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Jugendarrest

Justizminister Jörg-Uwe Hahn eröffnet Jugendarrestanstalt in Gelnhausen

In Gelnhausen eröffnete der Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn am Freitag den Neubau der Jugendarrestanstalt. „Die bisherige Arrestanstalt hatte 50 Plätze. Mit dem Neubau wird sie um 24 auf 74 Plätze erweitert. Die Baukosten beliefen sich auf 2,5 Millionen Euro“, wie Justizminister Hahn berichtet.

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Minister Hahn bei der Besichtigung einer Zelle in Gelnhausen

„Mit dem Neubau setzten wir den Schlussstein unter die Neuordnung des Jugendarrests“, sagte Justizminister Jörg-Uwe Hahn. Die Debatte war Ende 2007 aufgeflammt, nachdem in München zwei jugendliche Gewalttäter auf einem S-Bahnsteig einen Mann totgeschlagen hatten. Es kam auch in Hessen zu energischen Rufen nach mehr Härte.  Demgegenüber standen damals 1000 jugendliche junge Straftäter auf der Warteliste, weil nicht genügend Arrestplätze vorhanden waren.  Woraufhin der damalige Justizminister Jürgen Banzer die ehemalige Justizvollzugsanstalt in Friedberg wieder öffnete. Damit standen mit 60 Plätzen in Friedberg und 50 in Gelnhausen insgesamt 110 Arrestplätze zur Verfügung.

„Diese Warteliste haben wir längst abgearbeitet“, berichtet Justizminister Jörg-Uwe Hahn: „Aber Strafe allein hilft nicht weiter.  Wir müssen diese Jugendlichen aus der Spirale von Kriminalität und Gewalt herausholen. Der Jugendarrest dauert maximal vier Wochen. Er bietet eine nur sehr kurze Interventionszeit. Diese müssen wir nutzen. Oftmals müssen diese Jugendlichen nicht resozialisiert, sondern erst mal sozialisiert werden.“

„Die Jugendlichen stammen oft aus schwierigen Elternhäusern. Da spielt Alkohol eine Rolle. Und wenn schon der Vater keiner geregelten Arbeit nachgeht, ist er dem Sohn nicht das geeignete Vorbild. Langjährige Erfahrungen mit Arrestantinnen und Arrestanten zeigen, dass diese im praktischen Alltag oft an einfachen gesellschaftlichen Anforderungen scheitern. So stellt die Einhaltung von Grundregeln der Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit für viele der jungen Täter eine kaum zu bewältigende Herausforderung dar“, so Justizminister Hahn: „Der Jugendarrestvollzug kann hier durch strukturierte, niedrigschwellige lebens- und alltagspraktische Wissensvermittlung einen wichtigen erzieherischen Beitrag leisten.“

„Im Arrest geben wir einen strukturierten Tagesablauf vor, mit täglich festen Zeiten für Beschäftigung, Freizeit, Essen und Ruhe. Damit muss erst mal der Schlaf-/Wach-Rhythmus vieler Arrestantinnen und Arrestanten geordnet werden. Bei der überwiegenden Anzahl der Jugendlichen ist das im Alltag nicht der Fall. Deshalb versäumen sie Termine in der Schule, bei der Arbeitsagentur, bei Behörden.  Wir bringen ihnen bei, dass man sich regelmäßig wäscht, dass das Zimmer aufgeräumt und sauber gehalten werden muss.“

 

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