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Justizvollzugsanstalt Kassel II

Doris Breuer-Kreuzer neue Leiterin der "Sotha"

02.09.2016Hessisches Ministerium der Justiz

In einer Feierstunde in der Justizvollzugsanstalt Kassel II verabschiedete die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann heute den bisherigen Leiter der Anstalt, Rudi Nebe, und führte die neue Leiterin, Psychologiedirektorin Doris Breuer-Kreuzer, offiziell in ihr Amt ein.

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v.l.n.r.: Doris Breuer-Kreuzer, neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Kassel II - Sozialtherapeutische Anstalt -, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann sowie der bisherige Leiter der „Sotha“, Rudi Nebe
v.l.n.r.: Doris Breuer-Kreuzer, neue Leiterin der Justizvollzugsanstalt Kassel II - Sozialtherapeutische Anstalt -, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann sowie der bisherige Leiter der „Sotha“, Rudi Nebe
© HMdJ

Die Sozialtherapeutische Anstalt ist eine Anstalt der höchsten Sicherheitsstufe und dient der Unterbringung von männlichen Sexualstraftätern, bei denen eine Sozialtherapie angezeigt ist.

Rudi Nebe verabschiedet

Die Justizministerin würdigte den bereits zum Jahresbeginn in den Ruhestand getretenen Anstaltsleiter Rudi Nebe, der 35 Jahre lang in der „Sotha“ genannten „Sozialtherapeutischen Anstalt“ tätig war „Die Leitung der Sozialtherapeutischen Anstalt ist wohl eine der aufreibendsten Tätigkeiten, die der hessische Strafvollzug zu bieten hat und Sie haben diese Aufgabe mit Leidenschaft, Umsicht und einer großen Portion Lebenserfahrung hervorragend gemeistert“, so die Justizministerin in ihrem Grußwort.

„Sie haben soziale Kompetenz bewiesen durch Ihre Art des Umgangs mit Menschen, durch Ihre Offenheit für Veränderungen und Ihre Fähigkeit, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sinnvoll und zielführend umzugehen.“ Die Justizministerin fügte hinzu: „Je mehr soziale Defizite die Gefangenen aufweisen, desto bedeutsamer werden Einrichtungen wie die Sozialtherapeutische Anstalt hier in Kassel, die mit 139 Plätzen auf die Behandlung dieser Inhaftierten spezialisiert ist und deren hervorragende Arbeit weit über die hessischen Landesgrenzen hinaus bekannt ist. In der Sotha wurde viel Pionierarbeit auf diesem Gebiet geleistet“

„Sehr geehrter Herr Nebe, für Ihr ‚Leben nach der Sotha‘ wünsche ich Ihnen viel Gesundheit, Glück und Zeit für die Familie und all die Dinge, die in den letzten Jahrzehnten zu kurz gekommen sind“, so Kühne-Hörmann an Herrn Nebe gerichtet.

Die neue Leiterin der "Sotha"

Die neue Leiterin der Sozialtherapeutischen Anstalt, Doris Breuer-Kreuzer, hatte nach dem Abitur im Jahre 1980 ihr Psychologie-Studium an der Uni Bielefeld aufgenommen. Ihren beruflichen Werdegang im Justizvollzug begann sie am 1. November 1988 als Psychologin in der JVA Kassel II. „Seitdem, also seit über 27 Jahren, sind Sie dem hessischen Vollzug treu geblieben“, so Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. Sie zählte die weiteren Stationen des beruflichen Weges von Doris Breuer-Kreuzer auf: „Vollzugsabteilungsleiterin in der Nachbaranstalt JVA Kassel I, Leiterin der  Abteilung Sicherungsverwahrung in der JVA Schwalmstadt, seit Februar 2013 stellvertretende Anstaltsleiterin der JVA Kassel II,  im Oktober 2014 Ernennung zur Psychologiedirektorin und seit Februar dieses Jahres Leiterin der JVA Kassel II.“

Die "Sotha"

„Die Sotha war in ihren Anfängen etwas Neues. Von dieser innovativen Kraft hat die Anstalt nichts eingebüßt. Von den Erfahrungen und Therapieerfolgen profitieren alle Anstalten in Hessen. Bundesweit ist das Interesse an der Sotha seit Jahrzehnten sehr groß. Um eine solche Einrichtung zu führen, bedarf es einer hohen sozialen Kompetenz, das besonderes Einfühlungsvermögen und den achtungsvollen Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Eigenschaften, die Sie, sehr geehrte Frau Breuer-Kreuzer, auszeichnen. Die Sozialtherapeutische Anstalt in Kassel wird auch unter Ihrer Leitung weiterhin eine bundesweite Vorzeige-Einrichtung bleiben“, so Kühne-Hörmann.

10 Punkte-Maßnahmen-Paket zur Stärkung der Justiz – Neue Stellen für den Justizvollzug
Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann beschrieb den Justizvollzug als ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. „Die Zunahme von Radikalisierung und Gewaltbereitschaft spüren wir auch in unseren Haftanstalten. Es ist eine vermehrte Respektlosigkeit von Gefangenen gegenüber den Bediensteten zu spüren. Ich unterstütze deshalb ausdrücklich die Einbeziehung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Vollzugsanstalten in die aktuelle Diskussion um eine Verschärfung der §§ 113 ff. StGB“, so Ministerin Kühne-Hörmann.

