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Amtswechsel

Lars Streiberger neuer Leiter der Justizvollzugsanstalt Hünfeld

20.04.2017Hessisches Ministerium der Justiz

In einer Feierstunde führte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann heute Lars Streiberger als neuen Leiter der Justizvollzugsanstalt Hünfeld offiziell in sein Amt ein. Bereits im Dezember 2016 übernahm er diese Aufgabe von Dr. Philipp Gescher, der an das Amtsgericht Hünfeld wechselte.

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v.l.n.r.: Dr. Philipp Gescher, Direktor des Amtsgerichts Hünfeld, Lars Streiberger, Leiter der Justizvollzugsanstalt Hünfeld, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann
v.l.n.r.: Dr. Philipp Gescher, Direktor des Amtsgerichts Hünfeld, Lars Streiberger, Leiter der Justizvollzugsanstalt Hünfeld, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann
© HMdJ

Zu Beginn ihres Grußwortes dankte die Ministerin dem früheren Anstaltsleiter sowie der gesamten Belegschaft der Justizvollzugsanstalt für die geleistete Arbeit. „Justizvollzug, das ist keine leichte Aufgabe. Wer sich diesem Themenfeld widmet, weiß, dass er oftmals mit schwierigen Lebensläufen konfrontiert wird. Nicht selten ist der Strafvollzug der vorläufige Endpunkt einer kriminellen Karriere und auch einer persönlichen Entwicklung eines Menschen. Fehlende Schulabschlüsse, Analphabetentum, schulische Misserfolge und Drogenkarrieren haben das Leben vieler Inhaftierter vor der Haft geprägt. Wir wollen aber, dass Strafvollzug keine Endstation, sondern Wendepunkt im Leben dieser Menschen ist. Viele Programme, vom Erlernen eines regelmäßigen Alltages bis hin zum Schul- und Berufsabschluss, helfen dabei, Menschen auf ein straffreies Leben nach der Haft vorzubereiten. Im Strafvollzug braucht man vor allem eines: Optimismus“, so die Ministerin, die an Herrn Dr. Gescher gerichtet fortfuhr: „Sehr geehrter Herr Dr. Gescher, der Leiter der Justizvollzugsanstalt in Hünfeld zu sein, ist etwas ganz besonderes. Hünfeld ist die einzige teilprivatisierte Anstalt in Hessen und dies hat Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. Hoheitliche Aufgaben werden ausschließlich durch Landesbedienstete übernommen, andere Aufgaben, etwa das Betreiben der Arbeitsbetriebe oder die Organisation der Reinigung durch einen privaten Dienstleister. Das öffentliche Interesse war stets und ist nach wie vor sehr groß, so dass die Anstalt mit ihren insgesamt 507 Haftplätzen und 187 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer unter einer ganz besonderen Aufmerksamkeit stand. Sie haben diese Anstalt stets mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl geleitet. Sie haben dabei hervorragende Arbeit geleistet, wofür ich Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Gescher, ausdrücklich danke. Für Ihre neue Aufgabe als Direktor des Amtsgerichts Hünfeld wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg, Tatkraft und Elan.“

„Fit für den Rechtsstaat – Fit für Hessen!“

Die Justizministerin nutzte die Gelegenheit der Amtswechselfeier auch, um die Ausweitung des Programmes „Fit für den Rechtsstaat – Fit für Hessen!“ für den Justizvollzug anzukündigen: „Seit Mai 2016 können wir die Rechtsstaatsklassen für Flüchtlinge landesweit anbieten. Seitdem haben wir weit über 10.000 Flüchtlinge als Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer in unseren Rechtsstaatsklassen begrüßen können. Das ist ein überaus großer Erfolg der hessischen Justiz. Denn das Programm ist sowohl für die Flüchtlinge als auch für die Dozenten der Justiz ein Freiwilligenprogramm“, betonte Eva Kühne-Hörmann.

„Ich bin aber auch von vielen Seiten darauf angesprochen worden, dieses Konzept der Wertevermittlung auch auf andere Gruppen zu übertragen. Insbesondere kam aus dem Bereich des Vollzuges die Idee, dass man vergleichbare Kurse auch als Teil der Resozialisierungs- und Wiedereingliederungsmaßnahmen in die Gesellschaft anbieten sollte. Wir haben deshalb entschieden, auch für den Strafvollzug in Hessen ein vergleichbares Programm aufzulegen. Denn wenn wir unser Ziel erreichen wollen, dass der Strafvollzug, wie angesprochen, eben keine Endstation, sondern ein Wendepunkt im Leben der Betroffenen sein soll, dann müssen wir nicht nur weiterhin Aus- und Fortbildung im Vollzug anbieten, wie wir es schon seit langem und sehr gut machen, sondern wir müssen nach Möglichkeiten suchen, die Inhaftierten noch intensiver auf ein straffreies Leben nach der Haft vorbereiten. Und dazu gehört eben auch die Vermittlung von Werten wie Respekt und Toleranz. Denn oftmals liegt den Taten ein Mangel an Respekt zugrunde, weswegen vor allem Jugendliche in Strafhaft kommen. Ein Mangel an Respekt vor dem Eigentum, ein Mangel an Respekt vor Andersdenkenden und oftmals auch ein Mangel an Respekt vor dem eigenen Dasein, wenn es zum Beispiel um Drogenmissbrauch geht“, so Eva Kühne-Hörmann, die darauf hinwies, dass das spezielle Programm in den nächsten Monaten auf die besonderen Verhältnisse im Strafvollzug angepasst wird.

