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Pilotprojekt

Justiz entwickelt digitalen Servicepoint für mehr Bürgerfreundlichkeit

21.08.2017Hessisches Ministerium der Justiz

Nur eine Justiz, die für die Menschen wahrnehmbar und erreichbar ist, schafft die Akzeptanz für die Arbeit und die daraus folgenden Entscheidungen der Justiz.

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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann am Schreibtisch
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann
© HMdJ

Lange Tradition in Hessen

„Mit seinen knapp 100 Standorten ist die hessische Justiz stark im ländlichen Raum präsent. Neben den großen Gerichtsstandorten wie Frankfurt am Main, Wiesbaden oder Kassel gibt es auch eine ganze Reihe von kleineren Amtsgerichten, die den Rechtsstaat in ländlichen Gebieten lebendig halten, etwa in Korbach, Fritzlar, Melsungen, Schwalmstadt oder Eschwege. Die Justiz in der Fläche hat eine lange Geschichte in Hessen und oft sind es die Gerichte vor Ort, die den Standortkommunen eine überregionale Bedeutung geben. Bereits im Jahr 1867, also vor 150 Jahren, wurden in Teilen des heutigen Hessens Amtsgerichte als erstinstanzliche Gerichte bestimmt. Justiz in der Fläche hat somit eine lange Tradition in Hessen“, so Eva Kühne-Hörmann.

Flexibilität und Erreichbarkeit

„Heute wie damals war und ist es wichtig, dass der Rechtsstaat in der Fläche präsent ist. Nur eine Justiz, die für die Menschen wahrnehmbar und erreichbar ist, schafft die Akzeptanz für die Arbeit und die daraus folgenden Entscheidungen der Justiz. Die Demografie und die Konzentration auf städtische Ballungszentren sind heute die strukturellen Herausforderungen an eine starke Justiz in der Fläche. Mit der Veränderung der Arbeitswelt geht aber auch eine Veränderung der Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an die öffentliche Verwaltung einher. Denn flexible Arbeitszeiten, hohe Mobilität und die elektronische Kommunikation sind längst Teil der Lebenswirklichkeit der Menschen geworden, und so erwarten sie diese Flexibilität und Erreichbarkeit auch von der öffentlichen Verwaltung, mithin von der Justiz“, so Eva Kühne-Hörmann weiter.

Digitaler Servicepoint

„Ob Erbschein, Registersachen, Familiensachen oder notarielle Eintragungen: Viele Menschen haben nur selten mit der Justiz zu tun und benötigen deshalb kompetente Ansprechpartner seitens der Justiz, die ihnen zum Beispiel dabei helfen, die richtigen Ansprechpartner innerhalb der Justiz zu finden. Um dabei eine bessere Unterstützung zu gewährleisten, wird die hessische Justiz im nächsten Jahr in einem Pilotprojekt einen sogenannten ‚Digitalen Servicepoint‘ einrichten, an den sich die Menschen auch außerhalb der üblichen Sprechzeiten telefonisch und auf modernen Kommunikationswegen an die Gerichte wenden können“, so die Justizministerin, die fortfuhr: „Dahinter steht die Idee, dass sich Bürgerinnen und Bürger über moderne Kommunikationswege von jedem Ort in Hessen an die Justiz wenden können und von einer versierten Person direkt und schnell Hilfe erhalten sollen. Mit dem digitalen Servicepoint soll die Justiz wahrnehmbarer und damit noch bürgerfreundlicher werden als bisher“, erläuterte die Ministerin weiter.

„Ausgangspunkt dieses Konzeptes waren die guten Erfahrungen an den bereits bestehenden Servicetheken in den größeren Gerichten. Auch dort können sich Menschen hinwenden, wenn sie ähnliche Fragen haben. Mit dem digitalen Servicepoint soll nun erreicht werden, dass Fragen am Telefon oder auch via E-Mail und anderen Kommunikationskanälen geklärt werden können, ohne dass dabei die Grenze zu den rechtsberatenden Berufen überschritten wird. Dabei werden wir uns insbesondere an den Erfahrungen mit den einheitlichen Rufnummern 115 orientieren“, so Eva Kühne-Hörmann.

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