Engagement gegen Jugendkriminalität

„Schule des Respekts“ wird ausgeweitet

14.10.2020Hessisches Ministerium der Justiz

Das Engagement gegen Jugendkriminalität geht in Hessen erfolgreich weiter. Neben den „Häusern des Jugendrechts“ und dem „Teen Court“ gibt es seit 2018 die „Schule des Respekts“ in Frankfurt am Main. Das Projekt zielt darauf ab, dass sich jugendliche Straftäter mit der Vermittlung von Werten und Normen auseinandersetzen – denn blickt man auf ihre Taten, so lassen diese oft einen mangelnden Respekt vor der Ehre anderer Menschen erkennen. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins für Kinder- und Jugendhilfe Frankfurt am Main e.V., der Staatsanwaltschaft im Haus des Jugendrechts Frankfurt am Main-Höchst und des Hessischen Ministeriums der Justiz haben ein Konzept für einen sozialen Trainingskurs „Schule des Respekts“ entwickelt. Dieser richtet sich als Diversionsauflage („erzieherische Maßnahme“) im Jugendstrafverfahren insbesondere an Jugendliche und Heranwachsende, die durch Gewalt- und Ehrverletzungsdelikte oder Straftaten gegen die persönliche Freiheit im Zusammenhang mit einem fragwürdigen Ehrbegriff aufgefallen sind.

Konzept mit sportpädagogischem Schwerpunkt

Dieses Projekt soll nun auf den Landgerichtsbezirk Hanau ausgeweitet werden. Der Verein Sprungbrett e.V. hat hierzu ein Konzept vorgelegt, welches einen sportpädagogischen Schwerpunkt hat. Jugendlichen werden über bekannte Eigenschaften aus dem Sportbereich, wie Fairplay, Teamgeist, Foul, Ersatzbank etc. gesellschaftliche Kompetenzen spielerisch vermittelt. Ziel ist es, dass die erworbenen Werte und Normen verinnerlicht und im täglichen Leben angewendet werden.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann erklärte: „Sport und Respekt gehören zusammen, deshalb finde ich den sportpädagogischen Schwerpunkt eine tolle Idee und eine gute Möglichkeit, den Jugendlichen praktisch Werte und Normen zu vermitteln. Wir setzen damit das richtige Signal, um kriminelle Karrieren erst gar nicht entstehen zu lassen.“

Mit eigenen Verhaltensmustern auseinandersetzen

„Im Rahmen des Programms werden die jungen Straftäter mit dem eigenen Rollenverständnis konfrontiert. Es geht darum, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei aktiv einbringen und mit ihren eigenen Verhaltensmustern auseinandersetzen. Bei der Anwendung zählen wir auf die Unterstützung zahlreicher Vereine und Kommunen – denn Jugendkriminalität kann nicht ohne Einbeziehung des Lebensalltags der Jugendlichen bekämpft werden. Ich danke daher dem Verein Sprungbrett e.V. und der Stadt Hanau für ihr Engagement, kriminelles Fehlverhalten Jugendlicher zu verhindern“, so Eva Kühne-Hörmann.

Der Geschäftsführer des Vereines Sprungbrett Familien- und Jugendhilfe Hanau e.V., Matthias Skotnik, freut sich, als freier Träger mit einer langjährigen Erfahrung im Bereich der Jugendhilfe im Strafverfahren, dieses Konzept umsetzen zu dürfen: „Wir sehen das Angebot als einen weiteren wichtigen Baustein, um junge Menschen frühzeitiger erreichen zu können und ihnen damit die Möglichkeit zu eröffnen, ihre weitere Entwicklung in eine positivere Richtung zu lenken.“

Hintergrund:

Diversionsauflagen sind Mittel der Staatsanwaltschaften, um bei Ersttaten bzw. bei leichten und mittelschweren Delikten, das strafrechtliche Hauptverfahren durch die Verhängung von erzieherischen Maßnahmen zu ersetzen. Klassische erzieherische Maßnahmen sind zum Beispiel die Heranziehung zu gemeinnütziger Arbeit oder die Weisung, an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen. Diese Auflagen können aber auch nach Eröffnung des Hauptverfahrens durch die Jugendgerichte, auch in Verbindung mit Jugendarrest, verhängt werden.

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Hessisches Ministerium der Justiz
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