Ausbildung zur Justizwachtmeisterin / zum Justizwachtmeister

Der Vorbereitungsdienst dauert 6 Monate und gliedert sich in:

  • die praktische Ausbildung bei einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft
  • einen 9-wöchigen Fachlehrgang

In der praktischen Ausbildung werden die Anwärterinnen und Anwärter mit allen Aufgaben des Justizwachtmeisterdienstes vertraut gemacht. 

Der 9-wöchige Fachlehrgang findet im Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg a. d. Fulda im Lehrbereich Ausbildungsstätte für den mittleren Justizdienst statt. Während dieser Zeit wohnen sie in modernen Zimmern des Studienzentrums und genießen dort eine Vollverpflegung.

In dem Fachlehrgang wird den Anwärterinnen und Anwärtern das für die Dienstverrichtung im Justizwachtmeisterdienst erforderliche Fachwissen vermittelt. Der Lehrstoff umfasst insbesondere:

  • Einführung in die wichtigsten Bestimmungen des Grundgesetzes und der Hessischen Verfassung
  • Überblick über die wichtigsten Bestimmungen des Beamtenrechts und über den Aufbau und die Aufgaben der Landes- und Kommunalverwaltung
  • Aufbau und Aufgaben der Gerichte und Staatsanwaltschaften, Geschäftsgang bei den Justizbehörden
  • Sitzungs-, Vorführungs-, Sicherheits- und Ordnungsdienst; Mittel und Anwendung unmittelbaren Zwangs; Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
  • Psychologische Schulung im Umgang mit Vorzuführenden und rechtsuchenden Bürgern; Konfliktvermeidungsstrategien, Zusammenarbeit im Dienstbetrieb (gemeinsame Bewältigung von Konfliktsituationen, Kommunikation, Kooperation)
  • Zustellung von Schriftstücken, Grundzüge des Registraturdienstes
  • die wichtigsten Bestimmungen für den Zustell-, Brief- und Frachtdienst im In- und Ausland, Beförderung von Geld- und Wertsachen, Postabfertigung, Postannahmestelle, Einschreibesendungen, Behandlung von Überführungsstücken und Fundsachen
  • Umgang mit Gefangenen; Durchsuchung, Kontrolle und andere Sicherungsmaßnahmen
  • waffenlose Selbstverteidigung und Anwendung von Hiebwaffen; Vermittlung von Fesselungstechniken
  • Erste Hilfe bei Unfällen, Brandschutz, Gesundheitsschutz
  • EDV (Grundlagen allgemeiner und justizspezifischer Software)

Während des Fachlehrgangs sind schriftliche Aufsichtsarbeiten anzufertigen, die bewertet werden. Am Ende des Lehrgangs wird über jede/n Anwärter/in eine Beurteilung erstellt, aus der hervorgeht, ob und mit welchem Erfolg sie/er an dem Lehrgang teilgenommen hat. 

Chancen, nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz zu erhalten

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung (eine besondere Abschlussprüfung findet nicht statt) werden die Anwärterinnen und Anwärter im Regelfall unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Probe zur Justizhauptwachtmeisterin oder zum Justizhauptwachtmeister (Besoldungsgruppe A5 des Hessischen Besoldungsgesetz) ernannt.