Justizminister Poseck bei seinem Besuch in der JVA Dieburg

Hessisches Ministerium der Justiz

Justizminister Roman Poseck besucht die Justizvollzugsanstalt Dieburg

Prof. Dr. Roman Poseck: „Die Justizvollzugsanstalt Dieburg leistet mit dem ‚Trainingskurs contra häusliche Gewalt‘ wichtige Pionierarbeit in der Prävention und für den Opferschutz.“

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Der Hessische Minister der Justiz Prof. Dr. Roman Poseck besuchte heute die Justizvollzugsanstalt Dieburg, um sich mit dem Leiter der Anstalt, dem Leitenden Regierungsdirektor Klaus-Dieter Vogt, auszutauschen.

Die mitten in der Stadt Dieburg liegende Justizvollzugsanstalt (JVA) ist zuständig für den Vollzug der Strafhaft an männlichen erwachsenen Gefangenen von bis zu 24 Monaten sowie für die Zivilhaft, wie Ordnungs-, Sicherungs-, Zwangs- und Erzwingungshaft, an männlichen erwachsenen Verurteilten aus allen hessischen Landgerichtsbezirken, außer Kassel. Die Anstalt verfügt über 270 Haftplätze im geschlossenen und 12 Haftplätze im offenen Vollzug.

Werkbetriebe bieten Beschäftigung und Perspektive

Hessens Justizminister Roman Poseck sagte während seines Besuchs in der Justizvollzugsanstalt Dieburg: „Es zeigt sich auch hier in der Justizvollzugsanstalt Dieburg, dass Werkbetriebe den Gefangenen nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung, sondern auch eine Perspektive bieten. Arbeit erleichtert die Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach der Haftstrafe. Die Beschäftigung dient insbesondere dazu, die Fähigkeiten und Fertigkeiten für eine regelmäßige Erwerbstätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhalts nach der Entlassung zu vermitteln, zu fördern oder zu erhalten. Durch unterschiedliche Beschäftigungsangebote, wie in der Schlosserei, Schreinerei oder im Malerbetrieb, soll sichergestellt werden, dass vorhandene Fähigkeiten berufsbezogen eingesetzt und ggf. verbessert werden können.“

In der JVA Dieburg werden Gefangene in verschiedene Unternehmerbetriebe, u.a. der Gummi- bzw. Kunststofftechnik, eingesetzt. Die JVA stellt die Räumlichkeiten und das Aufsichtspersonal zur Verfügung und arbeitet dort Aufträge für die freie Wirtschaft ab. Der Auftraggeber stellt die benötigten Maschinen und das Material bereit. „Viele Aufträge werden aus der umliegenden Region entgegengenommen. Die lange Zusammenarbeit zeichnet sich durch gute Arbeitsqualität und Verlässlichkeit aus. Davon profitieren neben der Anstalt und dem Unternehmen auch die Region Dieburg“, so der Hessische Justizminister.

„Tätertraining contra häusliche Gewalt“

Seit über fünf Jahren bietet die JVA Dieburg sogenanntes „Tätertraining contra häusliche Gewalt“ an. Das Tätertraining gegen häusliche Gewalt ist ein präventives Unterstützungs- und Beratungsangebot zur nachhaltigen Verhaltensänderung für in Partnerschaften gewalttätige Männer und dient primär dem Opferschutz. Die Zielgruppe sind erwachsene Männer, die gegenüber ihrer Partnerin oder ehemaligen Partnerin gewalttätig geworden sind. Seit Oktober 2017 wird einmal jährlich ein deliktspezifischer Kurs in der JVA Dieburg angeboten. Damit ist Dieburg die erste Justizvollzugsanstalt in Hessen, die ein solches Tätertraining anbietet. An dem Kurs können auch Inhaftierte aus anderen Justizvollzugsanstalten teilnehmen, sofern sie von der Anstalt und/oder dem dort tätigen Sozialdienst vorgeschlagen werden. „Die Justizvollzugsanstalt Dieburg leistet mit dem ‚Trainingskurs contra häusliche Gewalt‘ wichtige Pionierarbeit in der Prävention und für den Opferschutz. In dem Training lernen die Täter, sich in die Opferrolle zu versetzen und sich soziale Verhaltens- und Handlungskompetenzen sowie gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien anzueignen. Ziel ist es, Wege für eine gewaltfreie Partnerschaft zu vermitteln. Bei meinem Besuch wurde deutlich, dass das Training eine wertvolle Bereicherung des bereits breiten Behandlungsangebotes ist und von den Gefangenen gut angenommen wird. Viele Teilnehmer suchen auch nach der Entlassung Beratungsstellen im Bereich der häuslichen Gewalt auf“, führte Hessens Justizminister weiter aus.

„Den Bediensteten und dem Leiter der Justizvollzugsanstalt, Klaus-Dieter Vogt, danke ich für ihren täglichen Einsatz und für ihr Engagement, neue Projekte anzustoßen und auch umzusetzen. Von dem hier praktizierten modernen Justizvollzug profitieren alle – die Gefangenen, die Bediensteten und die Gesellschaft. Nachdem der Hessische Landtag vergangene Woche dem Doppelhaushalt der Landesregierung zugestimmt hat, freue ich mich sehr, dass der hessische Justizvollzug mit 43 weiteren Stellen in diesem und im kommenden Jahr deutlich gestärkt wird“, erklärte Justizminister Roman Poseck abschließend.

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