Fünf Juristinen und Juristen stehen in einer Reihe vor dem Hessenwappen

Staatsanwältin / Staatsanwalt

Da Staatsanwälte in Hessen zunächst immer im Richterverhältnis auf Probe eingestellt werden, müssen auch die sonstigen Voraussetzungen für die Berufung in ein Richterverhältnis nach § 9 des Deutschen Richtergesetzes erfüllt werden (siehe Justiz-Beruf „Richter“).

Die Befähigung zum Richteramt erwirbt, wer

  • an einer Universität Rechtswissenschaften studiert und das Studium mit der ersten Prüfung abschließt und
  • einen Vorbereitungsdienst (Rechtsreferendariat) absolviert und mit der zweiten Staatsprüfung abschließt.

Die Studienzeit - die unterschritten werden kann - beträgt vier Jahre, von denen zwei Jahre auf ein Studium an einer Universität in der Bundesrepublik Deutschland entfallen müssen. Die erste Prüfung besteht aus einer universitären Schwerpunktbereichsprüfung und einer staatlichen Pflichtfachprüfung. Pflichtfächer sind die Kernbereiche des Bürgerlichen Rechts, des Strafrechts, des Öffentlichen Rechts und des Verfahrensrechts einschließlich der europarechtlichen Bezüge, der rechtswissenschaftlichen Methoden und der philosophischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen. Während des Studiums soll bereits verstärkt durch Vermittlung sogenannter Schlüsselqualifikationen wie Verhandlungsmanagement, Gesprächsführung, Rhetorik, Streitschlichtung, Mediation, Vernehmungslehre und Kommunikationsfähigkeit auf die rechtsberatenden Berufe vorbereitet werden. Der erfolgreiche Besuch einer fremdsprachigen rechtswissenschaftlichen Lehrveranstaltung oder eines rechtswissenschaftlich ausgerichteten Sprachkurses gehört ebenfalls zu den Studieninhalten. Zudem ist während des Studiums ein dreimonatiges Praktikum zu absolvieren.

Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre. Er ist in mehrere Abschnitte gegliedert, während derer die Rechtsreferendarin bzw. der Rechtsreferendar in mehreren Ausbildungsstationen praktisch tätig wird. Wegen der Schwerpunktsetzung der juristischen Ausbildung auf die Vorbereitung für die rechtsberatenden Berufe gehört hierzu eine neunmonatige Ausbildungsstation in der Anwaltschaft.

Während des Vorbereitungsdienstes erfolgt eine Anstellung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, in dem eine Unterhaltsbeihilfe gezahlt wird.

Einschließlich der beiden Prüfungen dauert die Ausbildung durchschnittlich insgesamt sieben bis acht Jahre.
Einzelheiten des Studiums und des Vorbereitungsdienstes sind in den Ausbildungsgesetzen der einzelnen Bundesländer zum Teil unterschiedlich geregelt. In Hessen gilt das Hessische Juristenausbildungsgesetz und die Hessische Juristenausbildungsordnung.

Die Befähigung zum Richteramt ist Voraussetzung nicht nur für die Tätigkeit als Staatsanwalt, sondern auch für andere Rechtspflegeberufe (Richter, Rechtsanwalt, Notar) und für viele Tätigkeiten in Verwaltung und Wirtschaft. Nur sehr wenige Juristen werden Staatsanwalt, in Hessen sind es 1 - 2%. Voraussetzung für eine Einstellung sind deutlich überdurchschnittliche Staatsexamina.

Da Staatsanwälte in Hessen im Richterverhältnis auf Probe eingestellt werden, absolvieren sie wie die zukünftigen Richter zunächst eine mehrjährige Probezeit, während der sie mit verschiedenen staatsanwaltschaftlichen Aufgaben betraut werden. Es ist erwünscht, dass sie während der Probezeit auch als Richter Erfahrungen sammeln. Nach erfolgreichem Ablauf der Probezeit, werden sie zum Staatsanwalt im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit ernannt.

Die Besoldung erfolgt – auch schon während der Probezeit – nach der BesoldungsgruppeR 1 des Hessischen Besoldungsgesetzes (HBesG) und steigt mit zunehmender Berufserfahrung. Eine Beförderung ist möglich zum Oberstaatsanwalt (Besoldungsgruppe R 2 HBesG), in Ausnahmefällen auch zum Leitenden Oberstaatsanwalt (Besoldungsgruppen R 3 bis R 5 HBesG).

