Staatsanwaltschaft Marburg

Annette von Schmiedeberg wird neue Chefin

23.09.2015Hessisches Ministerium der Justiz

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat heute Frau Annette von Schmiedeberg zur neuen Leiterin der Staatsanwaltschaft Marburg ernannt. Frau von Schmiedeberg war zuvor Vizechefin der Staatsanwaltschaft Gießen.

Mit Leidenschaft und Herz

„Wer Ihren Lebenslauf anschaut, erkennt darin eine hervorragende und zielstrebige Staatsanwältin, die für ihren Beruf brennt. Ich habe Sie als Frau kennengelernt, die gern die Dinge beim Namen nennt und ihren Beruf mit Leidenschaft und Herz ausübt“, so die Justizministerin anlässlich der Urkundenübergabe.

Die Staatsanwaltschaft 

„Die Staatsanwaltschaften üben eine wichtige Funktion in unserem Rechtsstaat aus, denn sie führen die strafrechtlichen Ermittlungsverfahren und tragen dafür Sorge, dass Straftaten mit rechtsstaatlichen Mitteln aufgeklärt werden. Dabei sind die strafrechtlichen Ermittlungen heute langwieriger, komplexer und arbeitsintensiver geworden, etwa im Bereich der Wirtschaftskriminalität“, so die Justizministerin.

„Die Staatsanwaltschaft in Marburg verbinde ich mit einem sehr guten Projekt im Bereich der häuslichen Gewalt, das „STOP-Training“. Sie übernehmen daher eine hervorragend aufgestellte und innovative Behörde, die auch im Bereich der Kriminalprävention sehr aktiv ist“, so Eva Kühne-Hörmann.

Opferschutz

„Häusliche Gewalt und Stalking haben vor allem eines gemeinsam: Die Opfer sind überwiegend Frauen. Stalking ist auf Initiative Hessens zwar seit 2007 ein eigener Straftatbestand; dennoch bleiben die Opfer von Stalking in einer Reihe von Fällen leider immer noch schutzlos. Denn die Norm leidet an einem Konstruktionsfehler. Stalking ist nämlich erst dann strafbar, wenn der Täter erreicht hat, dass sein Opfer seine Lebensgewohnheiten grundlegend umgestellt hat, zum Beispiel durch einen Umzug. Opfer, die dem Täter nicht derart nachgeben oder ihre Lebensgewohnheiten aufgrund familiärer, beruflicher oder finanzieller Zwänge nicht ändern können, werden durch das Strafgesetz nicht geschützt. Es ist deshalb nicht verständlich, dass Bundesjustizminister Maas eine Reform nach wie vor nicht unterstützt“, so die Justizministerin.

Prävention

An Frau von Schmiedeberg gerichtet: „Ich weiß, dass Sie sich in Ihren vorangegangenen Tätigkeiten viel mit Prävention beschäftigt haben und aktives Mitglied im kommunalen Präventionsrat in Gießen sind. Sie bringen aber nicht nur ein hervorragendes fachliches Können und Erfahrung im Umgang mit diesen wichtigen Themen mit, sondern auch die Erfahrung im Führen einer Behörde, die Sie sich als stellvertretende Leiterin der Staatsanwaltschaft Gießen erworben haben. Mit dem neuen Amt werden Sie Chefin von 15 Staatsanwältinnen und Staatsanwälten, fünf Amtsanwältinnen und Amtsanwälten sowie von  41 weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Darüber hinaus ist es für mich immer auch eine große Freude, wenn Frauen leitende Positionen übernehmen. Damit werden vier der insgesamt neun staatsanwaltschaftlichen Behörden in Hessen von Frauen geführt“, so die Justizministerin, die fortfuhr: „Für Ihre neue Aufgabe wünsche ich Ihnen Tatkraft, weiterhin viel Engagement und Erfolg.“

Annette von Schmiedeberg wurde am 28. September 1965 in Altenschlirf (Herbstein) geboren. Nach dem Abitur begann sie 1985 das Studium der Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

1991 legte sie ihr erstes juristisches Staatsexamen ab. Ihren Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Gießen begann sie im März 1991. Ihr zweites juristisches Staatsexamen absolvierte sie im Januar 1994.

Im Juli 1994 wurde sie zur Richterin auf Probe als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main berufen. Im Jahr 1997 erfolgte die Ernennung zur Staatsanwältin im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main.

Im Mai 2003 folgte eine Abordnung an die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Im April 2007 erfolgte die Ernennung zur Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt.

Zum 1. Mai 2009 wurde sie zur Leiterin der Zweigstelle Offenbach am Main der Staatsanwaltschaft Darmstadt ernannt. Am 1. Juli 2013 wurde sie zur Oberstaatsanwältin als Abteilungsleiterin und stellvertretende Leiterin der Staatsanwaltschaft Gießen.

Mit Wirkung vom 23. September 2015 wird sie zur neuen Leiterin der Staatsanwaltschaft Marburg ernannt.

Staatsanwaltschaft Marburg

Die Staatsanwaltschaft Marburg ist für die Bearbeitung aller Strafsachen im Landgerichtsbezirk Marburg zuständig. Dieser umfasst die Amtsgerichtsbezirke Marburg, Kirchhain, Schwalmstadt, Biedenkopf und Frankenberg, d.h. neben der Stadt Marburg selbst den Landkreis Marburg-Biedenkopf, Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg (Altkreis Frankenberg) und des Schwalm-Eder-Kreises (Altkreis Ziegenhain).

Das STOP-Training (Soziales Training Opferschutz und Prävention) ist ein Gruppentraining für Täter häuslicher Gewalt. Die Zielgruppe sind u.a. Männer, die gegenüber der Partnerin, den Kindern oder anderen Familienmitgliedern Gewalt ausüben. In die Trainingsmaßnahme können jedes Jahr etwa 40 Personen aufgenommen werden. Ziel ist eine Verringerung aller Formen der Gewalt innerhalb der Familien und das Erlernen von Verantwortung des Täters für seine begangenen Taten. Die Trainingsmaßnahme STOP wird bei Gericht und der Staatsanwaltschaft als außerordentlich positiv gewertet. Angesprochen wird ein Personenkreis, der durch wiederholte Strafanzeigen auffällt, welche von den Opfern jedoch häufig wieder zurückgezogen werden; ein Kreislauf mit Arbeits- und kostenintensiven Verfahrensabläufen, die in der Regel erfolglos bleiben.

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