Verabschiedung

Präsidentin des Amtsgerichts Wiesbaden geht in den Ruhestand

31.08.2021Hessisches Ministerium der Justiz

Justizministerin: „Elisabeth Fritz ist nicht nur eine hervorragende Juristin, sondern auch eine exzellente Führungskraft, bei der immer der Mensch im Mittelpunkt stand.“

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Präsidentin des Amtsgerichts Wiesbaden geht in den Ruhestand
(v. l. n. r.): Prof. Dr. Roman Poseck (Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt), Dr. Cornelia Menhofer (Präsidentin des Landgerichts Wiesbaden), Elisabeth Fritz (Präsidentin des Amtsgerichts Wiesbaden), Brigitte Schwer (stv. Abteilungsleiterin der Zentralabteilung), Justizministerin Eva Kühne-Hörmann
© HMdJ

Die Präsidentin des Amtsgerichts Wiesbaden geht mit Ablauf des Monats August in den Ruhestand. Die Hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann verabschiedete Elisabeth Fritz im Historischen Saal des Hessischen Ministeriums der Justiz. Im Rahmen der Urkundenübergabe fasste Eva Kühne-Hörmann den Werdegang von Elisabeth Fritz zusammen: „Sehr geehrte Frau Fritz, Sie stehen am Ende einer jahrzehntelangen Karriere in der hessischen Justiz. Bereits vor über 40 Jahren haben Sie zunächst als Referatsleiterin und Justiziarin in der Rechtsabteilung der Staatskanzlei im Saarland gearbeitet. Nach dem Wechsel ins Richteramt sind Sie aus familiären Gründen nach Hessen gezogen und 1988 an das Landgericht Frankfurt versetzt worden. Diese Entscheidung war eine glückliche Fügung, weil Sie seitdem die hessische Justiz in zahlreichen Belangen vorangebracht haben. Nachdem Sie lange Jahre den Vorsitz der Arzthaftungskammer am Landgericht Frankfurt innehatten, leiteten Sie zunächst das Amtsgerichts Königsstein, bevor Sie im Jahr 2009 zur Präsidentin des Amtsgerichts in Offenbach ernannt wurden. Ihr letztes Einsatzfeld führte Sie im Jahr 2014 an das Amtsgericht Wiesbaden, dessen Geschicke Sie bis heute als Präsidentin lenken.“

„Mit Ihrer Pensionierung, liebe Frau Fritz, verliert die hessische Justiz nicht nur eine hervorragende Juristin, sondern auch eine exzellente Führungskraft. An Ihren Wirkungsstätten stand immer der Mensch im Mittelpunkt, und das hat sich auf die gesamte Stimmung in ihren Gerichten ausgewirkt. Sie haben nie in Schablonen gedacht, sondern stets die Bedürfnisse der Rechtssuchenden, aber auch der Bediensteten Ihrer Gerichte in den Vordergrund gestellt. Dementsprechend übergeben Sie das Amtsgericht Wiesbaden dank eines hochprofessionellen Verwaltungsteams sowie engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestens aufgestellt und für die Zukunft gerüstet. Ihre ausgesprochen ausgeprägte Fähigkeit im Umgang mit Menschen haben Sie aber nicht nur innerhalb der von Ihnen geleiteten Gerichte gewinnbringend eingesetzt. Von 1999 bis 2009 waren Sie als besondere Frauenbeauftragte für den richterlichen Dienst der ordentlichen Gerichtsbarkeit tätig und haben in dieser Funktion bei Vorstellungsgesprächen und Beförderungsentscheidungen mitgewirkt. In dieser Position haben Sie Frauen unterstützt, beraten und sich vorbildlich für deren berufliche Weiterentwicklung eingesetzt. Zudem galt Ihr Interesse immer der Aus- und Fortbildung, insbesondere junger Juristinnen und Juristen, für die Sie sich als Lehrbeauftragte an den Fachhochschulen Fulda und Frankfurt sowie der Universität Gießen, als Leiterin von Arbeitsgemeinschaften für Referendare und als Präsidentin bei der Begleitung des Berufseinstiegs von Richterinnen und Richter besonders engagiert haben. Als zertifizierte Mediatorin, Supervisorin und Coach haben Sie die hessische Justiz wesentlich mitgeprägt und diese Aufgabenfelder werden auch in Zukunft den Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit darstellen“, sagte Eva Kühne-Hörmann.

Für die Zeit nach Ihrer Tätigkeit in der Justiz wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Gesundheit, Zeit für die Familie, aber auch viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer weiteren beruflichen Pläne“, so die Justizministerin abschließend.

Hintergrund

Elisabeth Fritz wurde am 24. November 1955 in Trier geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1974 in Schleiden/Eifel studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Ihre juristische Staatsprüfung legte sie 1978 im Saarland ab. Ab 1981 war Frau Fritz Regierungsassessorin im Beamtenverhältnis auf Probe bei dem Chef der Staatskanzlei. 1983 wurde sie Regierungsrätin im Beamtenverhältnis. Von 1984 bis 1985 war sie Richterin kraft Auftrags beim Landgericht Saarbrücken, wo sie von 1985 bis 1988 als Richterin auf Lebenszeit tätig war. 1988 wurde Frau Fritz nach Hessen versetzt und zur Richterin am Landgericht in Frankfurt am Main ernannt. 1996 erfolgte eine Abordnung an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, danach wurde sie Vorsitzende Richterin am Landgericht Frankfurt am Main.

Dieses Amt nahm sie von 1998 bis 2005 wahr. Es folgte die Ausübung der Direktorentätigkeit am Amtsgericht in Königstein im Taunus von 2005 bis 2009. Von 2009 bis 2014 war Elisabeth Fritz Präsidentin des Amtsgerichts Offenbach, seit 2014 bis zum 31. August 2021 ist Frau Fritz die Präsidentin des Amtsgerichts Wiesbaden.

Von 1999 bis 2009 war Frau Fritz als Besondere Frauenbeauftragte für die ordentliche Gerichtsbarkeit bestellt.

Elisabeth Fritz ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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