Am zweiten Tag seiner Rechtstaats-Tour informierte sich Hessens Justizminister Christian Heinz über die Arbeit mit Straftätern. Hierzu fuhr er vormittags mit einem Gefangenensammeltransport und besuchte anschließend die Lehrküche der JVA Rockenberg. Am Nachmittag besuchte er die Sozialen Dienste Marburg und überreichte einen Förderbescheid über 40.000 Euro an JUKO Marburg e.V. für die Täterarbeit bei häuslicher Gewalt. „Ob im Justizvollzug oder in der Bewährungshilfe, tagtäglich arbeiten die Bediensteten der Justiz mit Straftätern. Dabei handelt es sich in erster Linie um Sicherheit, aber auch darum, künftig ein straffreies Leben zu ermöglichen,“ sagte Justizminister Christian Heinz und ergänzte: „Ich bin sehr dankbar für die wertvollen Impulse, die ich sehr gerne mit nach Wiesbaden nehme.“
„Der Gefangenensammeltransport ist für den ordnungsgemäßen Vollzug der Haft unverzichtbar“
Der Tag begann früh morgens in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main I. Von dort hat Justizminister Christian Heinz einen Gefangenensammeltransport nach Weiterstadt begleitet. Die Gefangenensammeltransporte verlegen Gefangene zwischen Justizvollzugsanstalten. Dies ist z.B. bei Vorführungen zu einer Gerichtsverhandlung in anderen Orten notwendig. Bedienstete des Justizvollzugs sorgen rund um die Uhr für den sicheren und ordnungsgemäßen Vollzug der Haft. Mit den Gefangenensammeltransporten werden jährlich 10.000 bis 12.000 Gefangene innerhalb Hessens und über die Landesgrenzen hinweg transportiert. „Der heutige Besuch im Gefangenensammeltransport zeigt, wie wichtig und vielfältig die Aufgaben im Justizvollzug sind“, sagte Justizminister Christian Heinz.
„Die Lehrküche der JVA Rockenberg schafft Perspektiven für die Zeit nach der Haft“
Die Justizvollzugsanstalt Rockenberg lud zum Mittagessen in ihre Lehrküche ein. Sie ist in Hessen für die Inhaftierung männlicher Jugendlicher zuständig. 90 % von ihnen haben keinen Schulabschluss bzw. keine abgeschlossene oder begonnene Berufsausbildung. Die JVA Rockenberg bietet straffälligen Jugendlichen über 130 Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze. „Hier lernen Jugendliche, was es heißt, einen geregelten Tagesablauf zu haben und in einem Team zu arbeiten,“ sagte Justizminister Christian Heinz und ergänzte: „Die Lehrküche der JVA Rockenberg leistet einen wichtigen Beitrag, um Jugendlichen eine straffreie Perspektive nach der Haft zu ermöglichen.“
JUKO Marburg erhält 40.000 Euro Förderung zur Täterarbeit bei häuslicher Gewalt
Am Nachmittag hat Christian Heinz die Sozialen Dienste der Justiz bei dem Landgericht Marburg und JUKO Marburg e.V. besucht.
Die Sozialen Dienste der Hessischen Justiz bündeln die Bewährungshilfe und die Gerichtshilfe. Eine ihrer Aufgaben ist die Intervention in Fällen häuslicher Gewalt. Christian Heinz informierte sich bei den Sozialen Diensten der Justiz bei dem Landgericht Marburg über ihre Arbeit bei häuslicher Gewalt. Die Sozialen Dienste sind ein wichtiger Bestandteil beim Eintreten gegen häusliche Gewalt. Ihre Intervention geschieht in Kooperation mit der Polizei, Staatsanwaltschaft und den Gerichten, unter Einbeziehung von Beratungsstellen für Opfer von Straftaten im partnerschaftlichen Kontext sowie von Täterberatungsstellen. „Die Erfahrung zeigt, durch die frühzeitige Intervention mit allen wesentlichen Akteuren kann zeitnah und individuell auf die Situation reagiert werden, um weitere Taten zu vermeiden. Dieses Modell wurde 2011 zunächst in Marburg entwickelt und im Anschluss schrittweise auf alle Landgerichtsbezirke in Hessen ausgeweitet. Das Marburger Modell hat sich bewährt.“
Anschließend besuchte Justizminister Christian Heinz JUKO Marburg e.V. Das Hessische Ministerium der Justiz und für den Rechtsstaat fördert landesweit 22 Projekte der Täterarbeit im Bereich der häuslichen Gewalt. „Täterarbeit ist ein wichtiger Baustein bei der Bekämpfung von häuslicher Gewalt. Deshalb wird diese vom Hessischen Ministerium der Justiz und für den Rechtsstaat gefördert“. Anschließend überreichte Justizminister Christian Heinz einen Förderbescheid für das Programm „STOP“ in Höhe von 40.000 Euro. „STOP - Soziales Training für männliche Täter bei häuslicher Gewalt, ist ein Projekt, das häusliche Gewalt an der Wurzel bekämpft“, so Justizminister Christian Heinz.