Gedenktag

Zum 50. Todestag von Fritz Bauer

29.06.2018Hessisches Ministerium der Justiz

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

Akte zum 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess
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Die Prozessunterlagen zum 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess umfassen 456 Aktenbände und werden im Hessischen Hauptstaatsarchiv aufbewahrt.
© wissenschaft.hessen.de

Diese Worte ließ Fritz Bauer  nach seiner Ernennung zum hessischen Generalstaatsanwalt als Verpflichtung für sein Amt und sein Handeln am Gebäude der Frankfurter Staatsanwaltschaft anbringen. Am 1. Juli diesen Jahres jährt sich sein 50. Todestag.

„Fritz Bauers Leben und Wirken war geprägt von den Erfahrungen mit dem abscheulichen nationalsozialistischen Unrechtsstaat. Er machte es sich deshalb nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1949 zu seiner Lebensaufgabe, eine demokratische und rechtsstaatliche Justiz in Hessen aufzubauen und das Strafrecht zu reformieren, um die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen nach rechtsstaatlichen Prinzipien juristisch aufzuarbeiten. Er war es, der durch seinen unermüdlichen Einsatz und den Kampf für das Recht die ab 1963 in Frankfurt am Main geführten, historischen Auschwitz-Prozesse ermöglichte. Damit trug er die Aufarbeitung der ungeheuerlichen nationalsozialistischen Verbrechen in die Öffentlichkeit“, erklärte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann.

„Fritz Bauer mahnt uns, die Erinnerung wach zu halten"

„Es ist sein Vermächtnis, dass wir uns auch heute noch mit den ungeheuren nationalsozialistischen Verbrechen auseinandersetzen und der Opfer dieses Unrechtsregimes gedenken. Fritz Bauer mahnt uns, die Erinnerung wach zu halten, damit sich solche schrecklichen Ereignisse nicht wiederholen. Dabei werden wir uns immer die Worte, die Fritz Bauer am Gebäude der Frankfurter Staatsanwaltschaft anbringen ließ, vor Augen halten: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.‘. Diese Verpflichtung erscheint mit Blick auf die Asyldebatte umso aktueller“, sagte Eva Kühne-Hörmann. 

„Wir gedenken Fritz Bauer, einem aufrechten Demokraten, brillanten Juristen und Denker, der sich unermüdlich für eine rechtsstaatliche Justiz eingesetzt hat“, so Justizministerin Eva Kühne-Hörmann abschließend.

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