Aus- und Fortbildung im Justizwachtmeisterdienst

Eine Ausbildung als Beamtenanwärterin oder Beamtenanwärter für den Justizwachtmeisterdienst findet aktuell in Hessen nicht statt. 

Nach einer erfolgreichen Bewerbung werden Sie zunächst als Justizhelferin oder Justizhelfer eingestellt und im arbeitsvertraglichen Beschäftigungsverhältnis nach der Entgeltgruppe 4 des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst des Landes Hessen (TV-H) bezahlt.

Im Anschluss an eine ausführliche und meist mehrmonatige Einarbeitung in Ihre Aufgaben, absolvieren Sie einen ca. 9-wöchigen Fachlehrgang, der im Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg a. d. Fulda im Lehrbereich der Ausbildungsstätte für den mittleren Justizdienst stattfindet. Dort wird Ihnen (meist kostenfrei) ein möbliertes Einzelzimmer mit eigenem Badezimmer zur Verfügung gestellt. Die Mensa des Hauses bietet dreimal täglich appetitliche Mahlzeiten an. Kostenloses WLAN steht überall im Haus zur Verfügung und für die Freizeitgestaltung gibt es in der nahegelegenen Hochschule Fitnessräume, ein Hallenbad, eine Kegelbahn sowie eine Sporthalle und einen Sportplatz.

In dem Fachlehrgang wird Ihnen das erforderliche Fachwissen für Ihre Tätigkeit im Justizwachtmeisterdienst vermittelt. Der Lehrstoff umfasst insbesondere folgende Inhalte:

  • Einführung in die wichtigsten Bestimmungen des Grundgesetzes und der Hessischen Verfassung
  • Überblick über die wichtigsten Bestimmungen des Beamtenrechts und über den Aufbau und die Aufgaben der Landes- und Kommunalverwaltung
  • Aufbau und Aufgaben der Gerichte und Staatsanwaltschaften, Geschäftsgang bei den Justizbehörden
  • Sitzungs-, Vorführungs-, Sicherheits- und Ordnungsdienst
  • Schulung im Umgang mit Vorzuführenden und rechtsuchenden Bürgern, Konfliktvermeidungsstrategien, Zusammenarbeit im Dienstbetrieb (gemeinsame Bewältigung von Konfliktsituationen, Kommunikation, Kooperation), Interkulturelle Kompetenz
  • Zustellung von Schriftstücken, Grundzüge des Registraturdienstes
  • Wichtige Bestimmungen für den Zustell-, Brief- und Frachtdienst im In- und Ausland, Beförderung von Geld- und Wertsachen, Postabfertigung, Postannahmestelle, Einschreibesendungen, Behandlung von Überführungsstücken und Fundsachen
  • Umgang mit Gefangenen, Durchsuchung, Kontrolle und andere Sicherungsmaßnahmen
  • Justizeinsatztraining einschließlich Anwendung dienstlicher Hilfsmittel und Pfefferspray auf Basis von Selbstbehauptung und Selbstverteidigungstechniken
  • Erste-Hilfe-Ausbildung, Brand- und Gesundheitsschutz
  • Grundlagen der EDV (allgemeine und justizspezifische Software).

Der erfolgreiche Abschluss des Fachlehrgangs ist - u. a. neben einer mindestens einjährigen Tätigkeit im Justizwachtmeisterdienst - Voraussetzung für eine spätere Verbeamtung. Dort werden Sie im Beamtenverhältnis auf Probe in die Besoldungsgruppe A 5 eingruppiert.

Beispiele für Ihre Vergütung im Beschäftigten- und im Beamtenverhältnis finden Sie unter der Rubrik Verdienstmöglichkeiten.

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