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Offizielle Amtseinführung

Meinrad Wösthoff ist neuer Präsident des Amtsgerichts Gießen

07.09.2016Hessisches Ministerium der Justiz

Erst im August ernannte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann Meinrad Wösthoff, zum neuen Präsidenten des Amtsgericht Gießen. Bereits heute folgte die offizielle Amtseinführung. Meinrad Wösthoff folgt auf den im letzten Jahr an die Spitze des Landgerichts Marburg gewechselten Dr. Frank Oehm.

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v.l.n.r.: Dr. Frank Oehm, Präsident des Landgerichts Marburg, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Meinrad Wösthoff, neuer Präsident des Amtsgericht Gießen
v.l.n.r.: Dr. Frank Oehm, Präsident des Landgerichts Marburg, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Meinrad Wösthoff, neuer Präsident des Amtsgericht Gießen
© HMdJ

„Die Amtsgerichte sind für viele Menschen seltener und oft auch einziger Berührungspunkt mit der Justiz. In Mietstreitigkeiten, Familiensachen oder bei Erbangelegenheiten – die Menschen erwarten schnelle und tragfähige Lösungen. Die Amtsgerichte sind deshalb nicht nur Leistungszentren des Rechtsstaats, sie sind auch wichtiger Indikator für die Leistungsfähigkeit des Staates insgesamt“, so Eva Kühne-Hörmann in ihrem Grußwort.

Justizstandort Gießen

„Sehr geehrter Herr Dr. Oehm, auch wenn Ihr Wechsel nach Marburg schon eine Weile zurück liegt, werden Sie die Entwicklung ihrer früheren Behörde sicherlich auch aus dem nicht ganz so weit entfernten Marburg beobachtet haben. Der Justizstandort Gießen steht hervorragend da. Für das Verwaltungsgericht Gießen ist eine neue Kammer vorgesehen, die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) wurde in diesem und wird auch im nächsten Jahr personell verstärkt. Sowohl die örtliche Staatsanwaltschaft als auch das Land- und das Amtsgericht Gießen bekommen im Rahmen des 10-Punkte-Maßnahmen-Pakets zur Stärkung der hessischen Justiz neue Stellen. Besonders freue mich auch darüber, dass wir inmitten der Gießener Justizbehörden, in der Gutfleischstraße vor kurzen das für fast 1 Millionen Euro sanierte ehemalige ‚Beschließerhaus‘ für die Bewährungshilfe Gießen offiziell eröffnen konnten“, so die Ministerin, die weiter an Herrn Dr. Oehm gerichtet ausführte: „Eine hervorragende Ausstattung einer Behörde ist das Eine. Ein Standort lebt aber davon, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gut ausgebildet, motiviert und engagiert sind. Hier ist jeder Einzelne gefragt. Sehr geehrter Herr Dr. Oehm, für Ihre hier geleistete Arbeit danke ich Ihnen ausdrücklich“, so die Justizministerin in ihrem Grußwort.

Hervorragender Jurist und Teamplayer

„Sehr geehrter Herr Wösthoff, Gießen hat als Standort der zentraler Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hessen hat eine besondere Bedeutung. Präsident des Amtsgerichts in Gießen zu sein, ist deshalb eine herausfordernde aber auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Denn in der täglichen Arbeit der Amtsgerichte spiegeln sich nicht selten die gesellschaftlichen Entwicklungen wider. Infolge des Zuzugs von Flüchtlingen kamen zum Beispiel eine große Zahl sogenannten ‚unbegleiteter Minderjähriger‘ nach Deutschland“, erläuterte die Ministerin, die fortfuhr: „Waren es im Jahr 2014 lediglich 4.400 unbegleitete Minderjährige die in Deutschland einen Asylantrag stellten, waren es nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im letzten Jahr bereits rund 22.300. In den ersten 7 Monaten dieses Jahres kamen bereits über 25.600 unbegleitete Minderjährige. Dieser sprunghafte Anstieg ist auch an den Verfahrenszahlen in den Amtsgerichten zu spüren. Denn die Amtsgerichte fungieren in diesem Zusammenhang als Familien- bzw. als Vormundschaftsgerichte“, so die Justizministerin, die fortfuhr: „Ich möchte die Gelegenheit der Amtswechselfeier deshalb dazu nutzen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihren großen Einsatz in den letzten Monaten zu danken.“

An Meinrad Wösthoff gerichtet: „In Ihren fast drei Jahrzenten als Richter haben Sie in vielen verschiedenen Funktionen Übersicht und Ausdauer bewiesen. Dass Sie eine große Behörde leiten können, haben Sie in den letzten Jahren als Direktor des Amtsgerichts in Hanau hervorragend bewiesen. Ich habe Sie als starke Persönlichkeit und hervorragenden Juristen kennengelernt, der zugleich Teamplayer ist und offen auf die Menschen zugeht. Für Ihre neue Aufgabe wünsche ich Ihnen viel Erfolg, das notwendige Fingerspitzengefühl und auch das Quäntchen Glück, was es braucht, um eine große Behörde zu leiten. Das Amtsgericht Gießen ist eine sehr gut aufgestellte Behörde. Ich weiß sie bei Ihnen in sehr guten Händen“, so Eva Kühne-Hörman

Biographien

Meinrad Wösthoff wurde am 9. April 1958 in Duisburg geboren. Nach dem Abitur und abgeleistetem Wehrdienst begann er 1978 das Studium der Rechtswissenschaften in Trier und Frankfurt am Main.
Im Anschluss an die erste juristische Staatsprüfung begann er am 1. Februar 1984 seinen juristischen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Hanau. Nach seiner zweiten juristischen Staatsprüfung war Meinrad Wösthoff zunächst als Rechtsanwalt in Hanau tätig.

Zum 1. Juni 1989 erfolgte die Ernennung zum Richter auf Probe mit Dienstleistungsaufträgen beim Landgericht Frankfurt am Main und Amtsgericht Bad Homburg. Vom 4. Juli 2000 bis 2. April 2001 erfolgte eine Abordnung an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.

Zum 29. Oktober 2001 wurde er zum Vorsitzenden Richter am Landgericht Frankfurt am Main berufen.

Am 1. Januar 2011 erfolgte eine Abordnung an das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und Europa.

Am 1. September 2011 wurde Meinrad Wösthoff zum Direktor des Amtsgerichts ernannt.

Die Berufung zum Präsidenten des Amtsgerichts Gießen erfolgte zum 1. August 2016.

Dr. Frank Oehm wurde 1960 in Bebra geboren. Er machte Abitur in Bad Hersfeld, studierte Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und war fast sieben Jahre lang als Rechtsanwalt in Frankfurt und Wetzlar tätig, bevor er sich für die Karriere eines Richters entschied.

Nach Stationen bei der Staatsanwaltschaft in Limburg und Gießen war er Richter am Amtsgericht Alsfeld, dann Richter am Landgericht Gießen. Als Richter am Oberlandesgericht Frankfurt war er abgeordnet an das Hessische Ministerium der Justiz. Als Vorsitzender Richter am Landgericht kehrte er nach Gießen zurück. Seit 2004 war Dr. Oehm Vizepräsident des Amtsgerichts Gießen, wurde 2013 zum Präsidenten des Amtsgerichts Gießen und zum 1. Februar 2015 zum neuen Präsidenten des Landgerichts Marburg ernannt.

Als nebenamtliches Mitglied des Justizprüfungsamtes ist Dr. Oehm seit 2000 als Prüfer im zweiten juristischen Staatsexamen tätig.

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