05.2017Hessisches Ministerium der Justiz

In einer Feierstunde führte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann heute die neue Präsidentin der IT-Stelle der hessischen Justiz, Ingrid Richter, offiziell in ihr Amt ein.

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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (links) mit Ingrid Richter, Präsidentin der IT-Stelle der hessischen Justiz
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (links) mit Ingrid Richter, Präsidentin der IT-Stelle der hessischen Justiz
© HMdJ

In diesem Amt folgt sie Manfred Beck, der im letzten Jahr an die Spitze des Landgerichts Limburg a.d. Lahn wechselte.

„Die IT-Stelle ist verantwortlich für den Betrieb und die Neu- und Weiterentwicklungen von IT-Fachanwendungen sowie für die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der hessischen Justiz. Damit ist sie die Schnittstelle zwischen technischer Innovation und praktischer Anwendung. Eine Daueraufgabe in der Justiz wie in der gesamten öffentlichen Verwaltung“, so die Justizministerin zu Beginn ihres Grußwortes.

„Viele Arbeitsschritte sind bereits in einem hohen Maße digitalisiert. Weitere Schritte werden mit der elektronischen Akte und anderen Innovationen hinzukommen. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk nicht nur auf der Steigerung der Effizienz staatlichen Handelns, sondern vor allem auch auf der Sicherung der Qualität. Indem ganze Abläufe zentral organisiert werden, können wir eine gleichbleibend hohe Qualität in vielen Bereichen der Justiz sicherstellen. Aber: Keine neue Technik kommt ohne gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Deshalb gehört zu jedem Innovationsschritt auch eine Fortbildungsstrategie der IT-Stelle“, so Kühne-Hörmann.

Hervorragende Pionierarbeit geleistet

„Sehr geehrter Herr Beck, Sie haben hervorragende Arbeit als Präsident der IT-Stelle der hessischen Justiz geleistet. Die schrittweise Umstellung der Justiz auf den elektronischen Rechtsverkehr ist eine der herausforderndsten Aufgaben, die die Justiz zu vergeben hat. Diese Aufgabe haben Sie über Jahre mit großem persönlichem Engagement und Einsatz ausgefüllt. Sie haben hervorragende Pionierarbeit im Bereich E-Justice geleistet. Dafür danke ich Ihnen und weiß, dass Sie Ihre neue Aufgabe als Präsident des Landgerichts Limburg a.d. Lahn längst mit ebenso viel Herz und Elan angegangen sind“, so Kühne-Hörmann. 

Vielseitigkeit und Innovationskraft

An die neue Präsidentin der IT-Stelle gerichtet: „Sehr geehrte Frau Richter, wer die IT-Stelle der hessischen Justiz führt, braucht Vielseitigkeit und Innovationskraft. Sie bringen beides mit, denn Sie haben schon an vielen Stellen der Justiz hervorragende Arbeit geleistet. Sie kommen aus der Justiz und haben bei der Staatsanwaltschaft ebenso gewirkt wie bei der Generalstaatsanwaltschaft und im hessischen Justizministerium. Sie kennen die Anwenderseite und das wird dabei helfen, neue Verfahren und Programme reibungslos und effizient in den Ablauf der Justiz zu integrieren“, so Kühne-Hörmann.

„Die Justiz durchläuft permanente Veränderungs- und Anpassungsprozesse, bei denen echte Managementfähigkeiten, Verwaltungserfahrung und Übersicht gefragt sind. Sachverhalte werden internationaler, komplexer und vielschichtiger und mit ihnen auch die Ansprüche an die Anwenderfreundlichkeit von Fachanwendungen. Hinter der Bedienfreundlichkeit einer Software stecken aber oft langwierige Abstimmungsarbeiten mit den Partnern in den Ländern und im Bund, und hinter so manchen kleinen Innovationsschritten stehen große technische Lösungen. Um diese Lösungen immer wieder von neuem zu finden, braucht man vor allem auch Motivationskraft. Sehr geehrte Frau Richter, für Ihre neue Aufgabe wünsche ich Ihnen genau diese Motivationskraft und Freude daran, die Justiz immer wieder von vorne für technische Neuerungen zu begeistern. Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Erfolg und weiterhin ein gutes Gelingen Ihrer Aufgaben“, so die Justizministerin Eva Kühne-Hörmann.

Hintergrundinformation

Die IT-Stelle der hessischen Justiz mit Hauptsitz in Bad Vilbel ist mit allen Angelegenheiten der Gerichte, Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsanstalten in Hessen befasst, die mit dem IT-Betrieb zusammenhängen. Sie hat am 1. Januar 2012 ihren Betrieb aufgenommen und war aus der vormaligen „Gemeinsamen IT-Stelle“ hervorgegangen, die bis Ende 2011 aufgrund Verwaltungsvereinbarungen zwischen den Gerichtsbarkeiten, den Staatsanwaltschaften und dem Justizvollzug tätig war. Die IT-Stelle ist in allen IT-Bereichen der Justiz zentral zuständig, unter anderem für die Fach-Software, die Ausstattung mit Hardware oder für Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen.

