20 Jahre Partnerschaft

Europaminister Jörg-Uwe Hahn besucht Hessens Partnerprovinz Emilia Romagna

Der Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident, Jörg-Uwe Hahn, und Europastaatssekretärin Dr. Zsuzsa Breier reisen am heutigen Donnerstag mit einer Delegation von Landtagsabgeordneten für zwei Tage in die italienische Partnerprovinz Emilia Romagna. „Unsere Partnerschaft mit der Emilia Romagna war im vergangenen Sommer 20 Jahre alt. Doch es war kein Grund zum Feiern“, bedauert Europaminister Hahn: „Die Provinz wurde im Juni 2012 von einem Erdbeben heimgesucht. Da ging es um die Bewältigung der Katastrophe.“

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Minister Hahn und Staatssekretärin Dr. Breier im Gespräch mit Wissenschafts- und Kultusminister Prof. Patrizio Bianchi im Rathaus von Ferrara
Minister Hahn und Staatssekretärin Dr. Breier im Gespräch mit Wissenschafts- und Kultusminister Prof. Patrizio Bianchi im Rathaus von Ferrara
© HMdJIE

Jetzt stehe die Information im Vordergrund des Freundschaftsbesuchs. „Wir wollen den Wiederaufbau sehen und wissen, wo wir behilflich sein können. Hessen und die italienische Region verbindet eine 20jährige enge und gute Zusammenarbeit“, so Europaminister Hahn: „Ich will mit meiner Amtskollegin, der Europaministerin der Emilia Romagna, Simonetta Saliera, Bilanz ziehen und sehen, wo  wir neue Projekte anstoßen können.“

„Am 21. Juli 1992 war in Schloss Biebrich in Wiesbaden die Partnerschaftsvereinbarung zwischen Hessen und der italienischen Region Emilia-Romagna unterzeichnet worden“, erinnert Europaminister Jörg-Uwe Hahn: „Seitdem reichen die  Beziehungen vom regen Kulturaustausch über gemeinsame Hochschulprojekte  bis hin zu einer engen Kooperation im Sozialbereich. Unterstützt wird die Arbeit der Landesregierung von 17 kommunalen Partnerschaften, die in unzähligen Projekten und Aktivitäten einen regen Austausch mit ihren italienischen Partnern pflegen. „Solche kommunalen Partnerschaften stehen und fallen mit dem ehrenamtlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger“, so Europaminister Hahn. „Diese tragen mit vielfältigen Aktionen wesentlich zum Gelingen lebendiger Regionalpartnerschaften bei. So gibt es zum Beispiel seit zwei/drei Jahren einen hessischen Weihnachtsmarkt in Modigliana“.

Unsere 17 kommunalen Partnerschaften:

  • Butzbach - Collecchio
  • Breuna – Predappio
  • Fritzlar – Casina
  • Grebenstein – Sarsina
  • Gießen – Ferrara
  • Hofbieber – Comunità Montana Acquacheta
  • Immenhausen (Kreis Kassel) – Modigliana
  • Kaufungen – Bertinoro
  • Naumburg (Kreis Kassel) – S. Mauro Pascoli
  • Bad Salzschlirf – Castel San Pietro Terme
  • Weilburg – Quattrocastella
  • Witzenhausen – Vignola
  • Wolfhagen – Meldola
  • Zierenberg – Cattatico
  • Zwingenberg – Brisighella
  • Landkreis Kassel – Provinz Forlì-Cesena
  • Kreis Offenbach – Provinz Parma.

Im Rahmen der Regionalpartnerschaft unterhalten fünf hessische Universitäten und drei hessische Fachhochschulen Kooperationen mit den Hochschulen in der Emilia-Romagna:

  1. Technische Universität Darmstadt kooperiert mit der Università di Bologna im Fach Bauingenieurwesen.
  2. Goethe-Universität Frankfurt kooperiert mit der Università di Bologna in den Fächern Film, Geschichtswissenschaft, Griechisch, Latein, Medienwissenschaften, Psychologie, Sozialwissenschaften, Theaterwissen­schaften und mit der Università degli Studi di Modena e Reggio Emilia im Fach Germanistik.
  3. Justus-Liebig-Universität Gießen:  Università di Bologna in den Fächern Humanmedizin, Erziehungswissenschaften, Politikwissenschaft, Tiermedizin . Università degli Studi de Modena e Reggio Emilia im Fach Wirtschafts­wissenschaften. Università degli Studi di Parma im Fach Rechtswissenschaft.
  4. Universität Kassel: Accademia di Belle Arti de Bologna (ABA Bologna) im Fach Bildende Kunst. Università degli Studi di Modena e Reggio Emilia im Fach Wirtschafts­wissenschaften.
  5. Philipps-Universität Marburg: Università di Bologna in den Fächern Chemie. Università di Ferrara im Fach Italienisch.
  6. Hochschule Darmstadt: Università degli Studi die Parma im Fach Soziale Arbeit.
  7. Fachhochschule Frankfurt:Università degli Studi di Modena e Reggio Emilia im Fach Pflegewissen­schaften.
  8. Hochschule Geisenheim: Università degli Studi di Bologna im Fach Weinbau, Oenologie.        

