Startseite » Presse » Pressemitteilungen » Pressearchiv » Uwe Steinberg ist neuer Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel
Amtswechsel

Uwe Steinberg ist neuer Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel

06.07.2016Hessisches Ministerium der Justiz

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann hat heute den neuen Präsidenten des Verwaltungsgerichts Kassel, Uwe Steinberg, offiziell in sein Amt eingeführt. Er folgt auf den Präsidenten des Verwaltungsgerichts a.D. Volker Igstadt, der Ende letzten Jahres in den Ruhestand getreten ist.

volker_igstadt-eva_kuehne-hoermann-uwe_steinberg.jpg

v.l.n.r.: Präsident des Verwaltungsgerichts a.D. Volker Igstadt, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Uwe Steinberg, Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel
v.l.n.r.: Präsident des Verwaltungsgerichts a.D. Volker Igstadt, Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Uwe Steinberg, Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel
© HMdJ

Fast vier Jahrzehnte im Dienste des hessischen Justiz

„Sehr geehrter Herr Igstadt, in Ihren nahezu vier Jahrzehnten in der hessischen Justiz haben Sie sicherlich einige bewegende Zeiten miterleben und mitgestalten können. Denn das Verwaltungsrecht ist wie kaum eine andere Rechtsmaterie Berührungsfläche der Bürgerinnen und Bürger zu staatlichem Handeln; Verwaltungsgerichte sind damit auch immer Reflexionsfläche gesellschaftlicher Entwicklungen. Viele Rechtsgebiete, etwa das Umweltrecht, haben sich in dieser Zeit überhaupt erst entwickelt. Andere Bereiche, wie das  Asyl- und Asylverfahrensrecht unterlagen vielfältigen Entwicklungen, auf die sich eingestellt werden musste. Das war Anfang der 90iger Jahre nicht anders als in der aktuellen Flüchtlingskrise“, begann Justizministerin Eva Kühne-Hörmann ihr Grußwort und fuhr fort: „Dabei nehmen Verwaltungsgerichte eine wichtige rechtsstaatliche Funktion wahr. Es sind die vielen Flüchtlinge, geflohen vor Krieg, Terror und diktatorischen Regimen, die uns in diesen Tagen sehr deutlich machen, wie wichtig ein funktionierender und vor allem selbstbewusster Rechtsstaat ist, der seinen Bürgerinnen und Bürgern Rechte garantieren und durchsetzen kann.“

„Sie, sehr geehrter Herr Igstadt, haben Ihre hervorragenden juristischen Fähigkeiten dazu genutzt, sich über Ihr ganzes berufliches Wirken hinweg für unseren Rechtsstaat einzusetzen. In vielfältigen Funktionen haben Sie sich darüber hinaus auch für die Modernisierung der Verwaltungsgerichtsbarkeit eingesetzt. Ob am Verwaltungsgericht Wiesbaden, am Hessischen Verwaltungsgerichtshof oder als Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel: Wo Sie tätig waren,  haben Sie Außerordentliches geleistet. Ich habe Sie stets als besonnenen und pragmatischen Fachmann kennen und schätzen gelernt. Für ihren weiteren Lebensweg wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Gesundheit und vor allem auch Zeit für die Familie“, so die Justizministerin.

Neue Herausforderung für Uwe Steinberg

„Sehr geehrter Herr Steinberg, Veränderungen organisatorischer und rechtlicher Art sind auch Ihr Alltagsgeschäft als neuer Präsident des Verwaltungsgerichts Kassel. Neben einigen Änderungen im Asylverfahren und im Asylprozessrecht gehört das Verwaltungsgericht Kassel zu einem der ersten Gerichte bundesweit, welches die Kommunikation mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vollständig auf die elektronische Akte umgestellt hat. Sie haben sich, wie die anderen Verwaltungsgerichte in Hessen, dieser neuen Herausforderung gestellt. So können gerichtliche Asylverfahren effizienter und vor allem schneller durchgeführt werden als noch vor wenigen Monaten. Dass dies technisch innerhalb kurzer Zeit realisiert werden konnte, war kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer langfristigen und konsequenten Modernisierung der hessischen Justizstrukturen“, so die Justizministerin.

