„Mitten im Rhein-Main-Gebiet eröffnen wir einen neuen, modernen Ausbildungsstandort für die fachtheoretische Ausbildung des mittleren Justizdienstes. Damit stärken wir die Region und den Justizstandort in Frankfurt und Umgebung“, sagte der Justizminister und ergänzte: „Durch den neuen Campus machen wir die Ausbildung in der Justiz im Rhein-Main-Gebiet attraktiver. Der Nachwuchs kann wohnortnah ausgebildet werden und muss dadurch keine größeren Wege in Kauf nehmen. Natürlich ist das Plus in der Region, letztlich profitiert aber auch die Justiz im ganzen Land“, sagte Justizminister Heinz. Im Anschluss hat der Justizminister Anwärterinnen und Anwärter des allgemeinen Justizdienstes erstmals in Frankfurt vereidigt.
In der Ausbildung des allgemeinen Justizdienstes erfolgt die fachtheoretische Ausbildung seit 2006 unter dem Dach des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz Rotenburg an der Fulda (SZROF) bislang am Standort Rotenburg. Im September 2026 startet das Studienzentrum den Ausbildungsbetrieb für den allgemeinen Justizdienst nun auch am Campus Frankfurt. Frankfurt und Rotenburg wechseln sich künftig als Ausbildungsstandorte für die fachtheoretische Ausbildung halbjährig ab. Mit der Wahl des Ausbildungsbeginns und somit auch des Ausbildungsorts kann der Nachwuchs künftig auch entscheiden, wo die praktische Ausbildung erfolgen soll. Die praktische Ausbildung der Anwärterinnen und Anwärter, die am Campus Frankfurt unterrichtet werden, wird ausschließlich an Amtsgerichten im Rhein-Main-Gebiet, in Süd- oder Westhessen stattfinden. „Mit den zwei Ausbildungsstandorten sind unsere Anwärterinnen und Anwärter flexibler. Das ist ein großer Vorteil“, erklärte der Justizminister.
Justizminister Christian Heinz vereidigt Anwärterinnen und Anwärter
An diesem Tag hat der Justizminister auch erstmals die Anwärterinnen und Anwärter des eines Ausbildungsjahrgang am neuen Campus vereidigt. 59 Anwärterinnen und Anwärter des allgemeinen Justizdienstes beginnen ihren Unterricht am Campus Frankfurt. „Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte sind oftmals die ersten Ansprechpartner der Bürger vor Ort. Sie arbeiten in allen Abteilungen der Gerichte und Staatsanwaltschaften und leisten eine wichtige Arbeit für den Rechtsstaat“ sagte Justizminister Heinz und ergänzte: „Den 59 Anwärterinnen und Anwärtern wünsche ich viel Erfolg in ihrer anstehenden Ausbildung.“
Berufe in der hessischen Justiz
Neben Ausbildungsmöglichkeiten im Justizvollzug bietet die hessische Justiz an den Gerichten und Staatsanwaltschaften unter anderem die folgenden Justizberufe an: Justizfachangestellte, Justizfachwirtinnen und Justizfachwirte sowie Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger.
Justizfachangestellte und Justizfachwirte arbeiten in den Serviceeinheiten der Gerichte und Sekretariaten der Staatsanwaltschaften. Sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Verfahren, managen den gesamten Schriftverkehr, bereiten Entscheidungen vor und nehmen als Protokollführerin oder Protokollführer an Gerichtsverhandlungen teil.
Die Ausbildung zur bzw. zum Justizfachangestellten dauert drei Jahre und bietet im Anschluss vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Zum Justizfachwirt oder zur Justizfachwirtin wird man nach einem zweijährigen Vorbereitungsdienst, der einen zu einer Beamtenlaufbahn im mittleren Dienst befähigt.