Portrait des Hessischen Opferbeauftragten

Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Opfer schwerer Gewalttaten und Terroranschläge

Die Hessische Landesregierung hat mit Kabinettsbeschluss vom 16. September 2019 Herrn Prof. Dr. Fünfsinn zum 1. April 2020 als ersten Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Opfer schwerer Gewalttaten und Terroranschläge ernannt.

Aufgrund des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau am 19. Februar 2020 nahm er als damals noch amtierender Hessischer Generalsstaatsanwalt bereits zum 21. Februar 2020 diese neue Aufgabe wahr. Nur drei Tage nach seiner vorgezogenen Ernennung ereignete sich ein zweiter Anschlag: am 24. Februar 2020 raste im nordhessischen Volkmarsen ein Amokfahrer in die Menschenmenge eines Rosenmontagsumzugs. Seitdem steht der Hessische Opferbeauftragte den Betroffenen von Hanau und Volkmarsen unterstützend zur Seite.

Prof. Dr. Helmut Fünfsinn ist der zentrale Ansprechpartner für alle Anliegen der Betroffenen von Terroranschlägen und schweren Gewalttaten; unter Letzterem sind hier Amokfahrten, Schulamokläufe oder ähnliche Geschehnisse zu verstehen, bei denen eine Vielzahl von Menschen geschädigt wird und die Polizei eine Landeslage ausruft.
Im Falle eines hessischen Anschlagsgeschehens ist es seine Aufgabe, den Augenzeuginnen und Augenzeugen sowie Verletzten und Hinterbliebenen von Beginn an und undbefristet zur Seite zu stehen und die Betroffenen systematisch durch das Hilfesystem zu lotsen. Hierzu ist er mit allen im Zusammenhang mit der professionellen und ehrenamtlichen Begleitung von Betroffenen einer schweren Gewalttat oder eines Terroranschlags in Betracht kommenden Stellen auf Bundes- und Landesebene eng vernetzt. Da in jedem Anschlagsfall bereits ein erheblicher Schaden eingetreten ist, besteht sein Handlungsgrundsatz in der Begleitung der Betroffenen stets darin, keinen weiteren Schaden anzurichten.

Ein Anschlagsgeschehen bringt zahlreichen Betroffenen unendliches Leid. Von einer Sekunde auf die andere ist nichts mehr so, wie es einmal war. Ich möchte mit meinem Team eine unbürokratische Stütze sein und die Betroffenen auf ihrem Genesungsweg begleiten, ohne dabei deren Autonomie zu missachten.
Prof. Dr. Helmut Fünfsinn, Hessischer Opferbeauftragter

Als Repräsentant der Hessischen Landesregierung ist er zudem Ansprechpartner für alle Belange und Anfragen zu Themen des Opferschutzes. In seiner Tätigkeit vertritt er eine politisch neutrale und opferschutzperspektivische Haltung.

In seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Landespräventionsrates ist es ihm möglich, auf ein breites Netz an zivilgesellschaftlichen Akteuren zuzugreifen und Erfahrungen aus diversen Anschlagsgeschehen in präventive Projekte einfließen zu lassen.

Bei der Durchführung seiner Aufgaben ist er unabhängig und ehrenamtlich tätig.

Lebenslauf

Portrait des Hessischen Opferbeauftragten

Prof. Dr. Helmut Fünfsinn

Hessischer Opferbeauftragter

21. Februar 2020
Ernennung zum Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Opfer von schweren Gewalttaten und Terroranschlägen
seit 16.01.2018
Vorsitzender des Landespräventionsrats
2015 - 2020
Leiter der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main
2002
Leitung der Abteilung „Strafrecht, Gnadenwesen, Kriminalprävention“ als Ministerialdirigent
ab 2001
Leitender Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht
ab 1993
Richter am Oberlandesgericht
seit 1992
nebenamtlicher Geschäftsführer des Landespräventionsrats und Beiratsmitglied im Deutschen Forum für Kriminalprävention
1989
Abordnung an das Hessische Ministerium der Justiz
seit 1988
Lehrbeauftragter der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main; dort Honorarprofessor seit 2014
1988
Richter auf Lebenszeit
1986
Richter auf Probe
1985
Promotion
1983
Zweites Juristisches Staatsexamen
1980
Erstes Juristisches Staatsexamen

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