Zuwanderungspolitik

Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn informiert sich über kanadische Zuwanderungspolitik

Der Hessische Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident, Jörg-Uwe Hahn, traf am Dienstag mit dem Gesandten der Kanadischen Botschaft, Eric Walsh, sowie dem Konsul des Kanadischen Konsulats in Düsseldorf, Leslie Reissner, in Wiesbaden zu einem Gespräch zusammen. Im Mittelpunkt standen dabei auch die zuwanderungspolitischen Erfahrungen, die Kanada mit dem so genannten „Punktemodell“ zur gesteuerten Zuwanderung von Fachkräften gemacht hat.

„Der deutschen Wirtschaft drohen große Nachteile durch den Fachkräftemangel“, betonte der stellvertretende Ministerpräsident. „Bereits im nächsten Jahr (2014) droht allein in Hessen ein Defizit von 48.000 Beschäftigten mit Hochschulausbildung und von 30.000 Beschäftigten mit einer Berufsausbildung.“ Es bestehe dringender Handlungsbedarf. „Ich setze mich daher bereits seit längerem für die Einführung eines Punktesystems nach kanadischem Vorbild ein, das Bildungsabschluss, Berufsqualifikation, Berufserfahrung und Sprache bewertet und sich am Bedarf auf dem Arbeitsmarkt orientiert“, so Hahn. 

Gemessen an der Bevölkerung hat Kanada die höchste Einwanderungsrate unter den Flächenstaaten der Welt. Die meisten Zuwanderer kommen aus China und Indien. Kanada hat bereits 1967 ein Punktesystem eingeführt.

Die Kriterien wurden jüngst aufgrund aktueller Forschungen in ihrer Gewichtung neu gestaltet. „Es hat sich gezeigt, dass den Kriterien Sprachkenntnisse und Alter wesentlicher Einfluss auf die Chancen auf dem kanadischen Arbeitsmarkt zukommen“, so Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn. „Aus diesen Erfahrungen der Kanadier können wir viel lernen. Die dort gewonnen Ergebnisse gilt es nun, im Einzelnen und im Hinblick auf ihre Vergleichbarkeit mit der Situation in Deutschland auszuwerten.“

Das Land Hessen unterhält seit vielen Jahren enge partnerschaftliche Beziehungen zu Kanada. Fünf Universitäten und zwei Fachhochschulen unterhalten insgesamt 23 Partnerschaften zu entsprechenden Einrichtungen in Kanada. Darüber hinaus besteht seit mehreren Jahrzehnten ein deutsch-kanadischer Schüleraustausch; allein im Jahr 2013 beteiligen sich 13 hessische und kanadische Familien an dem Programm.

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