Amtsanwältin / Amtsanwalt

Bei dem Amtsanwaltsdienst handelt es sich um eine Sonderlaufbahn des gehobenen Dienstes, die qualifizierten und berufserfahrenen Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern offen steht.

Die Zusatzausbildung sieht einen Vorbereitungsdienst über 15 Monate vor, an deren Ende eine Amtsanwaltsprüfung zu absolvieren ist. Drei Monate nach der schriftlichen Prüfung erfolgt eine mündliche Prüfung, so dass die Ausbildungsdauer insgesamt 18 Monate beträgt.

Das Amt der Staatsanwaltschaft kann nach § 142 Abs. 1 Nr. 3 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) in den Strafsachen der amtsgerichtlichen Zuständigkeit von Amtsanwälten ausgeübt werden.

Amtsanwältinnen und Amtsanwälte sind deshalb als Beamtinnen und Beamte des gehobenen Dienstes in den Staatsanwaltschaften und der Amtsanwaltschaft tätig.

Sie sind anstelle der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte für die Strafverfolgung und die Vertretung der Staatsanwaltschaft vor Gericht in den Verhandlungen der (Einzel-) Strafrichter bei den Amtsgerichten zuständig.

Nach der Anordnung über Organisation und Dienstbetrieb der Staatsanwaltschaft(OrgStA), RdErl. d. MdJIE vom 4. Juni 2009 (JMBL. S. 437ff), umfasst das Aufgabengebiet der Amtsanwältinnen und Amtsanwälte u. a. Delikte aus den Bereichen Körperverletzung, Beleidigung und falsche Verdächtigung, ferner Verkehrs- und Vermögensdelikte (bis zu einem Wert von 2500,- Euro) sowie Bußgeldsachen.

In diesen Verfahren obliegen den Amtsanwältinnen und Amtsanwälten die Leitung der Ermittlungsverfahren sowie deren Abschlüsse.

Die Bewerbung zum Vorbereitungsdienst für die Amtsanwaltslaufbahn ist nach Veröffentlichung der Ausschreibung durch die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main folgenden Justizbediensteten möglich:

Nach § 3 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Laufbahn des Amtsanwaltsdienstes (AAnwAPO) vom 21. Dezember 2008 (JMBl. S. 185ff), geändert durch Verordnungen vom 11. Dezember 2011 (JMBl. 1/2012, S.2) und 5. Dezember 2012 (JMBl. 1/2013, S. 5) können Bewerberinnen und Bewerber zum Vorbereitungsdienst zugelassen werden, die

  1. die Rechtspflegerprüfung bestanden und sich danach mindestens drei Jahre im Rechtspflegerdienst bewährt haben,
  2. nach ihrer Persönlichkeit und ihren bisherigen Leistungen für den Amtsanwaltsdienst besonders geeignet erscheinen,
  3. höchstens 35 Jahre, bei Vorliegen einer Schwerbehinderung oder sonstiger besonderer Gründe 40 Jahre alt sind.

Wenn Sie Interesse an dem Berufsbild der Amtsanwältin/des Amtsanwaltes gefunden haben, können Sie sich beim Vorliegen der vorgenannten Voraussetzungen sowie nach entsprechender Ausschreibung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main für den Vorbereitungsdienst bewerben.

 

Die zugelassenen Beamtinnen und Beamten verbleiben während des Vorbereitungsdienstes in ihrer bisherigen Rechtsstellung und erhalten daher ihre bisherigen Dienstbezüge weiter.

Der Vorbereitungsdienst dauert 15 Monate und gliedert sich wie folgt:

  • Ausbildungsabschnitt I
    4 Monate fachwissenschaftlicher Lehrgang I in der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen in Bad Münstereifel
  • Ausbildungsabschnitt II
    9 Monate fachpraktische Ausbildung bei einer Staats- oder Amtsanwaltschaft
  • Ausbildungsabschnitt III
    2 Monate fachwissenschaftlicher Lehrgang III in der Fachhochschule für Rechtspflege Nordrhein-Westfalen in Bad Münstereifel.

Nach dem Bestehen der Amtsanwaltsprüfung behalten die Beamtinnen und Beamten bis zum Zeitpunkt der Übernahme in den Amtsanwaltsdienst ihr bisheriges Statusamt bei und sind als (beauftragte) Amtsanwältinnen (b) und Amtsanwälte (b) tätig.

Die Ernennung zur Amtsanwältin oder zum Amtsanwalt erfolgt gemäß § 16 Abs. 2 AAnwAPO frühestens nach einem Jahr der Tätigkeit als Amtsanwältin (b) oder Amtsanwalt (b) nach Maßgabe freier Planstellen und unter Umständen erst nach längerer Wartezeit.

Im Amtsanwaltsdienst ist eine Besoldung bis zum Endamt der BesGr. A13 mit Zulage HBesG (Oberamtsanwältin/Oberamtsanwalt mit Zulage) möglich.

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