In ihrem Grußwort ging die Justizministerin auch auf das 10-Punkte-Maßnahmenpaket zur Stärkung der hessischen Justiz ein: „Dies ist wohl das umfangreichste Stärkungsprogramm der Justiz in den letzten Jahrzehnten. Im Justizressort werden neben der Beendigung des Stellenabbaus insgesamt über 250 neue Stellen geschaffen, davon 56 neue Stellen für den Justizvollzug. Weil gerade auch der Anteil psychisch auffälliger und kranker Gefangener stetig ansteigt werden auch vier neue Stellen für Psychologen und Psychiater im Programm enthalten sein“.

„Sehr geehrte Frau Breuer-Kreuzer, für Ihre neue Funktion wünsche ich Ihnen viel Erfolg. Sie haben eine verantwortungsvolle und manchmal auch menschlich aufreibende Aufgabe übernommen. Ich bin mir sicher, die sozialtherapeutische Anstalt ist bei Ihnen in den richtigen Händen“, so Kühne-Hörmann am Ende ihres Grußworts. 

Biographien

Doris Breuer-Kreuzer wurde am 21. Januar 1961 in Wittlich geborgen, sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach ihrem Abitur begann sie 1980 das Studium der Psychologie an der Universität Bielefeld, welches sie mit einem Jahr Auslandsaufenthalt in Taiwan bereicherte.

In den Jahren 1987 und 1988 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kriminologie und Strafvollzug der Universität Bochum tätig.

1988 erfolgte die Einstellung als Anstaltstherapeutin bei der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt -. Von Mai 1991 bis August 2010 war sie dort als Bereichspsychologin in der Einzel- und Gruppentherapie tätig. Außerdem war sie in dieser Zeit stellvertretende Abteilungsleiterin.

Am 1. Januar 199 erhielt Doris Breuer-Kreuzer die Erteilung der Approbation als Psychologie Psychotherapeutin. Weiterhin wurde sie ab Juli 2010 zur weiteren Vertreterin der Behördenleitung der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt – bestellt. Vom 1. Juli bis 31. Dezember 2011 wurde sie als Vollzugsabteilungsleiterin bei der Justizvollzugsanstalt Kassel I und vom 1. Januar 2012 bis 31. März 2015 als Vollzugsabteilungsleiterin bei der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt in der Abteilung für Sicherungsverwahrte abgeordnet.

Am 1. Februar 2013 wurde sie zur stellvertretenden Anstaltsleiterin der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt – bestellt. Vom 1. April 2016 bis 31. Januar 2016 war Doris Breuer-Kruezer Abteilungsleiterin der Abteilung 20 (Sozialtherapie an männlichen Erwachsenen) bei der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt -.

Die Bestellung zur Anstaltsleiterin der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt – erfolge zum 1. Februar 2016.

Rudi Nebe wurde am 27. September 1950 in Kassel geboren, er ist verheiratet und hat eine Tochter. Nach der Schulausbildung und einer Ausbildung im handwerklichen Bereich erwarb er 1972 die Fachschulreife an der Max-Eyth-Schule in Kassel und 1975 am Hessenkolleg Kassel die Hochschulreife. Im zweiten Bildungsweg hat Herr Nebe von 1975 bis 1980 das Studium der Psychologie an der Philipps-Universität Marburg absolviert.

1981 begann er seine Tätigkeit als Anstaltspsychologe bei der Justizvollzugsanstalt Kassel II –Sozialtherapeutische Anstalt -. Die Ernennung zum Psychologierat z.A. erfolgte im November 1984.

Von November 1987 bis November 1988 absolvierte Rudi Nebe eine Zusatzausbildung zum Sexualtherapeut.

Im Juli 1994 wurde er zum Psychologieoberrat ernannt und im gleichen Jahr zum Leiter des psychologischen Dienstes der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt -sowie als Vertreter des therapeutischen Anstaltsleiters. 1995 wurde er weiterer Vertreter des therapeutischen Leiters der Justizvollzuganstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt -.

Am 1. Januar 1999 erhielt Rudi Nebe die Approbation als psychologischer Psychotherapeut.

Im Jahr 2003 erfolgte die Bestellung zum weiteren Vertreter der Anstaltsleitung der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt -. Ab 2006 hat er die Arbeit im kriminologischen Dienst des hessischen Justizvollzugs mitgestaltet. Die Ernennung zum Psychologiedirektor erfolgte am 5. April 2007, die Bestellung zum Vertreter der Anstaltsleitung der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt – am 8. April 2010.

Von August 2011 bis Mai 2011 war Rudi Nebe an das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa als Referatsleiter IV/B2 abgeordnet. Die Bestellung zum Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Kassel II – Sozialtherapeutische Anstalt – erfolgte zum 1. November 2011.

Herr Nebe trat zum 31. Januar 2016 mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand.

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