„Es gibt Menschen, die machen aus einer Gesellschaft eine Gemeinschaft. Menschen wie Karl-Erwin Franz. Mehr als 60 Jahre hat er sich ehrenamtlich engagiert. Das ist beachtlich. Dabei war er vor allem im sportlichen und kulturellen Bereich aktiv, aber auch in der Kommunalpolitik und als Jugendschöffe und Schiedsmann engagierte er sich in der hessischen Justiz und für seine Heimat“, sagte die Justizstaatssekretärin und ergänzte: „So ein langes Engagement ist aller Ehren wert, es verdient besondere Aufmerksamkeit, denn die Ehrenamtlichen machen unsere Gesellschaft erst lebenswert. Ich danke im Namen des Hessischen Ministerpräsidenten Karl-Erwin Franz für sein Engagement und habe ihm heute außerordentlich gerne den Hessischen Verdienstorden am Bande überreicht.“
Schon im Jahr 1963 trat Karl-Erwin Franz als Jugendfußballer dem Fußballverein TuSpo Ziegenhain 1886 e.V. bei und wurde von 1970 bis 1975 zum Jugendfußballtrainer gewählt. Außerdem war er von 1970 bis 1986 als Fußballschiedsrichter tätig. Von 1972 bis 1976 war er als Jugendleiter Mitglied des Vorstands des TuSpo Ziegenhain. Darüber hinaus wurde er von 1972 bis 1977 als Kreis-Schiedsrichterlehrwart und Schiedsrichter-Ausbilder im Kreisfußballausschuss eingesetzt. Die Aufgabe als aktiver Schiedsrichter begleitete ihn zeitweise in die Landesliga und Oberliga Hessen und ein Jahr in Belgien zur 4. Division. Darüber hinaus übernahm er ab 1980 verschiedene Funktionen innerhalb der SG Weser/Diemel der Fußballsparte TSG Bad Karlshafen und MTSV Helmershausen.
Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung übernahm er von 1990 bis 1998 das Amt des zweiten Vorsitzenden im Verein SG Weser/Diemel und von 2008 bis 2017 die Funktion des 1. Vorsitzenden. Als Presse- und Stadionsprecher und als Berater des Vorstands ist er seit 2017 weiterhin ehrenamtlich aktiv. Sein Engagement ging dabei über den rein sportlichen Bereich hinaus. Insbesondere im Bereich der Jugendarbeit hat Karl-Erwin Franz den Sport als pädagogisches und integratives Instrument verstanden. Seit 2015 hat er sich dafür eingesetzt, junge geflüchtete Menschen über den Sport in die Gemeinschaft zu integrieren.
Kulturell, politisch und juristisch engagiert
Darüber hinaus engagierte sich Karl-Erwin Franz kulturell. Von 1964 bis 1975 war er vorerst als Mitglied der Kirmesburschenschaft in Ziegenhain vertreten. Von 1973 bis 1976 übernahm er das Amt des 1. Vorsitzenden der Burschenschaft und war als Mitglied im Kirmesausschuss der Stadt Ziegenhain engagiert. Zum größten Volks- und Trachtenfest der Schwalm übernahm Karl-Erwin Franz bis 1980 die Ausrichtung der Ziegenhainer Salatkirmes. Im Jahr 1999 übernahm er die Organisation der 300-Jahr-Feier in Bad Karlshafen mit „Stehendem Festzug“. Zudem war er als Mitorganisator der Bürgerfeste und der 325-Jahr-Feier von 2022 bis 2024 ehrenamtlich tätig.
Als Stadtverordneter von 1989 bis 2017 und als Stadtverordnetenvorsteher von 2000 bis 2006 war er ebenfalls ehrenamtlich im Einsatz. Von 1989 bis 1993 war er beispielsweise im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss, von 1990 bis 2001 im Fremdenverkehrsausschuss, darüber hinaus von 1997 bis 2001 als Vorsitzender des Fremdenverkehrs- und Kulturausschusses, von 2004 bis 2016 im Präventionsrat und von 2016 bis 2021 als stellvertretender Vorsitzender im Haupt- und Finanzausschuss.
In den Jahren 2000 bis 2008 übte er zudem das Amt des ehrenamtlichen Jugendschöffen am Amtsgericht Kassel aus. Außerdem bekleidet Herr Franz seit dem Jahr 2019 das Amt des Schiedsmanns im Schiedsamtsbezirk Bad Karlshafen I und nimmt zudem die Stellvertretung für den Schiedsamtsbezirk Bad Karlshafen II wahr.
„Karl-Erwin Franz hat sich auf ganz unterschiedliche Weise für die Menschen seiner Heimat eingesetzt. Dieses Engagement verdient höchste Anerkennung“, sagte die Justizstaatssekretärin.
Hessischer Verdienstorden
Mit dem Hessischen Verdienstorden werden hervorragende Verdienste um das Land Hessen und seine Bevölkerung gewürdigt. Den Hessischen Verdienstorden, der vom Hessischen Ministerpräsidenten verliehen wird, gibt es in zwei Stufen, als Verdienstorden und als Verdienstorden am Bande. Grundsätzlich kann jeder Bürger und jede Bürgerin einen anderen Bürger oder eine andere Bürgerin für die Verleihung des Hessischen Verdienstordens vorschlagen, unabhängig davon, ob die betreffenden Personen ihren Wohnsitz in Hessen haben.
Ministerpräsident Dr. Walter Wallmann hat den Hessischen Verdienstorden 1989 gestiftet. 1998 hat Ministerpräsident Hans Eichel mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande ergänzend eine zweite, niedrigere Ordensstufe eingeführt.