Amtswechsel

Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt geht in den Ruhestand

15.09.2015Hessisches Ministerium der Justiz

Eva Kühne-Hörmann: „Prägende Gestalt der hessischen Justiz“

bild_1.jpg

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Hans-Josef Blumensatt
Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Hans-Josef Blumensatt
© HMdJ

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann übergab heute dem Generalstaatsanwalt Hans-Josef Blumensatt seine Ruhestandsurkunde. Damit tritt er nach über 40 Dienstjahren, davon sechseinhalb Jahre an der Spitze der hessischen Staatsanwaltschaften zum 30. September des Jahres in den Ruhestand.

„Sie waren und sind eine prägende Gestalt der hessischen Justiz. Nicht nur als Generalstaatsanwalt, sondern auch in Ihren vielfältigen Funktionen zuvor, etwa als Leitender Oberstaatsanwalt in Wiesbaden. Wo Sie auch tätig waren, haben Sie einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen“, so die Justizministerin anlässlich der Urkundenübergabe.

Über vier Jahrzehnte in der hessischen Justiz

„Nach über vier Jahrzehnten in der hessischen Justiz können Sie auf einen mustergültigen Werdegang zurückblicken. Dabei sind Sie von Beginn an der Strafverfolgung, ob als Staatsanwalt in Darmstadt oder als Referent der Strafrechtsabteilung im Hessischen Ministerium der Justiz und später als Generalstaatsanwalt, treu geblieben. In Ihre Verantwortung fallen viele wichtige und bedeutsame Entscheidungen für die hessische Justiz. Sie haben nicht nur die Eingreifreserve gestärkt und die bundesweit erste Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) maßgeblich aufgebaut; Sie haben auch die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität geschaffen und bei all diesen Entscheidungen einen Weitblick bewiesen, von dem die hessische Justiz noch lange profitieren wird“, so Eva Kühne-Hörmann.

Anders als in anderen Bundesländern verfügt Hessen nur über einen Generalstaatsanwalt mit einer landesweiten Zuständigkeit. Allein im Jahr 2014 lag die Zahl der Neueingänge bei insgesamt 359.784 Verfahren. Hessens über 400 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sowie etwa 120 Amtsanwältinnen und Amtsanwälte haben im vergangenen Jahr insgesamt 356.069 Ermittlungsverfahren abgeschlossen.

Eine wichtige Schlüsselposition in Hessen

„Die Funktion des Generalstaatsanwalts in Hessen ist eine wichtige Schlüsselposition. Diese Herausforderung haben Sie exzellent gemeistert. Denn gerade ein so wirtschaftlich stark aufgestelltes Bundesland wie Hessen ist auf eine effiziente und gut funktionierende Justiz angewiesen. Mit der Stärkung der Eingreifreserve und der Schaffung der Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität haben Sie sich gleichermaßen bei der Bekämpfung von Straftaten, insbesondere im Bereich der Wirtschafts- und der organisierten Kriminalität verdient gemacht. Aber auch dem Opferschutz durch die Rückgewinnungshilfe sowie den fiskalischen Interessen galt Ihre besondere Aufmerksamkeit. Kriminellen Organisationen, Banden und Einzeltätern muss ihr ,Betriebskapital‘ für weitere kriminelle Handlungen wirksam entzogen werden“, so die Justizministerin, „denn Verbrechen darf sich nicht lohnen.“

 „Mit der Eingreifreserve verfügt Hessen über eine bundesweit einzigartige operative Einheit, die seit Jahren einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität und Entlastung sämtlicher hessischen Staatsanwaltschaften leistet. Allein im Jahr 2014 sind von der Eingreifreserve insgesamt ca. 10,1 Millionen Euro unrechtmäßige Gewinne abgeschöpft worden“, so der scheidende Generalstaatsanwalt, der darauf hinwies, dass sich aufgrund der Arbeit der Eingreifreserve die bestandskräftigen steuerlichen Mehrergebnisse (einschließlich Zinsen) im Zeitraum 2011 bis 2014 auf einen Gesamtbetrag i.H.v. ca. 1,04 Milliarden Euro beliefen.

