Im Vorfeld des Hessentages 2018

Justizministerin besucht das Amtsgericht Korbach

25.05.2018Hessisches Ministerium der Justiz

Eva Kühne-Hörmann: „Rechtliche Betreuung – eine besondere Verantwortung“

„Rechtliche Betreuung – eine besondere Verantwortung“
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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat im Vorfeld des Hessentages 2018 das Amtsgericht in Korbach besucht.
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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann besuchte heute im Vorfeld des Hessentages 2018 das Amtsgericht in Korbach. Sie betonte hierbei, wie wichtig das Betreuungsrecht, welches unter anderem auch am Amtsgericht Korbach bearbeitet wird, für die Bürgerinnen und Bürger ist. „Wenn ein Erwachsener infolge von Krankheit oder Behinderung seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann, kann für ihn durch das Gericht eine Betreuerin bzw. ein Betreuer bestellt werden“, erklärte die Justizministerin.

„Durch einen Unfall, eine Krankheit oder fortschreitendes Alter kann jeder von uns in die Situation kommen, in der er seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann und auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Daher ist es wichtig, dass wir uns schon heute mit dieser Frage befassen, solange wir gesund sind und mitten im Leben stehen. Denn nur dann haben wir die Chance, selbst zu bestimmen, was passieren soll, wenn wir alters- oder krankheitsbedingt persönlich nicht mehr dazu in der Lage sind“, sagte Eva Kühne-Hörmann, die fortfuhr: „Die Justiz trägt auf dem Gebiet des Betreuungsrechts eine besondere Verantwortung. Die Bestellung oder Entlassung eines rechtlichen Betreuers liegt in der Hand der Richterinnen und Richter bei den Amtsgerichten vor Ort. Auch die Führung der Betreuung wird von den Gerichten beaufsichtigt“.

Sie wies ausdrücklich darauf hin, dass ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer unerlässlich sind, um eine rechtliche Betreuung zu gewährleisten. „Wir treten dafür ein, dass sich künftig verstärkt Menschen dazu bereit erklären, Betreuungen ehrenamtlich zu führen. Denn es ist zunehmend nicht mehr selbstverständlich, dass Betreuungen innerhalb des engeren Familienkreises übernommen werden können. Die eigenen Kinder leben heute oft aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen nicht mehr in unmittelbarer Nähe zu den Eltern. Aufgrund der teils großen Entfernungen besteht dann nicht die Möglichkeit, die Betreuung für pflegebedürftige Angehörige zu übernehmen. Hier kann ehrenamtliches Engagement eine wichtige Lücke schließen. Deshalb wollen wir Menschen dazu motivieren, sich für die Belange Hilfebedürftiger, die nicht im Familienverband versorgt werden können, ehrenamtlich einzusetzen“, so die Justizministerin.

In Hessen gab es im Jahr 2017 insgesamt 80.547 Verfahren, in denen eine rechtliche Betreuung bestand, davon 1.709 Verfahren im Amtsgerichtsbezirk Korbach. Im letzten Jahr gab es landesweit insgesamt 6.782 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer, was 152 weniger sind als noch im Jahr 2016. Im Amtsgerichtsbezirk Korbach waren 176 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer tätig und damit 18 weniger als im Jahr zuvor.

„Umso mehr freue ich mich, wenn ich gemeinsam mit dem Direktor des Amtsgerichts Korbach, Herrn Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling, im Rahmen des diesjährigen Hessentages hier in Korbach auf der Veranstaltung ‚Betreuung betrifft! - Tag der ehrenamtlichen Betreuung‘ darüber sprechen darf, wie rechtliche Betreuung funktioniert und welche Einflussmöglichkeiten es bereits heute gibt, wenn der ‚Fall der Fälle‘ eintreten sollte“, so Justizministerin Eva Kühne-Hörmann abschließend.

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