 

Wenn Sie in Hessen Staatsanwältin oder Staatsanwaltwerden wollen, müssen Sie sich um eine Einstellung als Richterin beziehungsweise als Richter oder Staatsanwältin beziehungsweise als Staatsanwaltbewerben.Die Einstellung bedarf der Zustimmung des Richterwahlausschusses des Landes Hessen.

Neben der persönlichen Eignung, zu der insbesondere soziale Kompetenz gehört, müssen Bewerberinnen und Bewerber für die Einstellung in das Richterverhältnis auf Probe oder kraft Auftrags grundsätzlich in der ersten Prüfung und der zweiten Staatsprüfung mindestens 16 Punkte erreicht haben, wobei der Wert von 8 Punkten in der zweiten Staatsprüfung nicht unterschritten werden darf.

Im Einzelfall kann eine Bewerbung auch abweichend hiervon berücksichtigt werden, sofern ein Wert von 7,5 Punkten in der zweiten Staatsprüfung nicht unterschritten wird und besondere Umstände, die beispielsweise in der Person eines Bewerbers oder der konkreten Stellen- bzw. Bedarfssituation begründet sein können, dies rechtfertigen.

Die Auswahl erfolgt – unter Berücksichtigung der zeitlichen und örtlichen Verfügbarkeit – nach Leistungsgesichtspunkten.

Für alle Gerichtszweige und Staatsanwaltschaften der hessischen Justiz werden laufend Richterinnen und Richter auf Probe eingestellt.

Bewerbungen sollen möglichst elektronisch erfolgen.

Über den nachstehenden Link gelangen Sie zur Stellenausschreibung im Bewerberportal, von wo aus Sie sich direkt online bewerben können:

Stellenausschreibung im Karriereportal des Landes HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Bewerbungen in schriftlicher Form oder per E-Mail sind weiterhin möglich und zu richten an:

Hessische Ministerium der Justiz
Luisenstraße 13
65185 Wiesbaden

oder

Bewerbung.RiStA@hmdj.hessen.de

Der Bewerbung sind aussagekräftige Bewerbungsunterlagen beizufügen.

Dies sind insbesondere:

  • unterschriebenes, begründetes ein- bis zweiseitiges Bewerbungsschreiben
  • Bewerbungsbogen (siehe Downloads)
  • aussagefähiger Lebenslauf (in Aufsatzform –nicht handschriftlich)
  • Abiturzeugnis
  • Zeugnisse der ersten Prüfung und der zweiten juristischen Staatsprüfung
  • Bescheinigung über die in der zweiten juristischen Staatsprüfung erreichten Leistungen (Einzelnotenübersicht oder Auszug aus dem Prüfungsprotokoll)
  • Zeugnisse über die im Referendardienst in den Ausbildungsstellen und den Arbeitsgemeinschaften erzielten Leistungen
  • ggf. Promotionsurkunde und weitere Nachweise über besondere Kenntnisse und Fähigkeiten
  • ggf. Arbeitszeugnisse
  • ggf. Urkunde über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft
  • Nachweis der deutschen Staatsbürgerschaft (durch Einbürgerungsurkunde oder Personalausweis)
  • Einverständniserklärung zur Einsichtnahme in die Personalaktennebst Datenschutzhinweisen (siehe Downloads)
  • ggf. Nachweis über eine bestehende Schwerbehinderung

Der Bewerbungsbogen und die Einverständniserklärung zur Einsichtnahme in die Personalakten nebst Datenschutzhinweisenstehen auf der Homepage zum Download zur Verfügung, können aber auch direkt im Bewerberportal zum Ausfüllen heruntergeladen werden.

Die Unterlagen sind im Falle einer elektronischen Bewerbung als Anlagen hinzuzufügen.

Aufwendungen anlässlich der Teilnahme an Vorstellungsgesprächen können nicht erstattet werden.

Die hessische Justiz fördert aktiv die Gleichstellung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir begrüßen deshalb im Rahmen der rechtlichen Vorgaben für die ausgeschriebene Stelle Bewerbungen von allen Menschen, unabhängig von deren Geschlecht, kultureller und sozialer Herkunft, Alter, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Orientierung.

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