Daneben ist sie mit der „GÜL“, der Gemeinsamen elektronischen Überwachungsstelle der Länder, die im Auftrag aller 16 Bundesländer Straftäter mittels eines GPS-gestützten Systems (Elektronische Aufenthaltsüberwachung, EAÜ) überwacht, für die bundesweite Überwachung von Straftätern mit der sogenannten „Elektronischen Fußfessel“ zuständig. Hier werden im Auftrag aller Bundesländer Straftäter überwacht, die wegen einer Sexual- oder Gewaltstraftat eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren vollständig verbüßt haben und bei denen die Strafvollstreckungskammer als Weisung im Rahmen der Führungsaufsicht das Tragen einer elektronischen Fußfessel angeordnet hat.

Biographien

Ingrid Richter wurde am 19. April 1966 in Regensburg geboren. Nach dem Abitur begann sie 1985 mit dem Studium der Rechtswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1991 legte sie  Ihre erste juristische Staatsprüfung ab. Ihren juristischen Vorbereitungsdienst begann sie 1992 im Landgerichtsbezirk Frankfurt am Main. Ihre zweite juristische Staatsprüfung legte Sie 1995 ab.

Im Juli 1995 wurde sie zur Richterin auf Probe bei der Staatsanwaltschaft Görlitz berufen. Ab Januar 1997 war sie beim Amtsgericht Weißwasser und ab Januar 1998 mit 1/20 beim Amtsgericht Görlitz tätig. Am 3. Juli 1998 wurde Ingrid Richter zur Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Görlitz ernannt. Am 1. November 2000 erfolgte die Abordnung nach Hessen. Zunächst an die Staatsanwaltschaft Limburg a.d. Lahn - Zweigstelle Wetzlar - und an die Staatsanwaltschaft Gießen. Im September 2001 erfolgte die Versetzung an die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Abordnung an die Staatsanwaltschaft Limburg a.d. Lahn. Die Versetzung nach Limburg erfolgte im Dezember 2002.

Von März 2003 bis Dezember 2005 und von August 2006 bis Juni 2007 war Ingrid Richter an die Generalstaatsanwaltschaft und im Dezember 2005 bis Juni 2006 an die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main abgeordnet. Im Januar 2012 erfolgte zunächst die Abordnung zu 80 Prozent an die IT-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel, im Februar 2012 dann an das hessische Ministerium der Justiz. Dort wurde sie zur stellvertretenden Leiterin der Abteilung I „Informationstechnik und Modernisierung, Justizcontrolling, Organisation und Liegenschaften“ bestellt.

Mit Wirkung vom 17. Oktober 2016 wurde sie zur Präsidentin der IT-Stelle der hessischen Justiz in Bad Vilbel ernannt.

Manfred Beck wurde am 5. Februar 1960 in Marburg geboren. Nach seinem Abitur begann er 1978 das Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.

Im Jahre 1986 legte er sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Seinen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Frankfurt am Main begann er im Mai 1986. Sein zweites juristisches Staatsexamen absolvierte er im April 1989. Am 5. Februar 1990 wurde Manfred Beck zum Richter auf Probe mit Dienstleistungsaufträgen am Landgericht Marburg und Amtsgericht Frankfurt am Main ernannt. Im Jahre 1993 erfolgte die Ernennung zum Richter am Amtsgericht im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit bei dem Amtsgericht Frankfurt am Main.

Zum 1. Juni 1997 wurde er als Referent für Informationstechnik an das Bundesministerium der Justiz in Bonn abgeordnet. In der Zeit vom 24. Oktober 1999 bis 30. April 2004 folgte eine weitere Abordnung an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Mit Wirkung vom 1. Mai 2004 wurde Manfred Beck zum Richter am Oberlandesgericht ernannt, bei welchem er zunächst als Leiter des ADV (automatisierte Datenverarbeitung) und später als Leiter der Gemeinsamen IT-Stelle der hessischen Justiz (GIT) tätig war.

In der Zeit vom 1. Februar 2011 bis 30. Juni 2012 folgte die Abordnung an das Hessische Ministerium der Justiz, wo er ab Januar 2012 als kommissarischer Leiter die IT-Aufgaben der  neu hervorgegangenen IT-Stelle der hessischen Justiz wahrnahm. Am 16. Februar 2012 beging Manfred Beck sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Zum 29. Juni 2012 wurde er zum Präsidenten der IT-Stelle der hessischen Justiz ernannt; zum 1. November 2013 erfolgte die Übertragung des Amtes auf Lebenszeit.

Die Berufung zum Präsidenten des Landgerichts Limburg a.d. Lahn erfolgt mit Wirkung vom 20. April 2016.

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