„Im nächsten Jahr steht zudem eine besondere organisatorische Herausforderung bevor. Das Verwaltungsgericht Kassel wird mit in das Justizzentrum Goethestraße umziehen. Das neue Gebäude wird neben dem Verwaltungsgericht Kassel auch den Verwaltungsgerichtshof (VGH) und das Sozialgericht beherbergen, und somit im Sinne des Wortes ein echtes ‚Zentrum des Rechtsstaates‘ in Kassel sein. Für Ihre neue Aufgabe wünsche ich Ihnen viel Erfolg, Fingerspitzengefühl und vor allem das notwendige Quäntchen Glück“, so Eva Kühne-Hörmann am Ende ihres Grußwortes. 

Uwe Steinberg wurde am 18. Dezember 1958 in Bad Hersfeld geboren. Nach seinem Abitur an der Modellschule Obersberg (Bad Hersfeld) und abgeleistetem Wehrdienst begann er im Jahre 1980 das Studium der Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität in Marburg und setzte dieses später an der Georg-August-Universität in Göttingen fort. 1986 legte er sein erstes juristisches Staatsexamen ab. Seinen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Fulda begann er im Jahre 1987. Sein zweites juristisches Staatsexamen absolvierte er im Januar 1990.

Von 1990 bis 1993 war Uwe Steinberg als Referent im Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge in Nürnberg tätig. In dieser Zeit war er auch zum Bundesministerium des Innern abgeordnet. Im Februar 1993 wurde er zum Richter auf Probe am Verwaltungsgericht Kassel berufen. Im Jahre 1995 wurde er zum Richter auf Lebenszeit ernannt. Zum 1. September 2003 folgte eine Abordnung an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel und im Jahre 2008 die Ernennung zum Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Später erfolgte eine Teilabordnung an das Verwaltungsgericht Kassel.

Am 17. August 2015 wurde Uwe Steinberg zum Vizepräsidenten und mit Wirkung vom 9. Februar 2016 zum Präsidenten des Verwaltungsgerichts Kassel ernannt.

Volker Igstadt wurde am 22. Juli 1950 in Wiesbaden geboren. Nach seinem Abitur im Jahre 1969 in Wiesbaden absolvierte er von 1970 bis 1975 das Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Im Anschluss an die 1. juristische Staatsprüfung trat er 1976 in den juristischen Vorbereitungsdienst im Landgerichtsbezirk Wiesbaden ein. Nach Absolvierung seines 2. juristischen Staatsexamens im August 1978 war er zunächst als Assessor und später als Regierungsrat beim Regierungspräsidium Darmstadt beschäftigt.

Im Dezember 1980 wurde er zum Richter auf Probe am Verwaltungsgericht Wiesbaden ernannt. 1982 erfolgte seine Ernennung zum Richter am Amtsgericht und eine Abordnung an das Verwaltungsgericht Wiesbaden mit anschließender Versetzung und Übertragung des Amtes eines Richters am Verwaltungsgericht. Im Jahr 1989 folgte eine weitere Abordnung an den Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Nach seiner Ernennung zum Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof im August 1990 wurde er 2007 nach erfolgter Abordnung an das Verwaltungsgericht Kassel zum Vorsitzenden Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel berufen.

Mit Wirkung vom 17. September 2012 wurde er zum Präsidenten des Verwaltungsgerichts Kassel ernannt. Zum 1. Dezember 2015 trat er nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr René Brosius
Hessisches Ministerium der Justiz
+49 611 32 26 95
+49 611 32 26 91
pressestelle@hmdj.hessen.de