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Razzia gegen Kinderschänder

Generalstaatsanwalt und Landeskriminalamt veranlassen Durchsuchung von 40 Wohnungen

Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Innenminister Boris Rhein teilen mit, dass die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main - Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) - unter Federführung des Hessischen Landeskriminalamtes (HLKA) sowie verschiedener Landespolizeibehörden am 19.02.2013 vierzig Wohnungen von Tatverdächtigen im gesamten Bundesgebiet, u. a. in Hessen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen, durchsucht hat, wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern und des Besitzes kinderpornographischer Schriften.

Gut vierzig Beschuldigte im Alter von 20 bis 72 Jahren stehen im Verdacht, im Tatzeitraum 04.09.2012 bis 14.09.2012 in dem Internet-Chat eines sozialen Netzwerkes Kontakt zu Kindern gesucht sowie im Anschluss sexuelle Handlungen vor der Webcam vorgenommen und/oder die Chatpartner zu sexuellen Handlungen aufgefordert zu haben. Es besteht darüber hinaus der Verdacht, dass die Beschuldigten in weiteren Fällen Kinder unter Nutzung sozialer Netzwerke im Internet missbraucht haben.

Dem Verfahrenskomplex liegen Ermittlungen zu dem Phänomen des so genannten „Cybergrooming“ zu Grunde. Als „Cybergrooming“ bezeichnet man die sexuelle Belästigung Minderjähriger über das Internet durch meist ältere, fremde Männer. Diese geben sich in Chats oder sozialen Netzwerken im Internet gegenüber Kindern oder Jugendlichen als gleichaltrig aus, um sich so das Vertrauen der Minderjährigen zu erschleichen. Dabei nutzen die Täter das arglose Vertrauen Minderjähriger mit dem Ziel aus, später sexuelle Handlungen an oder vor Minderjährigen zu begehen.

Im Rahmen der durchgeführten Durchsuchungen konnten eine Vielzahl digitaler Datenträger sowie weitere Beweismittel sichergestellt werden.

An dem bundesweiten Einsatz waren unter Leitung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main 130 Beamte des Hessischen Landeskriminalamtes und der Länderpolizeien beteiligt.

Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Innenminister Boris Rhein beschreiben das Internet als größten Tatort der Welt, den die Experten von Polizei und Staatsanwaltschaft sorgfältig beobachten. „Der jetzige Schlag gegen Kinderschänder zeigt: Es gibt keine rechtsfreien Räumen.“ Verbrechen an Kindern seien besonders verwerflich. Beide Minister würdigten die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft, auch über Ländergrenzen hinaus.

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Pressesprecher: 
Dr. Hans Liedel