Dem Justizvollzug verbunden

An den neuen Leiter der Haftanstalt gerichtet sagte die Justizministerin: „Sehr geehrter Herr Streiberger, Sie sind nun über 20 Jahre Teil der hessischen Justiz und Sie haben in diesen Jahren die enormen Veränderungen innerhalb der Justiz miterleben können. Die Notwendigkeit, sich ständig an aktuelle Ereignisse und Gegebenheiten anpassen zu müssen, geht auch am Strafvollzug nicht vorüber. Ob der Einsatz von Handyspürhunden im Vollzug, das Netzwerk Deradikalisierung im Strafvollzug oder auch die Herausforderungen, die mit immer älter werdenden Inhaftierten verbunden sind: Der Vollzug ist nicht selten ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklungen und deshalb ist es eine der wichtigsten Aufgaben des Vollzugsalltages, sowohl im Bereich der Sicherheit als auch im Bereich der Resozialisierung, mit der Zeit zu gehen. In vielfältigen Funktionen haben Sie nicht nur hervorragende Arbeit geleistet, Sie haben auch immer wieder gezeigt, dass Sie dem Justizvollzug verbunden sind. Neben Stationen als Staatsanwalt in Gießen, Limburg und Marburg waren Sie als stellvertretender Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Butzbach und in der Justizvollzugsabteilung des Hessischen Ministeriums der Justiz tätig. Sie bringen deshalb nicht nur die notwendige Erfahrung für diese Aufgabe mit, sondern auch die eben angesprochene Flexibilität und das so wichtige Herzblut, diese neue Aufgabe mit Einsatz und Engagement anzugehen. Für diese verantwortungsvolle Funktion wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Kraft sowie das obligatorische Quäntchen Glück“, so die Justizministerin.

Biographien

Lars Streiberger wurde am 30. Oktober 1965 in Gießen geboren, er ist verheiratet und hat eine Tochter. Nach dem Abitur und seiner Zeit bei der Bundeswehr begann er 1987 das Studium der Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. 1993 legte er sein erstes und  1996 sein zweites juristisches Staatsexamen ab. Er begann seinen juristischen  Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Gießen.

Im Jahr 1996 war er zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kriminologie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen tätig. Von November 1996 bis August war er als Staatsanwalt mit Dienstleistungsaufträgen bei den Staatsanwaltschaften Gießen, Limburg und Marburg. Danach war er von September 1999 bis Dezember 2000 Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Gießen. Es folgten Abordnungen an die Justizvollzugsanstalt Butzbach, das Hessische Ministerium der Justiz und das Bundesministerium der Justiz. Am 1. Mai 2005 kehrte er zur Staatsanwaltschaft Gießen zurück. Eine weitere Abordnung erfolgte von Juni bis Dezember 2006 an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main.

Am 25. März 2011 wurde er zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Fulda ernannt. Zum 12. November 2015 erfolgte die Ernennung zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Fulda und als Ständiger Vertreter der Leitenden Oberstaatsanwältin oder eines Leitenden Oberstaatsanwalts, zum 12. November 2016 die Ernennung zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter und als Ständiger Vertreter der Leitenden Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Fulda.

Mit Wirkung vom 1. Dezember 2016 wurde Lars Streiberger zum Leiter der Justizvollzugsanstalt Hünfeld ernannt.

Dr. Philipp Gescher wurde am 25. Juli 1969 in Thuine geboren. Nach dem Hochschulabschluss und geleistetem Zivildienst begann er 1990 das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg. 1995 legte er sein erstes und 1997 sein zweites juristisches Staatsexamen ab.

Zunächst war er als Rechtsanwalt in Fulda tätig. Am 1. Juni 1999 wurde er zum Richter auf Probe beim Landgericht Fulda und am 6. Februar 2002 zum Richter beim Amtsgericht Fulda ernannt. Vom 1. August 2003 bis 6. Mai 2010 war Dr. Gescher Richter am Landgericht Fulda. Zum 7. Mai 2010 erfolgte eine Abordnung an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, am 8. November 2010 an das Hessische Ministerium der Justiz für Integration und Europa und am 7. Februar 2011 an die Justizvollzugsanstalt Hünfeld und die Bestellung zum Leiter dieser Justizvollzugsanstalt. Am 1. November 2011 wurde Dr. Philipp Gescher zum Leitenden Regierungsdirektor der Justizvollzugsanstalt Hünfeld ernannt.

Mit Wirkung vom 5. Februar 2016 erfolgte die Ernennung zum Direktor des Amtsgerichts Hünfeld.

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