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Hilfe für Griechenland

Hessen unterstützt Aufbau von weiteren 60 Freiwilligen Feuerwehren in Griechenland

In der Bad Vilbeler Feuerwache am Sportfeld begrüßte der Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident, Jörg-Uwe Hahn, den Präsidenten der griechischen Freiwilligen Feuerwehr E.S.E.P.A., Nikos Sachinidis, und sein Stellvertreter Nikolaos Ftiakas und Konstantinos Konstandinidis. Empfangen wurden die Feuerwehrkameraden vom Bad Vilbeler Stadtbrandinspektor Matthias Meffert.

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Europaminister Jörg-Uwe Hahn empfängt den Präsidenten der griechischen Freiwilligen Feuerwehr E.S.E.P.A., Nikos Sachinidis, seinen Stellvertreter Nikolaos Ftiakas und Konstantinos Konstandinidis.
© HMdJIE

„Für die kommenden zwei Jahre haben die Griechen geplant, mit deutscher Hilfe weitere 60 Feuerwachen der Freiwilligen Feuerwehr zu eröffnen und bei mindestens 30 Wachen ein Krankentransportfahrzeug zu stationieren“, so Europaminister Jörg-Uwe Hahn: „Das bedeutet, dass der bereits vorhandene Fuhrpark von derzeit 100 Fahrzeugen mehr als verdoppelt werden wird. Die Ausbildung der Freiwilligen erfolgt jeweils in der eigenen Feuerwehrschule in Rizomata. Das wollen wir unterstützen. Deshalb habe ich die drei Feuerwehrkameraden nach Bad Vilbel eingeladen.“

Von der Bad Vilbeler Feuerwehr wollten die griechischen Kameraden wissen, wie man in Hessen gut ausgebildete Handwerker, Facharbeiter, Techniker und Ingenieure für die Mitarbeit in der Freiwilligen Feuerwehr gewinnt und motiviert.

Im Januar hatte der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn den griechischen Innenminister, Evripides Stylianidis, in der Wiesbadener Staatskanzlei empfangen. In den Gesprächen, bei denen es eigentlich um die duale Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule ging, erfuhr Europaminister Hahn vom guten Kontakt des ebenfalls in Bad Vilbel anwesenden Landesbeamten Karsten Triesch zu Feuerwehr-Experten in Griechenland und den dortigen Sorgen und Nöten. Europaminister Hahn: „Dort gibt es bis heute überwiegend Berufsfeuerwehren mit ca. 14.500 Planstellen. Zum Vergleich haben wir in Deutschland  über 33.000 Feuerwehrstationen mit insgesamt 1,3 Millionen Feuerwehrleuten! Die ländlichen Gebiete und Dörfer in Griechenland haben oftmals überhaupt keine organisierten Feuerwehren und sind auf Überlandhilfe aus den größeren Städten angewiesen. Das Ziel ist ein freiwilliges Feuerwehrnetzwerk nach westeuropäischem Vorbild“, so Europaminister Hahn: „ Hier ist unsere Hilfe gefragt.“

Die E.S.E.P.A. ist Teil des griechischen Zivilschutzes "Politiki Prostasia". Ihr Präsident Nikos Sachinidis schaffte es mit Unterstützung von deutschen, österreichischen und schweizerischen Feuerwehrkameraden, über 50 Stationen für Feuerwehr und Rettungsdienst zu errichten und mit feuerwehrtechnischer Ausrüstung und Fahrzeugen auszustatten. Eine internationale Feuerwehrschule entstand in Rizomata.

Derzeit werde in Thessaloniki eine große Werkstatt eingerichtet, die mit deutscher Hilfe ausgestattet werden soll, so der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn. Des Weiteren seien Kooperationen zwischen der Griechischen Landesfeuerwehrschule der E.S.E.P.A. und deutschen Landesfeuerwehrschulen mit einem gegenseitigen Austausch geplant. So könne nach der Zertifizierung der Schule in Rizomata eine fundierte Ausbildung in der Wald- und Flächenbrandbekämpfung für deutschsprachige Brandschützer angeboten werden, während in Deutschland die Ausbildung für griechische Ausbilder nach deutschen Feuerwehrdienstvorschriften vorgesehen sei.

„Der Hessische Landesfeuerwehrverband sucht in Hessen nach entbehrlichen Fahrzeugen“, berichtete Dr. Ralf Ackermann, der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen der Freiwilligen Feuerwehren, in der Bad Vilbeler Feuerwache. Die hessischen Feuerwehrkameraden haben auch beim  Bundesverteidigungsministerium nach ausrangierten Militärfahrzeugen angefragt. Das THW hat eine „kleine“ Hilfe zugesagt, die aus einem ausgesonderten Technischen Zug und einer Fachkomponente besteht. In den meisten Fällen ist eine kostenlose Abgabe von Feuerwehrfahrzeugen durch die Kommunen nicht möglich. Hier wäre der Zeitwert zu ersetzen. Darüber hinaus müssen diese Fahrzeuge und die Fahrzeuge aus Militärbeständen nach Griechenland überführt und auch vorher für die Fahrt vorbereitet werden. Deshalb ist  man noch auf der Suche nach Sponsoren.

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Dr. Hans Liedel