Landgericht Limburg an der Lahn

Manfred Beck neuer Präsident

21.07.2016Hessisches Ministerium der Justiz

Die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann führte heute den neuen Präsidenten des Landgerichts Limburg an der Lahn, Manfred Beck, offiziell in sein Amt ein. Sie nutzte die Amtswechselfeier, um dem vorherigen Landgerichtspräsidenten, Dr. Christoph Ullrich, für sein Engagement für die hessische Justiz zu danken.

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v.l.n.r.: Dr. Christoph Ullrich, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Gießen, Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Manfred Beck, Präsident des Landgerichts Limburg a.d. Lahn
v.l.n.r.: Dr. Christoph Ullrich, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Gießen, Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Manfred Beck, Präsident des Landgerichts Limburg a.d. Lahn
© HMdJ

Anpackend und voller Elan

An Dr. Ullrich gerichtet sagte die Justizministerin: „Sehr geehrter Herr Dr. Ullrich, in Ihrer neuen Aufgabe als Regierungspräsident von Gießen habe ich Sie genauso anpackendend und voller Elan erlebt, wie ich Sie aus Ihrer Zeit in der hessischen Justiz kenne. Sie haben in bewegten Zeiten, als die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt hatte und noch keiner wusste, wie es weiter geht, eine herausragende Position in der Verwaltung und damit große Verantwortung übernommen. Ich wünsche Ihnen für Ihre Tätigkeit als Präsident des Regierungspräsidiums Gießen weiterhin viel Erfolg und die berühmte Portion Glück, die es manchmal auch bedarf.“

Pionier im Bereich E-Justice

„Sehr geehrter Herr Beck, als Präsident der IT-Stelle der hessischen Justiz haben Sie hervorragende Pionierarbeit im Bereich E-Justice geleistet. Sie haben zum Beispiel die Weichen dafür gestellt, dass die Verwaltungsgerichte in Hessen unter den ersten Gerichten bundesweit waren, die mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vollständig auf den elektronischen Rechtsverkehr umstellen konnten. Das BAMF kann somit Asylakten sicher und weitestgehend automatisiert auf elektronischem Weg an die Verwaltungsgerichte übermitteln, ohne dass ein Ausdruck und eine Übermittlung mit der Post erforderlich wären. Die Justiz kann die vom Bundesamt eingegebenen Daten für ihre Verfahren nutzen. Die Verfahren können hierdurch effizienter geführt werden“, so die Justizministerin, die ihr Grußwort auch dazu nutzte, das aktuelle 10 Punkte-Maßnahmen-Paket zur Stärkung der hessischen Justiz vorzustellen.

Stärkung der hessischen Justiz

„Wir werden allein im nächsten Jahre rund 8,3 Millionen Euro für die Verbesserung der Ausstattung im IT-Bereich zur Verfügung haben. Mit etwa 6 Millionen Euro entfällt davon der größte Anteil auf die Förderung des elektronischen Rechtsverkehrs. Wir werden mit den zusätzlichen Mitteln aber auch mehrere kleine Projekte im IT-Bereich vorantreiben und die IT-Sicherheit verbessern können. So sollen zum Beispiel moderne IP-Videokonferenzsysteme angeschafft werden“, so die Justizministerin.

„Der größte Erfolg im Entwurf des Haushaltsplans ist aber, dass wir den Personalabbau in der Justiz beendet haben und darüber hinaus 250 neue Stellen für die Justiz erhalten werden. Diesen Stellenzuwachs wird man an vielen Stellen innerhalb der Justiz spüren, insbesondere bei den großen Herausforderungen der Bekämpfung des Extremismus und Terrorismus, bei den Großverfahren im Wirtschaftsstrafrecht sowie im Bereich der Bekämpfung der Internetkriminalität“, erläuterte Eva Kühne-Hörmann. 

„Nicht zuletzt können wir mit dem Stellenzuwachs die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern. Das Justizressort dürfte bei der Familienförderung zwar schon führend sein,  aber wir wollen uns noch steigern und werden eine Task Force einrichten, um bei Beschäftigungsverboten und für Mutterschutzzeiten Ersatzpersonal bereitstellen zu können“, so Eva Kühne-Hörmann.