Folgende hessische Schulen unterhalten Schulpartnerschaften mit Schulen in der Emilia-Romagna:

  • Albert-Schweitzer-Schule, Hofgeismar
  • Alexander-von-Humboldt-Schule, Viernheim
  • Anne-Frank-Schule, Eschwege
  • Brüder-Grimm-Schule, Eschwege
  • Brüder-Grimm-Schule, Frankfurt a. M.
  • Freiherr-vom-Stein-Schule (Europaschule), Gladenbach (2 Partnerschulen)
  • Friedrich-Dessauer-Gymnasium, Frankfurt a. M.
  • Gesamtschule Fuldatal, Fuldatal
  • Goetheschule, Wetzlar
  • Gymnasium Michelstadt, Michelstadt
  • Heinrich-Grupe-Schule, Grebenstein
  • Heinrich-von-Gagern-Gymnasium, Frankfurt a. M.
  • Jugenddorf-Christophorusschule Oberurff, Bad Zwesten
  • Ricarda-Huch-Schule, Gießen
  • Wilhelm-Filchner-Schule, Wolfhagen
  • Elly-Heuss-Schule, Wiesbaden. 

Im Jahr 2011 wurden 39 Austauschfahrten durchgeführt, 16 Fahrten wurden mit Landesmitteln bezuschusst.

Neben Gesprächen mit Parlamentspräsidentin Palma Costi, Europaministerin Simonetta Saliera, dem Minister für Kultusangelegenheiten Patrizio Bianchi und weiteren politischen Vertretern gilt das Interesse auch der Aufarbeitung der Schäden, die das Erdbeben im Mai 2012 in der Region angerichtet hat.  Rund 40.000 Menschen waren evakuiert. 32.000 Wohnungen wurden beschädigt. 30 Prozent waren nicht mehr bewohnbar. 16.000 Menschen waren in Gemeinschaftszelten Hotels und Pensionen untergebracht.  Rund 37.000 Menschen verloren damals ihre Arbeitsplätze. Viele kleinere und mittlere Unternehmen, Schulen, soziale Einrichtungen, aber auch kulturhistorisch bedeutende Gebäude wurden zerstört oder stark beschädigt. „Präsident Errani und sein Team haben Unglaubliches geleistet, um allen betroffenen Bürgerinnen und Bürgern rasch zu helfen“, so Europaminister Hahn heute. „Ministerpräsident Bouffier und ich haben sofort nach der Katastrophe Hilfe angeboten. Dieses Angebot möchte ich im Laufe meiner Reise noch einmal erneuern.“

Europaminister Jörg-Uwe Hahn wird eine Spende von 1000 Euro übergeben, die von  Oberstleutnant d. R., Wolfgang Busch, und seinen Kameraden im Rahmen des Feldgottesdienstes beim Hessentag gesammelt worden waren.  Im Rahmen einer Spendenaktion in Butzbach waren 2300 Euro  zusammengekommen, die dem Zivilschutz der Provinz Parma bereits übergeben wurden.

Die von Frau Melara Dürbeck in Frankfurt ins Leben gerufene Initiative zum Wiederaufbau der zerstörten Schule „Elvira Castelfranchi“ brachte  9.200 Euro zusammen. „Angesichts der Milliarden-Schäden, die das Erdbeben verursacht hat, sind das die Beträge, die den Kern einer Partnerschaft ausmachen“, sagt Europaminister Jörg-Uwe Hahn: „Es sind die Menschen, die vermeintlich kleine Beträge mit großem Herzen geben.“

Weiterer wichtiger Punkt wird die Auslotung einer Kooperation im Bereich der Gefangenenfürsorge sein. „Italiens Gefängnisse sind in schwierigem Zustand“, so Justizminister Jörg-Uwe Hahn, „die Emilia-Romagna hat reagiert und in Modena ein neues Gefängnis gebaut, das den heutigen Vorgaben im Strafvollzug Rechnung trägt. Die Kollegen möchten hierbei gerne von den hessischen Erfahrungen profitieren, was ich selbstverständlich unterstützen werde.“

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Dr. Hans Liedel
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