Gegen Jugendkriminalität

Kriminalpädagogisches Jugendprojekt „Teen Court“

08.08.2018Hessisches Ministerium der Justiz

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann: „Das ‚Schülergericht‘ ist ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung der Jugendkriminalität.“

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Justizministerin Eva Kühne-Hörmann im Gespräch mit Schülerrichtern
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann im Gespräch mit Schülerrichtern und Projektleiter Helmut Kohlmann.
© HMdJ

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann besuchte heute das kriminalpädagogische Projekt „Teen Court“ in Bensheim. Das im Jahr 2005 bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden begonnene und Ende 2008 auf den Landgerichtsbezirk Limburg a. d. Lahn ausgedehnte kriminalpädagogische Jugendprojekt ist seit dem Jahr 2017 auch bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt etabliert und wurde heute an der Heinrich Metzendorf Schule in Bensheim vorgestellt.

Jugendkriminalität bekämpfen

„Die ‚Teen Courts‘ reihen sich in unsere Anstrengungen ein, die Jugendkriminalität zu bekämpfen. Neben Initiativen für weitere Häuser des Jugendrechts in Frankfurt am Main, Offenbach, Kassel und Hanau haben wir in den letzten Jahren auch das Projekt ‚Schule des Respekts‘ aufgelegt. Ziel aller Projekte ist es, kriminelle Karrieren im Keim zu ersticken. Gerade bei jugendlichen Tätern, die erstmals mit einer weniger schwerwiegenden Straftat in Erscheinung treten, bedarf es vielfach keines förmlichen gerichtlichen Verfahrens. Oft reicht hier schon ein deutliches und spürbares Signal, dass ein solches Verhalten nicht toleriert wird. Genau an dieser Stelle setzt der ‚Teen Court‘, das sogenannte ‚Schülergericht‘, an“, erläuterte die Justizministerin und fuhr fort: „Die in Hessen gemachten Erfahrungen mit dem Projekt sind sehr positiv. Es hat sich bestätigt, dass sich jugendliche Täter im Gespräch mit Gleichaltrigen eher vom Unrecht ihrer Tat überzeugen lassen, weil Gleichaltrige einen leichteren Zugang zueinander haben. Hierdurch kann verhindert werden, dass jugendliche Täter weiter in die Kriminalität abgleiten. Das gelingt dann, wenn Strafverfahren und entsprechende Projekte schnell greifen und aufeinander abgestimmt sind“.

„Gerade im Bereich der Jugendkriminalität ist es wichtig, dass alle staatlichen Institutionen zusammenarbeiten. Ich danke deshalb der Polizei, den Staatsanwaltschaften, den verschiedenen Trägervereinen und natürlich ganz besonders den Schülerrichterinnen und Schülerrichtern, dass sie diese Projekte unterstützen und mit großem Engagement zum Erfolg führen“, so Eva Kühne-Hörmann.

„Der Erfolg gibt uns Recht. Seit dem Jahr 2005 ist die Zahl der Verurteilungen von Jugendlichen in Hessen um 49,2 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang betrifft nahezu alle jugendtypischen Delikte von der Sachbeschädigung über den Diebstahl bis hin zur Körperverletzung. Damit wurde die Jugendkriminalität nahezu halbiert“, so Kühne-Hörmann.

Zusatzinformationen

Dem Schülergremium steht ein bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden tätiger Projektleiter zur Seite, der für dieses Projekt speziell geschult ist. Diesem obliegt die Auswahl und Schulung der Mitglieder für das Projekt und er steht diesen ständig beratend zur Seite.

Die Zuweisungen durch die zuständigen Staatsanwaltschaften an das jeweilige Projekt „Teen Court“ stellten sich im Jahr 2017 wie folgt dar:

  • Staatsanwaltschaft Darmstadt:
    48 zugewiesene Fälle
  • Staatsanwaltschaft Wiesbaden:
    41 zugewiesene Fälle
  • Staatsanwaltschaft Limburg a.d. Lahn:
    31 zugewiesene Fälle

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