Eine bundesweit einzigartige Einheit 

„Die ZIT haben Sie gefördert und mit aufgebaut. Damit haben Sie eine bundesweit einzigartige Einheit geschaffen, die sowohl im Bereich der Bekämpfung der Cyberkriminalität bundesweit führend ist, als auch im Bereich der internationalen Vernetzung und Fortbildung von Staatsanwältinnen und Staatsanwälten. Nur dank des frühzeitigen Engagements ist die ZIT noch heute der zentrale Ansprechpartner des Bundeskriminalamtes (BKA) im Bereich Cybercrime. Für diese Aufbauarbeit gebührt Ihnen Respekt und Ankerkennung. Denn schon früh haben Sie erkannt, dass man dem größten Tatort der Welt auch mit einer technisch und personell gut ausgestatteten Strafverfolgungsbehörde, die global vernetzt ist, begegnen muss“, so die Justizministerin.

„Nach über vier Jahrzehnten in der hessischen Justiz heißt es Abschied zu nehmen. Dabei bedanke ich mich bei den vielen Weggefährtinnen und Weggefährten, den engagierten Staatsanwältinnen und Staatsanwälten, die mit hervorragenden fachlichen Können, viel Fleiß und über das normale Maß hinaus die Arbeit der letzten Jahre mitgestaltet und mitgeformt haben. Und, ich danke der hessischen Justiz dafür, dass sie mir die Möglichkeiten und Chancen gegeben hat, diese Veränderungen mitzugestalten“, so Hans-Josef Blumensatt.

„Lieber Herr Blumensatt, mit Ihnen verlässt ein maßgeblicher Akteur die aktive Laufbahn. Die Zahlen, Daten und Fakten über Ihr Schaffen sprechen für sich. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Sie große Fußstapfen hinterlassen. Sie übergeben ein gut bestelltes Feld an Herrn Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, der Ihnen zum 1. Oktober 2015 im Amt des Generalstaatsanwalts nachfolgen wird. Für Ihre Zukunft wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Gesundheit und dass Sie der hessischen Justiz in der einen oder anderen beratenden Funktion erhalten bleiben“, so Eva Kühne-Hörmann.

Über Hans-Josef Blumensatt

  • Hans-Josef Blumensatt wurde am 19. Mai 1950 in Erbach/Rheingau geboren. Nach dem Abitur und dem Wehrdienst begann er 1970 das Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. 1975 legte er sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Seinen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Wiesbaden begann er im September 1975. Sein zweites juristisches Staatsexamen absolvierte er im Dezember 1977.
  • Im Jahr 1978 wurde er zum Richter auf Probe bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt berufen und im September 1980 zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt ernannt. Im Januar 1981 erfolgte eine Versetzung zur Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Im September 1984 folgte eine Abordnung an das Hessische Ministerium der Justiz, wo er als Referent in der Strafrechtsabteilung eingesetzt war. Im April 1988 erfolgte die Ernennung zum Regierungsdirektor und im Jahre 1990 die Ernennung zum Ministerialrat. In der Zeit von November 1990 bis Januar 1991 erfolgte eine weitere Abordnung mit der hälftigen Arbeitskraft in den Geschäftsbereich des Thüringer Justizministeriums.
  • Im November 1990 erfolgte die Ernennung zum Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Im Jahr 1999 folgte eine zweite Abordnung an das Hessische Ministerium der Justiz als Referatsleiter in der Abteilung Justizvollzug.
  • Im Jahr 2000 wurde er – zunächst im Beamtenverhältnis auf Zeit für die Dauer von 5 Jahren - zum Leitenden Oberstaatsanwalt als Leiter der Staatsanwaltschaft Wiesbaden ernannt; am 31. Oktober 2005 folgte dann die Ernennung zum Leitenden Oberstaatsanwalt als Leiter der Staatsanwaltschaft Wiesbaden im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.
  • Am 1. Februar 2009 wurde er zum Generalstaatsanwalt als Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gem. § 19 a HBG im Beamtenverhältnis auf Probe ernannt; am 30. März 2010 folgte die Übertragung des Amtes des Generalstaatsanwalts auf Lebenszeit.
  • Im April 2014 beging Hans-Josef Blumensatt sein 40-jähriges Dienstjubiläum.
  • Zum 1. Oktober 2015 Eintritt in den Ruhestand. 

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr Matthias Grund
Hessisches Ministerium der Justiz
+49 611 32 26 95
+49 611 32 26 91
pressestelle@hmdj.hessen.de
Schließen