Vertreter des Rechtsstaats

„Sehr geehrter Herr Beck, der Rechtsstaat ist kein abstraktes Gebilde. Er lebt von den Menschen, die für ihn einstehen, die ihn letztlich ausmachen. Gerade in Zeiten, in denen sich extremistische Straftaten häufen und man den Eindruck haben muss, dass der Terrorismus Stück für Stück unser Handeln bestimmt, braucht es mutige und souveräne Vertreter des Rechtsstaats. Menschen, die für die Ideale des Rechtsstaats eintreten, sie erklären und  verteidigen und dies auch mal gegen die öffentliche Meinung. Als Präsident eines Gerichts sind Sie da ganz besonders gefordert und ich bin mir sicher, dass Sie diese Aufgabe hervorragend meistern werden. Für Ihr Amt als Präsident des Landgerichts Limburg wünsche ich Ihnen viel Erfolg, immer eine glückliche Hand und auch das schon benannte Quäntchen Glück“, so die Justizministerin.

Manfred Beck wurde am 5. Februar 1960 in Marburg geboren. Nach seinem Abitur begann er 1978 das Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main.

Im Jahre 1986 legte er sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Seinen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Frankfurt am Main begann er im Mai 1986. Sein zweites juristisches Staatsexamen absolvierte er im April 1989.

Am 5. Februar 1990 wurde Manfred Beck zum Richter auf Probe mit Dienstleistungsaufträgen am Landgericht Marburg und Amtsgericht Frankfurt am Main ernannt. Im Jahre 1993 erfolgte die Ernennung zum Richter am Amtsgericht im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit bei dem Amtsgericht Frankfurt am Main. Zum 1. Juni 1997 wurde er als Referent für Informationstechnik an das Bundesministerium der Justiz in Bonn abgeordnet. In der Zeit vom 24. Oktober 1999 bis 30. April 2004 folgte eine weitere Abordnung an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Mit Wirkung vom 1. Mai 2004 wurde Manfred Beck zum Richter am Oberlandesgericht ernannt, bei welchem er zunächst als Leiter des ADV (automatisierte Datenverarbeitung) und später als Leiter der Gemeinsamen IT-Stelle der hessischen Justiz (GIT) tätig war.

In der Zeit vom 1. Februar 2011 bis 30. Juni 2012 folgte die Abordnung an das Hessische Ministerium der Justiz, wo er ab Januar 2012 als kommissarischer Leiter die IT-Aufgaben der  neu hervorgegangenen IT-Stelle der hessischen Justiz wahrnahm. Am 16. Februar 2012 beging Manfred Beck sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Zum 29. Juni 2012 wurde er zum Präsidenten der IT-Stelle der hessischen Justiz ernannt; zum 1. November 2013 erfolgte die Übertragung des Amtes auf Lebenszeit.

Die Berufung zum Präsidenten des Landgerichts Limburg a.d. Lahn erfolgt mit Wirkung vom 20. April 2016.

Dr. Christoph Ullrich wurde 1960 in Limburg geboren. Nach bestandenem Abitur und dem abgeleisteten Zivildienst begann er mit dem Studium der Rechtswissenschaften in Gießen und legte 1985 seine 1. juristische Staatsprüfung ab. Nach dem juristischen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Limburg folgte 1988 das zweite Staatsexamen.

1989 begann er seine richterliche Tätigkeit im hessischen Justizdienst und war als Richter an den Amtsgerichten Wiesbaden, Hadamar und Weilburg tätig. Von 1999 bis 2001 wirkte Dr. Ullrich für das Justizministerium in der hessischen Landesvertretung in Berlin. Im Mai 2001 erfolgte die Abordnung als Pressesprecher an das Hessische Ministerium der Justiz in Wiesbaden. 2002 wurde Dr. Ullrich zum Direktor des Amtsgerichts Dillenburg, 2006 zum Vizepräsidenten des Landgerichts Marburg, 2008 zum Präsidenten des Landgerichts Marburg und 2014 zum Präsidenten des Landgerichts Limburg ernannt. 

Zum 3. Oktober 2015 erfolgte die Ernennung zum Regierungspräsidenten des Regierungsbezirks Gießen.

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