Zukunftswochen „Ökologie und Ökonomie“

Staatssekretär Thomas Metz besichtigt Deichbaustelle an der Weschnitz

23.03.2018Hessisches Ministerium der Justiz

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Besuch der Deichbaustelle an der Weschnitz
v.l.n.r.: Frau Birgit Hebensberger (Ingenieurin), Herr Felix Kusicka (Bürgermeister der Gemeinde Biblis), Herr Gottfried Störmer (Bürgermeister der Stadt Lampertheim), Projektleiter der Strabag SE, Justizstaatssekretär Thomas Metz und Baudirektor Holger Densky
© Regierungspräsidium Darmstadt

Die Landesregierung hat die Zukunftswochen „Bereit für morgen“ unter dem Titel „Ökologie und Ökonomie“ gestartet, in denen es um Einrichtungen, Projekte und Institutionen geht, die für die Zukunftsfähigkeit des Landes stehen.

Justizstaatssekretär Thomas Metz hat heute die Deichbaustelle an der Weschnitz besucht. „Der Klimawandel ist bereits heute spürbar. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch bei uns in Hessen in Zukunft zu häufigeren und stärkeren Hochwassern der Flüsse kommt. Die Landesregierung stärkt daher den Hochwasserschutz durch landeseigene Rückstaudeiche im Hessischen Ried gegen Rheinhochwasser. Ein besonderes Beispiel dafür ist die rund 15 Kilometer lange Deichverstärkung an der Weschnitz. Das Land Hessen fördert diese Gesamtmaßnahme rechts und links der Weschnitz mit Investitionsmitteln in Höhe von 50 Millionen Euro“, so Justizstaatssekretär Thomas Metz.

Sanierung voraussichtlich im Sommer abgeschlossen

Die Verstärkung am rechten Weschnitzdeich ist bereits 2015 abgeschlossen worden. Der aktuelle rund 3,6 Kilometer lange zweite Bauabschnitt am linken Weschnitzdeich verläuft parallel zur Weschnitz durch die Gemarkungen Wattenheim, Hofheim und Biblis und wird in diesem Sommer abgeschlossen, womit die eigentliche Sanierung des Deiches fertig gestellt wird. Daran schließt sich bis 2020 der letzte Bauabschnitt insbesondere mit dem Neubau der Schließe am „Augieß” und der Erhöhung der landseitigen Berme am Rheindeich an.

Bisher hat die Landesregierung in Hessen mehr als 100 Kilometer Winterdeiche verstärkt und 216 Millionen Euro investiert, um der Bevölkerung entlang des Rheins einen flächendeckenden Schutz gegen das Rheinhochwasser zu bieten. Die Winterdeiche im hessischen Ried schützen ca. 240.000 Einwohner und etwa 30.0000 Hektar Land.

Zum Sanierungsvorhaben:

An der Weschnitz sind neben der wichtigen Investition in den Hochwasserschutz auch die ökologischen Zielsetzungen Gegenstand des Sanierungsvorhabens. Daher haben die Bauherren und Planer von Anfang an großen Wert darauf gelegt, die Eingriffe in die Natur zu minimieren und die unvermeidlichen Auswirkungen auf den Naturschutz auszugleichen. So konnten hier die gewässerökologischen Verhältnisse an der Weschnitz insgesamt aufgewertet und ein Auwald neu gestaltet werden“, so Justizstaatssekretär Thomas Metz am Rande der Deichbesichtigung.

„Der Ausgleich zwischen zwingend erforderlichen baulichen Großvorhaben zum (Hochwasser-) Schutz der Bevölkerung, wirtschaftlichen Investitionen und den besonderen Umweltbelangen der betroffenen Region ist eine Daueraufgabe der Zusammenarbeit aller Akteure. Die Landesregierung hat von Beginn an die Verbindung von Ökologie und Ökonomie im Blick gehabt. Es gilt weiterhin, technikoffen und umweltbewusst Lösungen zum Wohle der ganzen Region zu finden“, so Thomas Metz.

Zum Hintergrund der Weschnitz-Deichanlage:

Die Weschnitzdeiche dienen dem Schutz vor den Auswirkungen von Rheinhochwässern, wenn diese in die Weschnitz rückstauen. Sie sind daher sogenannte Rückstaudeiche und werden rückstaubedingt vom Rhein-Hochwasser beaufschlagt. Im Mündungsbereich der Weschnitz sind deren Deiche Bestandteil des gesamten Rheinwinterdeiches. 

Im Rahmen der aktuellen Sanierung werden die Weschnitzdeiche verbreitert und bis zu einem halben Meter erhöht. Die wasser- und landseitigen Deichböschungen werden abgeflacht. Zusätzlich wird ein Deichverteidigungsweg in Asphaltbauweise auf einer landseitigen Berme angelegt. Dieser gewährleistet im Hochwasserfall die Erreichbarkeit des Deiches und ermöglicht die Durchführung einer sicheren Deichverteidigung. Auf der Deichkrone wird ein befestigter Schotterweg angelegt, der künftig auch als Fuß- und Radweg genutzt werden kann.

Zur Minimierung der Eingriffe in die Natur werden die Dichtwände in den neuen Deich integriert, die bereichsweise ein geringeres Maß der Deichverbreiterung erlauben und die als Wurzelsperre fungieren. Durch Gestaltungsmaßnahmen an der Weschnitz mit dem Einbringen von Störsteinen und Totholz sowie der Umgestaltung von Inseln in der Weschnitz erfolgt eine Aufwertung der gewässerökologischen Verhältnisse an dem erheblich veränderten Wasserkörper der unteren Weschnitz. In diesem Zusammenhang wurde auch der Auwald neu gestaltet.

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