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Kunstprojekt der Justizvollzugsanstalt Rockenberg

Justizministerin: „Gemeinsame Kunstgestaltung fördert Resozialisierung“

02.11.2017Hessisches Ministerium der Justiz

Der „Eingeengte“, der „Sportler“, der „Tänzer“, der „Stützende“ und der „Blick nach draußen“ – das sind die fünf neu gestalteten Mosaikfiguren an der Außenmauer der Justizvollzuganstalt Rockenberg, die Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann heute eingeweiht hat.

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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (4. von rechts) bei der Einweihung der Kunstprojekte in der JVA Rockenberg
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (4. von rechts) bei der Einweihung der Kunstprojekte in der JVA Rockenberg
© HMdJ

„Hier ist mehr als ‚Kunst am Bau‘, hier ist ein bemerkenswertes Gemeinschaftsprojekt entstanden“, so Eva Kühne-Hörmann.

Die bunten Figuren sind Ergebnis eines Projekts mit jugendlichen Strafgefangenen. Sie haben in verschiedenen Werkstätten und Bildungsgängen während ihres Jugendstrafvollzugs mit Unterstützung der Bildhauerin Regina Planz, von der die ursprünglichen Entwürfe stammen, und des Kunstpädagogen der Anstalt Norbert Cloß, die Umsetzung geplant und dann in monatelanger Arbeit die Mosaikfiguren geschaffen. Im Außenbereich arbeiteten nur inhaftierte Jugendliche, denen vollzugslockernde Maßnahmen zu Gute kamen. Die Justizministerin: „Die Namen der fünf Figuren sind zugleich Ausdruck der unterschiedlichen Empfindungen der Jugendlichen während ihrer Zeit hinter Gittern. Dies zeigt, wie sehr die Gefangenen während der Arbeit an dem Projekt mit ihrer eigenen Situation konfrontiert waren, wie sehr sie sich aber gerade deshalb mit dem Kunstprojekt identifizieren können“.

Kunstgestaltung fördert Resozialisierung

Anstaltsleiter Klaus Ernst rief das Kunstprojekt 2014 im Zuge einer Ausschreibung zur Förderung der Künstlerischen Ausgestaltung landeseigener Dienstgebäude ins Leben. Nach Bewilligung durch den Kunstbeirat Hessen waren seit 2016 insgesamt rund 50 junge Gefangene an der Entwicklung und Gestaltung dieser Figuren beteiligt. Sie haben als Maurer, Gipser, Elektriker – und als Künstler – ihre Fähigkeiten eingebracht. „Die Erfahrung, mit Geduld und Beharrlichkeit unter den Bedingungen des Jugendstrafvollzugs eine solche Gemeinschaftsleistung zu schaffen, wird den Jugendlichen erhalten bleiben. Das Ergebnis an der Pforte der Anstalt ist zugleich eine positive Kommunikation an die Außenwelt, die Besucher und Gefangene von nun an zur Begrüßung und zum Abschied sehen werden“, so Eva Kühne-Hörmann.

Das Kunstprojekt ist nach Beschluss des Kunstbeirates Hessen mit Mitteln des Sonderbaufonds in Höhe von 16.000,- Euro gefördert. „Ich bin dankbar für dieses Projekt, denn es zeigt den jungen Menschen, dass man mit Einsatz und Durchhaltewillen etwas schaffen kann. Die Erkenntnis, gemeinsam einen Erfolg zu erreichen, hilft den Jugendlichen bei einem Neuanfang in ein Leben ohne neue Straftaten. Und das ist es auch, was wir mit solchen Projekten fördern wollen: Den Ausstieg aus einer Spirale der Kriminalität und ein Zurückfinden in die Gesellschaft. Dafür danke ich den Beteiligten Künstlern, Bediensteten und allen anderen Förderern des Projekts ausdrücklich“, so Eva Kühne-Hörmann.

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