Hessisches Ministerium der Justiz und für den Rechtsstaat

Opferhilfevereine beraten mehr Menschen

Justizstaatssekretärin Tanja Eichner hat bei ihrem Besuch bei der Opferhilfe Limburg-Weilburg mitgeteilt, dass sich immer mehr Menschen an die acht hessischen Opferhilfevereine wenden, um Hilfe zu erhalten.

„Die Arbeit der Opferhilfevereine ist essentiell und gefragt, das zeigen die Zahlen sehr deutlich. Waren es im Jahr 2020 noch rund 3.200 Personen, die sich an die hessischen Opferhilfevereine gewendet haben, sind es im vergangenen Jahr schon rund 3.800. Immer mehr Opfer wenden sich an die Vereine“, sagte die Staatssekretärin und ergänzte: „Der Anstieg ist auch ein Beleg dafür, dass das professionelle Hilfsangebot bei den Opfern zunehmender wahr- und angenommen wird. Das ist ein gutes Zeichen.“

Die Opferhilfeeinrichtungen beraten und unterstützen Opfer und Zeugen von Straftaten sowie deren Angehörige und Vertrauenspersonen. Sie erfolgt unabhängig davon, um welches Delikt es sich handelt und ob die Betroffenen Anzeige erstattet haben. Die Beratung ist kostenlos und absolut vertraulich.

Im Jahr 2025 haben die acht hessischen Opferhilfevereine insgesamt in rund 3.305 Fällen (2024: 3.099 Fälle) insgesamt 3.794 Personen (2024: 3.779 Personen) beraten und betreut. Die Anzahl der Beratungskontakte im Jahr 2025 ist von 15.138 Kontakte im Vorjahr auf insgesamt 16.073 Kontakte um 6,2 % gestiegen (plus 935 Kontakte). Dabei waren insgesamt 72,6 % (2024: 59,8 %) der Ratsuchenden Frauen, 27,1 % Männer (2024: 40,1 %) und 0,3 % divers (2024: 0,1 %). „Jede Person, der Schlimmes widerfahren ist und die Hilfe benötigt, kann sich an die hessischen Opferhilfevereine wenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten herausragende, oft auch überobligatorische Arbeit. Dafür danke ich ihnen sehr“, so die Staatssekretärin.

Mittel für Opferhilfevereine verdoppelt

Hessen verfügt über ein flächendeckend ausgebautes Netz von justiznahen Opferhilfevereinen. Auf Initiative des Justizministeriums wurden die Opferhilfevereine in Hanau (1984), Wiesbaden (1992), Kassel (1993), Gießen (1994), Frankfurt am Main (2001), Fulda (2017) und Darmstadt (2017) gegründet. In Limburg-Weilburg (Opferhilfe Limburg-Weilburg, gegründet 1996) konnte eine Zusammenarbeit mit einem bereits bestehenden Verein aufgebaut werden. „Die Landesregierung sieht, wie bedeutend die Opferhilfevereine sind und was sie in unserem Land leistet. Seit dem Jahr 2025 werden sie noch stärker gefördert, die Landesmittel wurden um 150.000 Euro auf insgesamt nunmehr 1.560.200 Euro aufgestockt. Im Vergleich zu 2018 ist dies eine Verdopplung. Geld, das gut und sinnvoll eingesetzt wird“, sagte die Staatssekretärin.